11. Februar 2009 · Quelle: Flüchtlingsrat Brandenburg

Integrationskonzept und das Potsdamer Toleranzedikt — Fremdwörter für den Vorstand der pbg?

Pressemittelung des Flüchtlingsrates Brandenburg zum Offenen Brief der pbg

Der Flüchtlingsrat Bran­den­burg verurteilt die öffentliche
aus­län­der­feindliche Stim­mungs­mache durch den Vor­stand der pbg
hin­sichtlich der Ein­rich­tung eines Flüchtling­sheimes im Schlaatz. Der
offene Brief der pbg lässt eine kon­struk­tive Dialog­bere­itschaft seit­ens
der pbg grund­sät­zlich ver­mis­sen. Die finanziellen Dro­hge­bär­den, die die
Woh­nungsgenossen­schaft für das Wohnge­bi­et antizip­iert, sym­bol­isieren ein
ungerecht­fer­tigtes Aufwiegeln sein­er Mit­glieder und nicht nur der­er
gegen die zukün­fti­gen Nach­barIn­nen. Es beste­ht kein kausaler
Zusam­men­hang zwis­chen dem sozial sen­si­blen Image des Stadt­teils Schlaatz
und dem Einzug der Flüchtlinge. Der Flüchtlingsrat Bran­den­burg fordert
die pbg auf sich in dieser Angele­gen­heit zu korrigieren.

Hin­ter­grund: Mit dem Inte­gra­tionskonzept für die Lan­deshaupt­stadt
Pots­dam (2008) wur­den u.a. inte­gra­tions­fördernde Maß­nah­men zur
Unter­bringung von Flüchtlin­gen in Gemein­schafts-unterkün­ften entwick­elt.
Im Rah­men der öffentlichen Auss­chrei­bung entsprach nur das Diakonis­che
Werk Pots­dam mit sein­er Konzep­tion den Zielen.

Über zwei Jahre hat die pbg die Möglichkeit das ehe­ma­lige
Lehrlingswohn­heim zu kaufen und im eige­nen Inter­esse zu nutzen ver­passt,
umso vehe­menter ist der Protest gegen andere Konzepte. Ihr gegen­wär­tiger
Ein­satz für das Schlaatz erscheint uns daher unglaub­würdig. Flüchtlin­gen
wird mit dem Umzug endlich die Chance eröffnet sich wie gefordert in die
Gesellschaft zu inte­gri­eren. Im Gegen­satz zum sechs km ent­fer­n­ten Heim
Lerchen­steig kön­nen sie hier direkt an ihrem sozialem Umfeld
par­tizip­ieren sowie dieses bere­ich­ern. Für das Wohnge­bi­et Schlaatz muss
dies keine Abwan­derung bedeuten, ver­ste­hen es Inve­storen und soziale
Anbi­eter Inter­essierte und Mit­be­wohner­In­nen an einen Tisch zu holen und
gemein­sam ein Konzept des sozialen Miteinan­ders für den Schlaatz zu
entwick­eln sowie umzusetzen.

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