2. Dezember 2004 · Quelle: MOZ

Keine Proteste am Zahltag gegen das Gutscheinsystem für Asylbewerber

Seelow — Der let­zte “Auflade­tag” für die Asyl­be­wer­ber in diesem Jahr ist ohne Proteste über die Bühne gegan­gen. In den let­zten Monat­en hat­te es vor dem Lan­drat­samt in Seelow immer am ersten Mittwoch des Monats Aktio­nen von Berufs­demon­stran­ten gegeben, die eine Barauszahlung statt des derzeit geregel­ten Chip­karten­sys­tems für alle Asyl­be­wer­ber im Kreis forderten. Die Aktio­nen waren allerd­ings von den Asyl­be­wer­bern selb­st, die zum größten Teil im Heim in Kuners­dorf leben, so gut wie gar nicht begleit­et worden. 

Die Demon­stran­ten hat­ten jedoch angekündigt, dass sie ihre Aktio­nen so lange fort­set­zen wer­den, bis das Chip­karten­sys­tem — die Asyl­be­wer­ber kön­nen damit nur in bes­timmten Läden einkaufen — abgeschafft ist. Wegen möglich­er Auss­chre­itun­gen hat der Lan­drat bish­er am Auflade-Tag das Haus­recht an die Polizei über­tra­gen, so auch gestern. Alle Besuch­er des Lan­drat­samtes mussten sich bei den Polizeibeamten ausweisen. Es habe jedoch kein­er­lei Zwis­chen­fälle gegeben, so Polizei­press­esprech­er Thomas Wilde. Ob man beim näch­sten Zahlt­ag wieder präsent sein wird, werde man kurz vorher entschei­den. Die Aktion bindet jedes Mal erhe­bliche Polizeikräfte. “Wir wer­den auf jeden Fall auch kün­ftig auf alle Even­tu­al­itäten vor­bere­it­et sein”, so Wilde.

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