21. Juli 2002 · Quelle: Inforiot

Naziangriff auf Forst Attackz Festival

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FORST Beim antifaschis­tis­che Punk- und Hard­core-Fes­ti­val “Forst Attackz” im Bun­ten Haus Forst kam es in der Nacht von Sonnabend zu Son­ntag zu einem schw­eren Angriff von Nazis. Gegen 4.30 Uhr mor­gens kamen mit rund 30 Nazis beset­zte Autos auf den Hof gefahren — offen­sichtlich mit der Absicht, das Alter­na­tivpro­jekt zu stür­men. Parolen wur­den skandiert (“Hier marschiert der nationale Wider­stand”) und Flaschen auf die sich ver­bar­rikadieren­den Konz­ertbe­sucherIn­nen gewor­fen. Ver­let­zt wurde glück­licher­weise nie­mand. Im Bun­ten Haus befan­den sich zu diesem Zeit­punkt noch etwa 50 Gäste (ins­ge­samt waren an bei­den Fes­ti­val­t­a­gen 500 Leute vor Ort) bei der After-Show-Par­ty. Die Polizei hat­te es zuvor ver­säumt, die Ver­anstal­terIn­nen zu war­nen, obwohl sie von dem anste­hen­den Angriff wußte, wie aus zuver­läs­siger Quelle zu erfahren war. Die Sit­u­a­tion dro­hte zu eskalieren, entspan­nte sich nach einiger Zeit aber. Als die Polizei schließlich ein­griff, kon­fron­tierte sie die Gäste vom Bun­ten Haus mit Sprüchen à la “Ihr seid ja sel­ber Schuld” und nahm drei Per­so­n­en fest. Inzwis­chen sind die drei wieder auf freiem Fuß, die Polizei wirft ihnen jedoch vor, schw­eren Land­friedens­burch began­gen zu haben. Fes­t­nah­men auf Seit­en der angreifend­en Nazis — die Mehrzahl stammte aus Cot­tbus sowie Forst — sind nicht bekan­nt geworden. 

 

Schon in den Vorta­gen kam es immer wieder zu Nazi­ak­tio­nen — ungewöhn­lich für das in dieser Hin­sicht son­st eher ruhige Forst. So wur­den beispiel­sweise jün­gere Punks in der Innen­stadt von Nazis angepö­belt. Höhep­unkt war ein Über­griff in der Nacht von Mittwoch auf Don­ner­stag: Mit ein­er Schreckschußpis­tole schossen Nazis aus einem Auto auf zwei Per­so­n­en aus dem Umfeld des Bun­ten Haus. 

 

Hier eine Pressemit­teilung vom Bun­ten Haus und der Anlauf­stelle für Opfer rechter Gewalt. 

Die Lausitzer Rund­schau resümiert den Vor­fall unter dem Titel Polizei ver­hin­derte Jugend-Krawalle.

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