1. Februar 2002 · Quelle: BZ

Jugendliche dokumentieren Rassismus


BERNAU/BERLIN Rund ein Dutzend Jugend­grup­pen aus Bran­den­burg beteili­gen sich inzwis­chen am Wet­tbe­werb “Aktion Analyse”, ini­ti­iert vom Bernauer
“Anti­ras­sis­tis­chen Jugend­bünd­nis”.

Das Bünd­nis — aus­geze­ich­net mit dem Aach­en­er Frieden­spreis für seine über­re­gion­al erfol­gre­iche “Aktion Notein­gang” — rief im Herb­st Jugendliche auf, Mate­r­i­al über recht­sex­trem­istis­che Ten­den­zen in ihren Orten zu sam­meln und aufzu­bere­it­en. Diese Idee stieß auf großes Inter­esse, sagte Susanne Lang
vom Jugend­bünd­nis. Grup­pen aus Cot­tbus, Schwedt, Straus­berg oder Vetschau beteili­gen sich mit Umfra­gen, Inter­views, Fil­men und Doku­men­ta­tio­nen am Wet­tbe­werb, dessen Ergeb­nisse im Juni präsen­tiert wer­den. Finanziert wird die “Aktion Analyse” über das Civ­i­tas-Pro­gramm des Bun­des­fam­i­lien­min­is­teri­ums.

Laut Susanne Lang ist es vielerorts gelun­gen, Jugendliche zu poli­tis­ch­er Arbeit über­haupt erst anzure­gen. In Vetschau etwa sei eine Gruppe mehrfach von Recht­sex­tremen über­fall­en wor­den, bevor sie sich entschloss, über die “Aktion Analyse” etwas dage­gen zu unternehmen. “Das
ist nicht immer unge­fährlich”, sagte Susanne Lang. Die Teil­nehmer wer­den daher von den Ini­tia­toren berat­en, betreut und mit Mate­r­i­al ver­sorgt.

Manche der Ideen seien ger­adezu inno­v­a­tiv: So bemüht­en sich Cot­tbuser Jugendliche ger­ade, eine Art Gesellschaftsspiel zum The­ma Ras­sis­mus zu entwer­fen. “Wir sind ges­pan­nt, was noch so ange­boten wird.”

Unter­stützt wird die “Aktion Analyse” jet­zt auch von der
Inter­net-Plat­tform “D‑A-S‑H”. Eben­falls mit Fördergeld vom
Fam­i­lien­min­is­teri­um hat ein Münch­n­er Medi­enin­sti­tut diese neue Home­page
für Jugendliche entwick­elt. Sie find­en dort Infor­ma­tio­nen über Ras­sis­mus
und Frem­den­feindlichkeit und kön­nen andere Ini­tia­tiv­en erre­ichen.
D‑A-S‑H finanziert auch sechs Kurz­filme über die Bran­den­burg­er “Aktion
Analyse”, die zum Ende des Wet­tbe­werbs auch im Inter­net abruf­bar sein
sollen. “Die Teil­nahme ist immer noch möglich”, sagte Susanne Lang.

Ein­sende­schluss für Beiträge ist der 15. Mai 2002. Mehr im Inter­net unter aktion-analyse.org und d‑a-s‑h.org.

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