23. September 2005 · Quelle: PNN

Gute Konzepte für Integrationsarbeit

So unter­schiedlich die Pro­jek­te sind – alle 16 Bewer­ber für den Inte­gra­tionspreis, der gestern zum ersten Mal in Pots­dam ver­liehen wurde, hat­ten ein wesentlich­es Kri­teri­um erfüllt: Das Konzept musste in deutsch­er Sprache ein­gere­icht wer­den. Im Rah­men der Eröff­nung der interkul­turellen Woche ver­lieh Ober­bürg­er­meis­ter Jann Jakobs, unter dessen Schirmherrschaft die mul­ti­kul­turelle Arbeit in der Stadt gewürdigt wer­den sollte, den Inte­gra­tionspreis der Stadt Pots­dam.

Ini­ti­iert wurde die Ehrung vom Aus­län­der­beirat, unter­stützt wurde das Vorhaben von den Stadtverord­neten und mit einem Preis­geld von ins­ge­samt 1000 Euro aus­ges­tat­tet. Erfreulich war für die Vor­sitzende der Stadtverord­neten­ver­samm­lung Bir­git Müller die hohe Zahl der Beteili­gung: „Ein guter Anfang“, meinte sie, „im näch­sten Jahr wird der Preis wieder vergeben.“

Die öffentliche Ausze­ich­nung soll dazu motivieren, den von Tol­er­anz gegenüber anderen Kul­turkreisen und anderen Sprachen geprägten Inte­gra­tions­gedanken weit­er zu entwick­eln. In Pots­dam, so beton­ten die Jurymit­glieder aus Poli­tik, Wirtschaft, Sicher­heit­skon­ferenz und Aus­län­der­beirat, werde bere­its heute eine engagierte Arbeit auf diesem Gebi­et geleis­tet. Aber das Ver­hält­nis zwis­chen Zuwan­der­ern untere­inan­der und zu den Mit­gliedern der Auf­nah­mege­sellschaft sei nicht immer kon­flik­t­frei. Darum sei öffentliche Inte­gra­tionsar­beit zunehmend ein The­ma für Gegen­wart und Zukun­ft auch der Stadt Pots­dam.

„Die Auswahl der Preisträger fiel schw­er“, gab Alba Gjo­ka vom Aus­län­der­beirat zu. Den ersten Preis nahm Dr. Niko­lai Epchteine, Leit­er des Kul­tur,- Inte­gra­tions- und Beratungszen­trums der Zen­tral­wohlfahrtsstelle der Juden in Deutsch­land in Emp­fang. Kibuz sei ein Vor­bild für wirkungsvolle Inte­gra­tionsar­beit, vor allem, weil sich der Vere­in dafür ein­set­zt, die Pots­damer Bevölkerung einzubeziehen. Über­rascht waren auch die anderen Ini­tia­tiv­en, die zweite Preise erhiel­ten. Black Flow­ers e.V. zum Beispiel, das sind Frauen vor­wiegend mit schwarz­er Haut­farbe, die in Pots­dam eine Selb­sthil­fe­gruppe gegrün­det haben, um bess­er in der neuen Heimat zurecht zu kom­men. Stolz nah­men Vertreter der Ini­tia­tive für Begeg­nun­gen die Anerken­nung ihrer Arbeit ent­ge­gen. Die jun­gen Leute aus Pots­dam – vor­wiegend Stu­den­ten – sind seit langem im Asyl­be­wer­ber­heim am Lerchen­steig willkommene Gäste. Sie helfen dort vor allem den Kindern, mit den Schu­lauf­gaben zurecht zu kom­men, organ­isieren Feste der Begeg­nun­gen mit Pots­damer Fam­i­lien. Ihre ehre­namtliche Arbeit ver­richt­en sie ohne großes Auf­se­hen. Ähn­lich wie die Mit­glieder der Ini­tia­tive am Schlaatz, die einen Inte­gra­tions­garten betreiben. Auf brachem Gelände haben 14 Fam­i­lien aus ver­schiede­nen Län­dern einen Garten angelegt und bewirtschaften ihn gemein­sam und regelmäßig mit Schülern der nahe gele­ge­nen Wei­den­hof-Grund­schule.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Am 6. August richtet der Vere­in proWis­sen e.V. eine Podi­ums­diskus­sion zum The­ma Wis­senschaft mit dem Titel “Wie hal­tet ihr’s mit der Wis­senschaft” aus. Der Vere­in bietet dabei aus­gerech­net dem rech­sex­tremen AfD-Vertreter Andreas Kalb­itz ein Podi­um.
Infori­ot — Das antifaschis­tis­che „Janz Weit Draussen“ (JWD)-Camp fand am ver­gan­genen Woch­enende nun bere­its zum drit­ten Mal statt. Dies­mal schlug das Camp jedoch nicht seine Zelte am Rand des Bun­des­lan­des auf, son­dern ging direkt ins Herz von Pots­dam
Mit unser­er heuti­gen Beset­zungsak­tion möcht­en wir auf einige Häuser aufmerk­sam machen, die entwed­er ihrem Ver­fall preis­gegeben wer­den oder die wieder ein­mal nicht nach Konzept son­dern nach Höch­st­ge­bot verkauft wer­den.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot