3. September 2017 · Quelle: Stadt für Alle!

Miete? Stopp! JETZT!

Was haben Jauch, Kirsch, Plat­tner und Groth gemein­sam?
Sie leis­ten sich eine Stadt.
Was haben Müller, Jer­had, Nguyen und Jankows­ki gemein­sam?
Sie kön­nen sich diese Stadt nicht mehr leis­ten.
Die Einen bauen für Mil­lio­nen neue Häuser oder kaufen alte und sanieren sie teuer. »Ihr neues Anla­geob­jekt« ste­ht dann meist an den großen Bauschildern – nicht »Ihre neue Woh­nung«, denn die kön­nen sich die Anderen nicht leis­ten.
Par­al­lel spenden Jauch, Plat­tner und Co. Mil­lio­nen, um sich eine Kopie ihres barock­en, feu­dalen Pots­dams zu bauen. Für Müller und Co. bleibt der Blick auf TouristIn­nen und Kulis­se­nar­chitek­tur, welche die Stadt noch ein biss­chen teur­er machen. Die Einen freuen sich, dass Preise bei Neu­ver­mi­etun­gen und neu gebaut­en Woh­nun­gen »unter 10 €/qm« nicht mehr möglich sind, die Anderen stellen fest, dass bei 50 % Mietan­teil an ihrem Gesamteinkom­men endgültig eine Schmerz­gren­ze erre­icht ist.
Die städtis­che Poli­tik der soge­nan­nten Rathauskoali­tion lädt daraufhin zu Diskus­sion­srun­den unter den Titeln: »Woh­nungspoli­tis­ches Konzept« oder »Bürg­er­beteili­gung«. Am Ende stellen sie fest, dass die Ergeb­nisse eigentlich nur Empfehlun­gen seien, an die sich noch nicht ein­mal städtis­che Gesellschaften wie die Pro Pots­dam hal­ten müssen – Kirsch und Groth sowieso nicht. Die besprechen lieber bei soge­nan­nten »Inve­storen­tr­e­f­fen« mit dem Ober­bürg­er­meis­ter und Bauamt direkt, wie weit­ere Investi­tio­nen nach Pots­dam geholt wer­den kön­nen, ohne andere mit einzubeziehen.
Am Ende ste­ht eine der »teuer­sten Städte der neuen Bun­deslän­der« – Ten­denz steigend. Die Einen freuen sich über ihre Ren­dite, die Anderen ziehen weg. Poli­tis­che Reak­tio­nen: »Da ist nichts zu machen«, »Der Markt bes­timmt nun mal den Preis«, und: »Städtis­che Poli­tik hat da sowieso nur begren­zten Ein­fluss«.
Wehren wir uns! Dies ist unsere Stadt! Wir sind Müller, Jer­had, Nguyen und Jankows­ki und wir lassen uns nicht länger ver­drän­gen, ent­mi­eten und luxu­s­sanieren!
Schon lange brodelt es in vie­len Teilen der Stadt: Die MieterIn­nen der Tuch­mach­er­straße haben sich ihr eigenes Haus von der Pro Pots­dam erkämpft – trotz Höch­st­ge­botsver­fahren ent­ge­gen den »Empfehlun­gen« des »Woh­nungspoli­tis­chen Konzeptes«, MieterIn­nen am Brauhaus­berg fordern endlich echte Bürg­er­beteili­gung und nehmen die Zukun­ft ihrer Häuser in die eigene Hand. Hei­desied­lung, Stau­den­hof, Behlertkar­ree, Musik­ervier­tel – an immer mehr Orten wer­den MieterIn­nen aktiv. Die Kreativ­en im Rechen­zen­trum wer­den keinem Nach­bau ein­er Mil­itärkirche weichen und der Kampf um den Erhalt der Fach­hochschule ist noch lange nicht vor­bei!
Gehen wir jet­zt auf die Straße! Zeigen wir Jauch, Kirsch, Groth und Co, dass wir die Stadt sind und wir ihre Zukun­ft gestal­ten.
Lassen wir uns von der unsäglichen Rathauskoali­tion nicht länger mit Diskus­sion­srun­den abspeisen, son­dern fordern ganz konkret:
  • Städtis­che Flächen und Gebäude erhal­ten,
  • weg mit dem Höch­st­ge­botver­fahren,
  • gemein­schaftlich­es und nichtkom­merzielles Wohnen fördern,
  • Rechen­zen­trum, Stau­den­hof und Fach­hochschule ste­hen lassen.

Die Häuser denen, die drin wohnen!

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