10. Dezember 2004 · Quelle: Anna Blume

Kein Opfer bleiben

(Anna Blume) Mit der Ver­anstal­tung „Bleib kein Opfer“ richtete sich die Opfer­per­spek­tive am 9.
Dezem­ber in Zusam­me­nar­beit mit der AG „gegen rechts“ des F. F. Runge Gym­na­si­ums an
die Jugendlichen in Oranien­burg. Neben der aktuellen poli­tis­chen Sit­u­a­tion vor Ort
wurde unter anderem disku­tiert, was Schüler tun kön­nen, die was gegen Nazis haben
und welche Hand­lungsmöglichkeit­en nach einem recht­en Angriff dem Opfer und seinem
Umfeld zur Ver­fü­gung ste­hen.

„Es geht darum, bei einem Angriff oder bei Ein­schüchterung durch Nazis nicht allein
und hil­f­los mit sein­er Sit­u­a­tion zu bleiben, anderen beizuste­hen, kein Opfer zu
bleiben“, so Marie Der­ièn von der Arbeits­ge­mein­schaft über die Zielset­zung der
Ver­anstal­tung, an der cir­ca 25 Jugendliche teil­nah­men.
Nach Doku­men­ta­tion des Vere­ins Opfer­per­spek­tive wer­den jährlich mehr als 50
Jugendliche im Land Bran­den­burg Opfer rechter Gewalt. Die Ver­let­zun­gen reichen
hier­bei von blauen Fleck­en und Knochen­brüchen über schw­erere, bleibende Ver­let­zun­gen
bis hin zu gle­ich mehrere Fälle, in denen es an glück­lichen Zufällen liegt, dass die
Opfer nicht zu Tode gekom­men sind. Mit dieser Zahl liegt er regelmäßig etwas über
der offiziellen Polizeis­ta­tis­tik. Aber auch sie kann nur die Anzeige oder
Öffentlichkeit­sar­beit bekan­nt gewor­dene Angriffe doku­men­tieren. Die Dunkelz­if­fer
liegt nach Ein­schätzung der Opfer­per­spek­tive e.V. erhe­blich darüber.

Die Gründe dafür sind vielschichtig, oft bew­erten die örtliche Polizei,
Medi­en­vertreter und das direk­tes Umfeld selb­st gefährliche Angriffe von Neon­azis auf
andere Jugendliche als unpoli­tis­che, ange­blich jugend­typ­is­che Auseinan­der­set­zun­gen
zwis­chen rival­isieren­den Cliquen.

Schon seit Jahren ist es in der Recht­sex­trem­is­mus­forschung anerkan­nt, dass das
Vor­drin­gen der Recht­en in die Jugend­szenen vor Ort regelmäßig über Gewal­tan­wen­dung
und Ein­schüchterung gegen nicht-rechte Jugend­kul­turen erfol­gt. „Über­griffe von
Neon­azis gegen andere Jugendliche poli­tisch ernst zu nehmen, hat also einige
Bedeu­tung in der Auseinan­der­set­zung mit dem Recht­sex­trem­is­mus in Bran­den­burg“, so
Clau­dia Luzar vom Vere­in Opfer­per­spek­tive. Deshalb ging es auch um Strate­gien gegen
Angst­zo­nen und rechte Dom­i­nanz unter Jugendlichen.

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