10. Juni 2009 · Quelle: Jugendbildungs – und Freizeitinitative Bernau (biF e.V.)

Leserbrief des biF e.V. an den Spiegel

In Bezug­nahme auf den SPIEGEL Artikel “Recht­sex­treme – Patri­o­tis­che Pflicht” (23/2009) wollen wir, die Jugend­bil­dungs – und Freizei­tini­ta­tive Bernau (biF e.V.),  fol­gen­des anmerken:

Sie schreiben, dass die Polizei Bernau „2007 und 2008 kein recht­es Gewalt­de­likt“ reg­istri­erte. Dazu wollen wir darauf ver­weisen, dass der Bran­den­burg­er Opfer­ber­atungsstelle „Opfer­per­spek­tive e.V.“ ein Fall im Jahr 2007 bekan­nt ist, in dem ein Jugendlich­er mit Migra­tionsh­in­ter­grund ras­sis­tisch belei­digt und physisch schw­er ver­let­zt wurde. Außer­dem wurde 2008 eine Per­son in der S-Bahn auf dem Weg nach Bernau auf Grund seines ver­meintlichen Migra­tionsh­in­ter­grun­des ver­bal bedro­ht. Nur auf Grund des „Nach­weis­es sein­er deutschen Herkun­ft“ wurde dieser nicht kör­per­lich ange­grif­f­en.  Inner­halb unser­er Jugen­dar­beit sind uns einige Fälle bekan­nt in denen es zu „recht­sex­tremen Gewalt­de­lik­ten“ kommt, welche jedoch nicht zur Anzeige gebracht wur­den bzw. von Seit­en der Polizei nicht als „recht­sex­trem motiviert“ anerkan­nt wur­den. In ihrer Sta­tis­tik tauchen eben­falls die Sit­u­a­tio­nen nicht auf, in denen sich die Betrof­fe­nen der physis­chen und psy­chis­chen Gewalt durch selb­st­be­wusstes Auftreten entziehen kon­nten.

Des Weit­eren muss darauf hingewiesen wer­den, dass zwar Richter Müllers Engage­ment lobenswert ist, jedoch nicht als einziger Grund für den „Erfolg“ im „Kampf gegen Rechts“ gese­hen wer­den kann. Vielmehr beruht dieser auf dem offen­siv­en zivilge­sellschaftlichen Engage­ment und Auftreten (z.B. des Net­zw­erkes für Tol­er­anz und Weltof­fen­heit Bernau, biF e.V.). Dabei ste­hen öffentliche Insti­tu­tio­nen diesem Engage­ment nicht sel­ten im Weg (z.B. dem LAP-Auss­chuss Barn­im, Polizei). Sie sug­gerieren außer­dem, dass die Inhaftierung von „Recht­sex­tremen“ eine Lösung des Prob­lems sei.

Außer­dem kri­tisieren wir ihre unter­schwellige Unter­schei­dung zwis­chen „mil­i­tan­tem Recht­sex­trem­is­mus“ und der gesellschaftlich tolerierten „rechter Gesin­nung“ z.B. durch die, im Gegen­teil zu ihrer Behaup­tung, angestiegene Präsenz der NPD/DVU in den Lan­des- und Kom­mu­nal­par­la­menten und der Öffentlichkeit. Diese Rel­a­tivierung von „recht­sex­tremen“ Posi­tio­nen kommt unser­er Mei­n­ung ein­er Ver­harm­lo­sung der gesamt­ge­sellschaftliche Gefahr gle­ich.

Der biF e.V ist Recht­sträger des Jugendtr­e­ff Dos­to.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Barn­im – Wenn wir an das Jahr 2018 zurück­denken schweifen die Gedanken schnell in die Ferne – Chem­nitz und Köthen sind noch immer präsent, in Bran­den­burg denkt man eher an das ewige Prob­lemkind Cot­tbus als den Barn­im. Eine Auswer­tung lohnt trotz­dem.
Eber­swalde – In der zweit­en Aus­gabe nimmt sich die Kolumne aus dem Dschun­gel das Dog­ma der Nach­haltigkeit, mit welchem sich Stadt, Stud­is und Hochschule in Eber­swalde Schmück­en, zur Brust.
Aus­län­der­be­hörde set­zt Geflüchtete stark unter Druck um „frei­willige“ Aus­reise zu erzwin­gen

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot