14. Februar 2006 · Quelle: Opferperspektive

Heh, Schwarzer, was machst du hier?”

Am Amts­gericht Luck­en­walde wird am 14. Feb­ru­ar 2006 ab 10:30 Uhr gegen zwei Män­ner wg. gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung ver­han­delt. Der rechte Angriff auf zwei Asyl­be­wer­ber ereignete sich im August 2004 auf offen­er Straße in Jüter­bog, einem Geschädigten wur­den mit ein­er Bier­flasche schwere Gesichtsver­let­zun­gen zuge­fügt.

Serge N. aus Kamerun und Hus­sein M. aus Palästi­na waren auf dem Rück­weg vom Mark­t­platz in Jüter­bog zum Asyl­be­wer­ber­heim, als ihnen ein Mann und eine Frau mit Kind ent­ge­gen kamen. Diese ließen die Flüchtlinge nicht unkom­men­tiert passieren: „Heh Schwarz­er, Neger, was macht du hier?“ rief der deutsche Mann. Als die Asyl­be­wer­ber erwiderten, was der »Scheiß« solle, stieg der Mann von seinem Fahrrad ab und trat auf den Palästi­nenser zu. In jen­em Moment tauchte noch eine zweite männliche Per­son auf. Nach einem kurzen Wort­ge­fecht, in dem u.a. geäußert wurde, dass Aus­län­der in Deutsch­land nichts zu suchen hät­ten, wurde dem Palästi­nenser plöt­zlich mit ein­er Bier­flasche ins Gesicht geschla­gen. Als sich Serge N. erneut ver­suchte, zwis­chen seinen blu­tend zu Boden gefall­en Fre­und und die Angreifer zu stellen, wurde auch er mit Schlä­gen und Trit­ten attack­iert. Ein­er der Angreifer het­zte zusät­zlich einen schwarzen Hund auf den 23-Jähri­gen.

Die Frau und das Kind, sowie eine weit­ere Per­son, die sich zu der Frau gesellt hat­te, beobachteten das Geschehen aus eini­gen Metern Ent­fer­nung — ohne einzu­greifen. Erst das Auf­tauchen eines weit­eren Pas­san­ten bewirk­te, dass die Angreifer von ihren Opfern abließen.

Der Palästi­nenser erlitt durch den Angriff eine Schädel­prel­lung, eine Nasen­be­in­frak­tur und eine Frak­tur des vorderen Frontzahns. Serge N. hat­te nach­fol­gend Prel­lun­gen am Hals, Gelenkver­let­zun­gen an den Hän­den sowie eine Knöchelver­let­zung am Fuß, die zur Folge hat­te, dass der Kameruner, der die Per­spek­tive ein­er Fußbal­lka­r­riere gehabt hat­te, nie wieder spie­len kon­nte.

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