23. Februar 2005 · Quelle: www.nabu.de

NABU kritisiert Anbau von Genmais in Europäischem Vogelschutzgebiet

Der Naturschutzbund NABU hat den angekündigten
Anbau der gen­tech­nisch verän­derten Mais­sorte Mon810 des
Saatgut-Konz­erns Mon­san­to auf 10 ha in der Märkischen Schweiz scharf
kri­tisiert. “Die gezielte Aus­saat von Mon810 in einem Europäis­chen
Vogelschutzge­bi­et ist so über­flüs­sig wie ein Kropf und eine bewusste
Pro­voka­tion”, sagte NABU-Präsi­dent Olaf Tschimp­ke. Es sei zu
ver­muten, dass Mon­san­to in ein­er nicht als Maisan­bauge­bi­et geeigneten
Region einen geziel­ten Tabubruch vornehme, um die ange­bliche
Harm­losigkeit der gen­ma­nip­ulierten Mais­sorte ger­ade in einem
Europäis­chen Vogelschutzge­bi­et zu demon­stri­eren. Die 17 Sorten von
Mon810 wur­den für Spanien und Frankre­ich konzip­iert und benöti­gen
neben umfan­gre­ich­er Dün­gung noch zusät­zliche Her­bizide. “Dieser Mais
hat in einem Natu­ra 2000-Gebi­et nichts zu suchen”, sagte Tschimp­ke.

Nach Ansicht des NABU werde durch solche Aktio­nen das
Vor­sorgeprinzip als Leitlin­ie des Gen­tech­nikge­set­zes mis­sachtet, da
bish­er kein­er­lei konkrete rechtliche Bes­tim­mungen vor Ort zum Schutz
ökol­o­gisch sen­si­bler Gebi­ete vor gen­tech­nisch verän­derten Pflanzen
existierten. Diese müssen erst noch durch den Bun­desrat und auf
Lan­desebene umge­set­zt wer­den. “Dieser Vor­fall zeigt deut­lich, dass es
keine Aus­saat­en vor ein­er ein­deuti­gen rechtlichen Klärung geben
darf”, so der NABU-Präsi­dent. Die Oppo­si­tion und die bis­lang
wider­spen­sti­gen Bun­deslän­der seien daher aufge­fordert, den mor­gen in
den Bun­destag einge­bracht­en Geset­ze­sen­twurf zur Umset­zung des
Gen­tech­nikge­set­zes genau­so wie alle weit­eren Verord­nun­gen im
Bun­desrat nicht weit­er zu block­ieren, son­dern zügig umzuset­zen.

Für Rück­fra­gen:

Dr. Stef­fi Ober, NABU-Gen­tech­nikex­per­tin,

Tel. 030–284984-25,

mobil 0177–3027718

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