22. Januar 2007 · Quelle: PNN

Herz und Flamme

Innen­stadt — Am Überbleib­sel des Karl- Liebknecht-Forums, der in den 90er Jahre in den hin­tern Teil des Lust­gartens ver­bracht­en Skulp­tur „Herz und Flamme der Rev­o­lu­tion“ von Theo Balden, traf sich gestern die Pots­damer Linke. Zur Ehrung der bei­den Mit­be­grün­der der KPD Karl Liebknecht und Rosa Lux­em­burg, die am 15. Jan­u­ar 1919 ermordet wor­den waren, hat­ten sich etwa 300 Per­so­n­en eingefunden.

Die jun­gen Josephine Michalke (Sozial­is­tis­che Arbeit­er­ju­gend „sol­id“) und Jens Drusch­ka (Linkspartei.PDS) präsen­tierten sich in ihren Ansprachen als Glob­al­isierungs­geg­n­er und riefen zur inter­na­tionalen Sol­i­dar­ität mit den armen und aus­ge­beuteten Völk­ern der Süd­hal­bkugel auf. Sie verurteil­ten die Diskri­m­inierung von Migranten und Homosexuellen.

Härtere Töne schlug Peter Lud­wig für die Pots­damer Orts­gruppe der KPD an. Er wärmte die These auf, die SPD trage die Hauptschuld daran, dass die Novem­ber­rev­o­lu­tion 1918 scheit­erte. Mit Hil­fe kon­ter­rev­o­lu­tionär­er Trup­pen habe sie den Weg Deutsch­lands in die sozial­is­tis­che Demokratie ver­baut. Es bleibe Auf­gabe der „Kom­mu­nis­ten und Sozial­is­ten“ von heute, sie gegen die herrschen­den Neolib­eralen durchzusetzen.

Lud­wig zog die Ergeb­nisse der Umfrage zum Stan­dort eines neuen Land­tags in Zweifel und erk­lärte, ein dem früheren Stadtschloss angenähert­er Bau in der Mitte Pots­dams bedeute die Ver­schwen­dung von öffentlichen Mit­teln zur Wieder­her­stel­lung von Sym­bol­en des über­holten Preußentums.

Zuvor hat­te der PDS-Kreisvor­sitzende Pete Heuer u.a. an die enge Verbindung Karl Liebknechts mit Pots­dam erin­nert, wo er im so genan­nten Kaiser­wahlkreis in den Reich­stag gewählt wurde und von seinen Genossen den Auf­trag erhal­ten haben soll, gegen die Kriegskred­ite für den Ersten Weltkrieg zu stim­men – was er im Dezem­ber 1914 dann auch als einziger Abge­ord­neter tat. „Wir wollen Rosa Lux­em­burgs und Karl Liebknechts gedenken — und ihren Mut, ihre Grundüberzeu­gung in die heutige Zeit tra­gen“, erk­lärte Heuer.

Alle Red­ner waren sich in der Prog­nose einig, dass die Linke im Aufwind ist und nach der Vere­ini­gung von PDS und WASG die Poli­tik in Deutsch­land wesentlich stärk­er als bish­er mitbes­tim­men wird. Immer wieder wurde auf die Berlin­er Liebknecht-Lux­em­burg-Demon­stra­tion ver­wiesen, an der in der Vor­woche etwa 50 000 Men­schen teilgenom­men hatten.

Zum Abschluss legten Ani­ta Tack und Hans-Jür­gen Schar­fen­berg für die Land­tags- und Stadt­frak­tion der PDS sowie linke Grup­pen und Einzelper­so­n­en am Mah­n­mal Blu­menge­binde nieder.

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