1. September 2020 · Quelle: Refugees Emancipation e.V.

Heim Großbeeren schließen! Wir haben das Recht zu leben!

Wir, die Flüchtlinge aus der Gemeinschaftsunterkunft in Großbeeren, haben besonders in den letzten 3 Monaten erlebt, dass unser Leben für die Behörden und die Zivilgesellschaft in Deutschland keine Rolle spielt: Auf engem Raum sind wir untergebracht.

Heim Großbeeren schließen! Wir haben das Recht zu leben!
Kommt / Kom­men Sie zur Kundge­bung von Flüchtlin­gen aus Großbeeren!

Am Mittwoch, 2. Sep­tem­ber, 12 — 13:30 Uhr, Am Rathaus 1, 14979
Großbeeren; Die Kundge­bung wird unter­stützt von der See­brücke Pots­dam.

Wir, die Flüchtlinge aus der Gemein­schaft­sun­terkun­ft in Großbeeren
(Theodor-Echter­mey­er Weg 1, 14979 Großbeeren), haben beson­ders in den
let­zten 3 Monat­en erlebt, dass unser Leben für die Behör­den und die
Zivilge­sellschaft in Deutsch­land keine Rolle spielt: Auf engem Raum
sind wir unterge­bracht, dem Coro­n­avirus aus­geliefert.
Und jet­zt das: Vor etwa 3 Wochen haben sie eine pos­i­tiv getestete
Per­son zu uns in eine Quar­an­tänes­ta­tion in unser Heim geschickt. Zwei
Tage später wur­den 2 Per­so­n­en aus unserem Heim krank, und einige Tage
später wur­den 19 Per­so­n­en in unserem Lager pos­i­tiv getestet!

Obwohl einige Mitar­beit­er des Gesund­heit­samtes in unser Heim gekom­men
sind, wur­den keine wirk­samen Maß­nah­men ergrif­f­en, um uns zu schützen.
Es wurde eine faden­scheinige Maß­nahme ergrif­f­en, um einige pos­i­tiv
getestete Per­so­n­en auf eine andere Etage zu brin­gen, aber wir wis­sen,
dass sie immer noch diesel­ben Toi­let­ten und Küchen mit gesun­den
Men­schen teilen! In unserem Lager benutzen etwa 100 Men­schen diesel­ben
Toi­let­ten und Küchen. Das Lager ist schmutzig und 3 Per­so­n­en teilen
sich ein 18qm großes Zim­mer.

Wir sind auf uns allein gestellt, und es gibt keinen Ausweg, genau wie
das Asylver­fahren selb­st. Wir sagen Nein zu dieser unmen­schlichen
Behand­lung. Wir sind Men­schen, und wir haben eine Würde wie jed­er
Deutsche, wir wollen leben und an der Gesellschaft teil­haben!

Sie (die Behör­den) haben gehört, dass wir am Mittwoch eine
Demon­stra­tion über unsere Sit­u­a­tion pla­nen, sie wollen das ganze Heim
unter Quar­an­täne stellen, um sicherzustellen, dass nie­mand hin­aus­ge­ht.
Wir ken­nen ihre Absicht­en – aber wir wer­den trotz­dem her­auskom­men und
uns Gehör ver­schaf­fen.

Am kom­menden Mittwoch um 12 Uhr soll es im Rathaus Großbeeren ein
Tre­f­fen zwis­chen IB, Sozialamt und Aus­län­der­be­hörde geben. Wir wollen
vor dem Rathaus sein, um ihnen zu sagen, dass das, was sie uns ange­tan
haben, unmen­schlich ist.

Wir organ­isieren eine Kundge­bung:

Wann? Am Mittwoch, 2. Spetem­ber, 12 bis 13:30 Uhr
Wo? Am Rathaus 1, 14979 Großbeeren

Unsere Forderun­gen sind:

1. Wir wollen, dass dieses Heim geschlossen wird. Es ist ein
schmutziges Heim. So viele Men­schen teilen sich dieselbe Toi­lette und
Küche – einige Leute zahlen mehr als 1.000 Euro für das Schlafen in
einem 18 qm großen Raum. Es ist unmöglich, irgendwelche hygien­is­chen
Regeln einzuhal­ten.

2. Wir wollen, dass Men­schen, die pos­i­tiv getestet wur­den, richtig
behan­delt wer­den — das bedeutet, dass sie unter Bedin­gun­gen
unterge­bracht wer­den, die den notwendi­gen Anforderun­gen ein­er
Quar­an­täne und ein­er nor­malen Woh­nung entsprechen: eine eigene
Toi­lette, Küche und Waschmas­chine.

3. Per­so­n­en, die nicht an Coro­na erkrankt sind, sollte ein sicher­er
Ort zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, an dem sie den Kon­takt mit den
anderen ein­schränken kön­nen mit getren­nten Toi­let­ten und Küchen.

4. Wir befind­en uns in ein­er Demokratie und als Men­schen wollen wir
unser Recht vertei­di­gen, selb­st­bes­timmt zu leben. Wenn es in den
näch­sten Tagen keine pos­i­tiv­en Verän­derun­gen gibt, wer­den wir IB und
die Land­kreise wegen Kör­per­ver­let­zung vor Gericht brin­gen.

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