25. April 2021 · Quelle: Alternatives Schulbündnis Brandenburg

Kein Platz für Brandenburger Querdenkende!

Brandenburg an der Havel - Erneut versammelt die sich die Querdenkerinitiative „Brandenburg steht auf“ am Montag 26.04. um 19:00 Uhr auf dem Neustädtischen Markt. Das Alternative Schulbündnis Brandenburg ruft zu einer Gegenkundgebung zur gleichen Zeit auf dem Katharinenkirchplatz auf.

Infek­tion­ss­chutz
Wir bit­ten euch während der gesamten Kundge­bung einen Mund-Nasen-Schutz zu tra­gen und nach Möglichkeit­en die Min­destab­stände zu wahren. Soll­tet ihr nach der Kundge­bung einen pos­i­tiv­en Test haben, schreibt uns das gerne ver­schlüs­selt per Mail und wir kom­mu­nizieren dann, dass die Men­schen, die bei der Kundge­bung waren, in den kom­menden Tagen entsprechend noch aufmerk­samer sein soll­ten etc.

Hin­ter­grund
Seit gut einem Jahr ver­anstal­ten Quer­denk­ende aus Bran­den­burg an der Hav­el und Umge­bung regelmäßig Kundge­bun­gen auf dem Neustädtis­chen Markt, um von Anti­semitismus geprägte Ver­schwörungs­the­o­rien bzw. schlichte Unwahrheit­en zu ver­bre­it­en und das Ende aller Maß­nah­men zur Eindäm­mung des Coro­n­avirus zu fordern. Neben Über­grif­f­en auf Journalist*innen sind auch Dro­hun­gen gegen Politiker*innen, Wissenschaftler*innen und die Polizei, sowie gegen Antifaschist*innen an der Tage­sor­d­nung, eben­so sex­is­tis­che und ras­sis­tis­che Sprüche. Als schein­bar het­ero­gene Gruppe treten stadt­bekan­nte Neon­azis, „Patriot*innen“, Esoteriker*innen, Evan­ge­likale, Wut ‑und Besorgtbürger*innen nebeneinan­der auf, nicht
ver­wun­der­lich, dass auch AfD-Mit­glieder mit­mis­chen. Getrieben wird die Ver­anstal­tung stets von ein­er Feindlichkeit gegenüber allem, was Fak­ten schafft, also Intellek­tuellen, Presse und Wis­senschaft. Zudem ver­anstal­tet die Ini­tia­tive regelmäßig Autoko­r­sos, lässt Stick­er, Fly­er und Plakate druck­en, plant Aktio­nen an Schulen, Impfzen­tren und in Einkauf­s­möglichkeit­en um dort ihre men­schen­ver­ach­t­en­den Ide­olo­gien zu ver­bre­it­en. Die Quer­denk­enden fordern eine Rück­kehr zu einem „Nor­malzu­s­tand“, in welchem die Aus­beu­tung von Men­sch und Natur an der Tage­sor­d­nung ist, sie ist zutief­st reak­tionär. Aus ihr scheint ein krass­er Sozial­dar­win­is­mus her­vor, nach welchem es eben natür­lich sei, dass unzäh­lige Men­schen, also die Schwäch­sten der Gesellschaft, ster­ben. Ein edleres Antlitz wird dem geforderten Leid dadurch ver­liehen, dass es für ver­meintlich höhere Zwecke sei: Für die Kinder, die Wirtschaft oder ein­fach als „Strafe für den Mate­ri­al­is­mus“. Covid-19, wenn denn über­haupt daran geglaubt wird, wird kon­se­quent in einen Kon­text mit ver­meintlichen höheren, geheimen Mächt­en und ihren Plä­nen geset­zt. Mit Merkel, Soros, Gates oder ganz all­ge­mein den Juden scheint man die Schuldigen aus­find­ig gemacht zu haben, der „Große Aus­tausch“, „Deep State“ und die „New World Order“ seien ihre fin­steren Vorhaben. Die beschlosse­nen Maß­nah­men zur Eindäm­mung der Pan­demie wer­den als Symp­tom für die Abschaf­fung der Grun­drechte und für die Ein­rich­tung ein­er Dik­tatur gese­hen. Dieser tiefe, nahezu völkische Anti­semitismus schließt naht­los an die Ideen des Anthro­posophen und „Begrün­ders“ ein­er großen Eso­terik-Szene, Rudolf Stein­er, an. Die Idee eines „kaput­ten Volk­skör­pers“ der ein­er „moralisch ein­wand­freien Führung“ bedürfe scheinen auf den Kundge­bun­gen omnipräsent – kein Wun­der, dass sich die Teil­nehmenden mit dem Vor­wurf des Recht­sex­trem­is­mus kon­fron­tiert sehen.

Die Mech­a­nis­men, die dem Kap­i­tal­is­mus inhärent sind, Aus­beu­tung von Arbeitnehmer*innen und Natur, Konkur­ren­zkampf, die staatliche Rolle als Vertei­di­ger der Wirtschaft, wer­den kon­se­quent ignori­ert. Unsere Auf­gabe ist es, eine Stimme gegen diese men­schen­ver­ach­t­en­den Ide­olo­gien zu erheben und geschlossen als Antifaschist*innen gegen diesen neuar­ti­gen Auswuchs des Recht­sex­trem­is­mus vorzuge­hen! Wir zeigen uns sol­i­darisch mit den inzwis­chen über 80.000 Toten, den unzäh­li­gen schw­er Erkrank­ten und allen anderen, die mit den Fol­gen ihrer Aus­beu­tung in dieser Krise beson­ders zu kämpfen haben!

Deshalb – auf die Straße! Am Mon­tag 26.04., 19:00Uhr,
Kathari­nenkirch­platz, Bran­den­burg an der Havel

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