17. September 2005 · Quelle: MAZ

Im Visier von Wahl-Kämpfern

POTSDAM Einige nehmen Wahlkampf wörtlich. Die Auseinan­der­set­zung mit dem poli­tis­chen Geg­n­er wird in der Mark nicht immer nur mit Worten, son­dern manch­mal auch mit Tat­en geführt.

Das musste auch die SPD fest­stellen. Plakat-Van­dal­is­mus wurde inzwis­chen aus mehreren Land­kreisen gemeldet, darunter Ober­hav­el, Pots­dam-Mit­tel­mark und Tel­tow-Fläming. Das Prob­lem: Die Urhe­ber bleiben meist im Ver­bor­ge­nen. Einzig in Pots­dam hat der Lan­des­geschäfts­führer der SPD, Klaus Ness, einen konkreten Tatver­dacht. “Dort wur­den SPD-Plakate mit PDS-Aufk­le­bern bek­lebt.” Doch ins­ge­samt gebe es laut Ness weniger Zer­störun­gen als in den Vorjahren.


*Der Plakat-Van­dal­is­mus trifft alle: Hier ein vom Wahl-Kampf geze­ich­neter Schröder. Foto: MAZ*

Mehr Sor­gen bere­it­en dem SPD-Poli­tik­er die Störver­suche von Recht­saußen. So hat­ten Recht­sex­treme in Neu­rup­pin mas­siv ver­sucht, den Wahlkamp­fauftritt von Regierungschef Matthias Platzeck zu tor­pedieren und Besuch­er einzuschüchtern. Die Kon­se­quenz: Platzver­bot für Neon­azis, so Ness. “In Tel­tow, Königs Wuster­hausen und Straus­berg haben wir die recht­en Stör­er mit Hil­fe der Polizei vom Platz verwiesen.”

Bei der märkischen Union gibt man sich völ­lig entspan­nt. “Nur vere­inzelt” sei es zu Gewalt gegen Plakate gekom­men, sagt Gen­er­alsekretär Sven Petke, Auss­chre­itun­gen habe es gar nicht gegeben. Im Ver­gle­ich zu 2002 sei der CDU “viel mehr Sym­pa­thie und Fre­undlichkeit” ent­ge­genge­bracht wor­den, betont Petke. “Das war ein sehr angenehmer Wahlkampf.”

Ganz so entspan­nt sieht man das allerd­ings nicht über­all an der Basis. Der Land­tagsab­ge­ord­nete und Vor­sitzende der Havel­land-CDU, Dieter Dom­brows­ki, hat­te erst vor weni­gen Tagen eine “Radikalisierung im Wahlkampf” beklagt. Unbekan­nte hat­ten in der Nacht zu Mon­tag eine Scheibe im Rathenow­er CDU-Bürg­erzen­trum einge­wor­fen und Parolen an die Wand geschmiert. Die Schuldigen hat Dom­brows­ki bere­its aus­gemacht: “Die linke Szene.”

Beschw­er­den gibt es auch bei der Linkspartei. Die Zer­störung von Plakat­en habe “drastisch zugenom­men”, so Lan­des­geschäfts­führerin Maria Strauss. Als Wahlkampf-Anschlag wertet Strauss auch den rät­sel­haften Angriff auf das Pots­damer Anwalts­büro des WASG-Kan­di­dat­en Stef­fen Hultsch. Dort war Anfang August eine Fen­ster­scheibe zer­schossen wor­den. Bei der Linkspartei wit­tert man den Geg­n­er im recht­en Lager.

Mehr als Ver­mu­tun­gen haben die Parteien nicht. Die meis­ten Wahlkampf-Über­griffe wer­den nicht aufgek­lärt. Eine der weni­gen Aus­nah­men: Am ver­gan­genen Sam­stag kon­nte ein 21-Jähriger Plakat-Stürmer in Glienicke (Ober­hav­el) gestellt wer­den. Poli­tis­che Motive für seine Zer­störungswut hat­te er nicht — dafür 1,3 Promille.

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