15. September 2008 · Quelle: Autonome Antifa Königs Wusterhausen

Nazis wollen für Nationales Jugendzentrum demonstrieren

Für den 4. Okto­ber 2008 rufen NPD und die „Freien Kräfte KW” unter dem Mot­to „Jugend braucht Per­spek­tive — hier und jet­zt!” zu ein­er Demon­stra­tion in Königs
Wuster­hausen auf.

Hin­ter der Parole ste­ht wieder ein­mal der Wun­sch der Neon­azis nach einem
„Nationalen Jugendzen­trum”, ein „Jugendzen­trum” natür­lich nur für „Nationale”,
sprich „Deutsche”. Ein „nationales Jugendzen­trum“ forciert dabei den Auss­chluss von
Men­schen, die nicht in das Welt­bild der Neon­azis passen. Im Klar­text geht es den
Nazis um einen Raum zur ungestörten Agi­ta­tion und Schu­lung von recht­sradikalem
Nach­wuchs.

Bere­its im Okto­ber let­zten Jahres marschierten 300 Neon­azis mit der Forderung nach
einem „Nationalen Jugendzen­trum” durch die 30.000 Ein­wohner­In­nen Stadt. Ermöglicht
wurde ihnen dies von einem Großaufge­bot der Polizei, die mit 800 BeamtIn­nen „im
Ein­satz” war, um den Neon­azis in let­zter Kon­se­quenz die Straße frei zu prügeln. So
wur­den mehrere Sitzblock­aden aufgelöst, sowie 79 Gegen­demon­stratIn­nen am Rande
antifaschis­tis­ch­er Gege­nak­tiv­itäten in Polizeige­wahrsam genom­men. Trotz­dem kam es zu
ein­er Rei­he erfol­gre­ich­er Aktio­nen gegen Teil­nehmerIn­nen des neon­azis­tis­chen
Auf­marschs, die auch die Polizei trotz all ihrer Bemühun­gen nicht ver­hin­dern kon­nte.

Dass die Neon­azis grade in Königs Wuster­hausen mit ein­er solchen Forderung auf die
Straße gehen, kommt nicht von unge­fähr. Die Geschichte recht­sradikaler
Organ­i­sa­tio­nen und Gewalt­tat­en im Raum KW läßt sich bis in die 1990er Jahre
zurück­ver­fol­gen und auch im Jahre 2008 ist der Neon­azisumpf in Königs Wuster­hausen
keines­falls aus­getrock­net.

So wurde auch in der ersten Jahreshälfte 2008 mehrfach ver­sucht AntifaschistIn­nen
und deren Ver­anstal­tun­gen zu stören und anzu­greifen. So zum Beispiel am 15. Mai, als
die aus dem Umfeld der „Freien Kräfte KW” stam­mende Deb­o­ra Lück ver­suchte einen
Antifaschis­ten durch das geöffnete Fen­ster seines Autos mit Reiz­gas zu besprühen
oder am 10. April im nahegele­ge­nen Zerns­dorf, als eine Gruppe ver­mummter Neon­azis
mit Gaspis­tole und Sig­nal­mu­ni­tion ver­suchte einen Antifaschis­ten auf seinem
Grund­stück zu attack­ieren.

Darüber hin­aus pflegt die Szene inten­sive Kon­tak­te zu Berlin­er und Bran­den­burg­er
Neon­azis. Es kommt regelmäßig zu gemein­samen Aktio­nen mit AktivistIn­nen und
Zusam­men­hän­gen aus Berlin, Tel­tow-Fläming, Lübben und Cot­tbus, die, wie im Mai 2008
bei ein­er kurzfristig mobil­isierten Spon­tande­mo von knapp 100 Neon­azis aus besagten
Regio­nen durch KW deut­lich wurde, eng miteinan­der ver­net­zt sind.

Neben dem NPD Ortsver­band, den per­son­ell eng mit ihm ver­bun­de­nen soge­nan­nten
„Freien Kräften KW”, und einem nicht zu ver­nach­läs­si­gen­dem Poten­tial an
unor­gan­isierten Neon­azis, ist KW auch die Stadt der neon­azis­tis­chen Mode­marke „Thor
Steinar”, deren Ver­trieb im Ort­steil Zeesen ange­siedelt ist. Darüber hin­aus befind­et
sich in Bahn­hof­s­nähe der auf die Urhe­berIn­nen der recht­en Mode­marke zurück­ge­hende
Naziladen „Explo­siv”, in dem die Pro­duk­t­palette von „Thor Steinar” zu erwer­ben
ist.

Grund genug, es nochmal zu ver­suchen: „Kein Nazi­auf­marsch in Königs Wuster­hausen!”

Werdet aktiv, bildet Aktion­s­grup­pen und legt los, um diesen Auf­marsch zum Desaster
zu machen!

Achtet auf weit­ere Ankündi­gun­gen unter www.aakw.de.vu

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