1. Oktober 2005 · Quelle: MAZ

Jüdische Geschichte in Lehnitz

LEHNITZ 1899 haben die Berlin­er Eheleute Louis und Rosa Sachs in Lehnitz ein
Jüdis­ches Erhol­ung­sheim gegrün­det, am 10. Novem­ber 1938 musste es
erzwun­gener Maßen geschlossen wer­den. Darüber informiert eine Ausstellung,
die am Sonnabend um 12 Uhr durch Oranien­burgs Bürg­er­meis­ter Hans-Joachim
Laesicke in der Lehnitzer Friedrich-Wolf-Gedenkstätte eröffnet wird.

Bis zur Über­nahme des Heimes durch den Jüdis­chen Frauen­bund 1934 diente es
der Erhol­ung von mit­tel­losen Müt­tern mit ihren Kindern. Der Verein
“Jüdis­ches Gene­sung­sheim Lehnitz” über­gab das Heim 1929 der Jüdischen
Gemeinde zu Berlin. Unter Leitung von Frie­da Glücks­mann wurde das Haus nach
Ren­ovierung und Erhöhung der Bet­tenka­paz­ität 1934 feier­lich eröffnet. Frieda
Glücks­mann ver­suchte ein neues Konzept für das Haus zu find­en, ergänzte das
Erhol­ung­sheim durch Kinder­heim, Hauswirtschaftliche Schule und
Tagungszentrum.

Die Ausstel­lung in der Wolf-Gedenkstätte soll dazu beitra­gen, ein bislang
kaum beachtetes The­ma der Orts­geschichte in das öffentliche Bewusst­sein zu
rück­en. Unter den Bedin­gun­gen der anti­jüdis­chen Ter­ror­poli­tik im
nation­al­sozial­is­tis­chen Deutsch­land behaupteten sich Frie­da Glücks­mann und
die Angestell­ten des Heimes. Jen­seits des idyl­lisch gelegenen
Erhol­ung­sheimes, am gegenüber­liegen­den Ufer des Lehnitzsees, befand sich das
Konzen­tra­tionslager Sachsenhausen.

Die aktuelle Son­der­ausstel­lung basiert auf Recherchen des His­torik­ers Bodo
Beck­er. Er hat sich seit Jahrzehn­ten mit der Orts­geschichte von Lehnitz
befasst und diese Ausstel­lung angeregt. Die konzep­tionelle Umset­zung und
repro­grafis­che Gestal­tung hat das Kreis­mu­se­um Oranien­burg real­isiert. Einige
Exponate stam­men aus der Samm­lung des Kreis­mu­se­ums, andere aus dem
Pri­vatarchiv Bodo Beck­ers. Die meis­ten Quellen stellte das Jüdis­che Museum
Berlin zur Ver­fü­gung. Die Ausstel­lung würdigt die Heim­lei­t­erin Frieda
Glücks­mann und den Hausrab­bin­er Erwin Zimet. Gezeigt wird sie bis zum 31.
Jan­u­ar 2006.

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