15. April 2016 · Quelle:

Neonazikundgebung in Nauen entgegentreten!

Gegen jeden Geschichtsrevisionismus.

Neon­azis in Nauen stop­pen! —

Pots­dam Zugtr­e­ff­punkt: Alter Wasser­turm am Haupt­bahn­hof um 17 Uhr

gnwpeinhorn02

Am Mittwoch pla­nen die “Freien Kräfte Neu­rup­pin – Osthavel­land” eine Kundge­bung in Nauen, anlässlich der Bom­bardierung der Stadt am 20.4.1945 durch die Alli­ierten, durchzuführen. Alljährlich ver­suchen deutsch­landweit Neon­azis und andere Geschichtsrevisionist_innen den Sieg über Hitlerdeutsch­land zu dämon­isieren und die Befreiung vom Nation­al­sozial­is­mus geschichtlich umzudeuten. In diesem Zusam­men­hang wer­den die alli­ierten Luftan­griffe vom his­torischen Kon­text los­gelöst als Kriegsver­brechen dargestellt und sich im sel­ben Atemzug der Ver­ant­wor­tung für die Gräuel des Nation­al­sozial­is­mus entledigt. Mit dem per­fi­den Begriff des „Bomben­holo­caust“ erfol­gt eine Rel­a­tivierung des sys­tem­a­tis­chen Massen­mordes an den europäis­chen Jüdin­nen und Juden, der Shoah. Der 20. April hat darüber hin­aus noch eine beson­dere Brisanz: Neon­azis nutzen diesen Tag, um den Geburt­stag Adolf Hitlers zu feiern. Da dieser Anlass nie von Ver­samm­lungs­be­hör­den genehmigt wer­den wür­den, bieten die alli­ierten Luftan­griffe auf Nauen an diesem Tag den gewün­scht­en Aufhänger für die Ver­samm­lung.

Die Stadt Nauen hat es in den let­zten Wochen zu ein­er unge­woll­ten über­re­gionalen Bekan­ntheit gebracht. In der Nacht zum 25.08.2015 wurde ein Bran­dan­schlag auf eine Turn­halle verübt, in der Geflüchtete unterge­bracht wer­den soll­ten. Die Halle bran­nte kom­plett aus. Dies war der Höhep­unkt des neon­azis­tis­chen Ter­rors, der 2015 in der Stadt wütete. Anfang des Jahres wurde eine fün­fköp­fige neon­azis­tis­chen Ter­rorzelle hochgenom­men, von der einige Mitglieder_innen seit dem in Unter­suchung­shaft sitzen. Die Gruppe um NPD-Kad­er Maik Schnei­der verübte u.a. Anschläge auf soziale Ein­rich­tun­gen, Parteibüros, Migrant_innen und verteilte Flug­blät­ter mit Bomben­bauan­leitun­gen. Gegen sie wird derzeit wegen Bil­dung ein­er krim­inellen Vere­ini­gung ermit­telt.
Die seit 2010 stat­tfind­ende Mah­nwache zog let­ztes Jahr 25 Neon­azis aus ganz West­bran­den­burg an. Neben Dave Trick, Beat­rice Koch und weit­eren Kadern der Kam­er­ad­schaft “Freie Kräfte Neu­rup­pin – Osthavel­land”, die auch dieses Jahr die Ver­samm­lung angemeldet haben, sind jährlich eben­so Neon­azis aus Pots­dam und Umge­bung vor Ort anwe­send. Auf die Unter­stützung von Maik Schnei­der und damit des lokalen NPD-Stützpunk­tes, muss jedoch dieses Jahr auf Grund sein­er Unter­suchung­shaft verzichtet wer­den.
Nauen ste­ht exem­plar­isch für eine Stadt in der Einwohner_innen gegenüber Zuge­zo­ge­nen Äng­ste schüren und im Schat­ten dieser Recht­ster­ror­is­ten ungestört agieren kon­nten. Wir möcht­en die lokalen Struk­turen im Kampf gegen Ras­sis­mus und Neon­azis unter­stützen und rufen hier­mit alle Antifaschist_innen auf, mit uns am Mittwoch nach Nauen zu fahren und den Neon­azis entschlossen ent­ge­gen­zutreten! In Nauen find­et den ganzen Tag über ein Tol­er­anzfest auf dem zen­tralen Mark­t­platz statt. Lokale Antifas rufen dazu auf, sich um 18 Uhr am Rande dessen zu sam­meln und in Glitzer-Ein­horn Optik gemein­sam zum Kundge­bung­sort der Neon­azis in der Hmaburg­er Str. zu ziehen.
Pots­damer Tre­ff­punkt: 20.04. — 17 Uhr Pots­dam HBF, Alter Wasser­turm
Es gibt kein ruhiges Hin­ter­land!

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