24. August 2005 · Quelle: MAZ

Kein Alkohol in Jugendklubs

MITTENWALDE Alko­hol- und Zigaret­ten­genuss sollen kün­ftig in den Jugend­klubs der Stadt Mit­ten­walde ver­boten sein. Die Musik darf nur noch mit Zim­mer­laut­stärke gehört wer­den, und son­ntags sind die Klubs gän­zlich geschlossen. Das sieht die neue Hau­sor­d­nung für die Klubs in Mit­ten­walde sowie in den Ort­steilen Ragow, Töpchin und Gal­lun vor, die im Stad­trat am Mon­tag beschlossen wurde. Bestre­bun­gen, die Vor­gaben zu lock­ern, um mehr junge Leute von der Straße zu holen, wur­den damit eine Absage erteilt.

“Zwar wartet der Jugend­klub bei uns sehn­süchtig auf die neue Hau­sor­d­nung, aber der Entwurf geht weit hin­ter die bere­its beste­hen­den Vor­gaben zurück und wird von den Jugendlichen selb­st als Rückschritt eingeschätzt”, so Ragows Orts­bürg­er­meis­ter und Stadtverord­neter Bernd Lukschan­derl. Damit trat er eine Diskus­sion­slaw­ine, der Stad­trat musste sich noch ein­mal mit sämtlichen Punk­ten der neuen, ein­heitlichen Hau­sor­d­nung beschäfti­gen. “Da ist in der Vor­bere­itung deut­lich was schief gelaufen”, so Vorste­her Roman Petere­ins kri­tisch. Von einem tragfähi­gen Kom­pro­miss, von dem noch in den Fachauss­chüssen die Rede war, blieb nicht viel übrig. Um dieses Papi­er den­noch ver­ab­schieden zu kön­nen und nicht wieder in den Kul­tur­auss­chuss ver­weisen zu müssen, entsch­ieden sich die Stadtverord­neten für einen lang­wieri­gen Arbeit­sprozess. Dabei stand die Frage “pro oder kon­tra Alko­hol” im Mit­telpunkt.

Kann man jun­gen Erwach­se­nen das Bierchen beim gemein­samen Fußballschauen wirk­lich ver­bi­eten? Bürg­er­meis­ter Uwe Pfeif­fer ver­wies auf das Jugend­schutzge­setz, das 16-Jähri­gen den Genuss von Bier und Wein ges­tat­te, Jün­geren sog­ar im Bei­sein von Erwach­se­nen. “Wir soll­ten nicht gegen Wind­mühlen ankämpfen”, sagte er. Wann aber wer­den Gren­zen über­schrit­ten, wer soll das Alter der Klubbe­such­er kon­trol­lieren und Ver­bote aussprechen? Lukschan­derl: “Wenn die Jugendlichen besof­fen nach Hause kom­men, wen­den sich die Eltern zuerst an uns. Wir sind ver­ant­wortlich für die kom­mu­nalen Räume.” Auch Hey­di Fis­ch­er (SPD) will mit dem klaren Ver­bot einem Alko­holmiss­brauch vor­beu­gen. Hans Neu­berg­er (SPD) sieht darin eine Gefahr für “labile Jugendliche”, denen die Klubs eben­so offen ste­hen müssten. Mar­i­anne Schwarz (PDS) plädierte dage­gen für einen ein­jähri­gen Pro­belauf, in dem die jun­gen Leute diese Fra­gen eigen­ver­ant­wortlich klären kön­nten.

Die Mehrheit sprach sich für ein generelles Alko­holver­bot aus, auch das Mit­brin­gen alko­holis­ch­er Getränke ist nicht ges­tat­tet. Das Rauchen soll nur noch draußen auf Raucherin­seln möglich sein. Dro­gen im Sinne des Betäubungsmit­telge­set­zes sind eben­so tabu wie die Hal­tung von Haustieren.

Um Anwohn­ern Ruhe zu gön­nen, sind die Klubs kün­ftig nur noch mon­tags bis sam­stags geöffnet. Ein sieben­tägiger Betrieb ist damit unter­sagt. Die neue Hau­sor­d­nung für die Jugend­klubs wurde nötig, da die vier Ein­rich­tun­gen derzeit noch zu unter­schiedlichen Zeit­en geöffnet sind und ver­schiedene Vor­gaben wie zum Umgang mit Alko­hol und Nikotin enthal­ten.

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