15. September 2011 · Quelle: Brandenburg (Havel) nazifrei!

Neonazis in Brandenburg/Havel geoutet

Flugblatt über NPD und "Freie Kräfte" in der Havelstadt verteilt

Im Zuge des zunehmenden Aktion­is­mus des neon­azis­tis­chen Milieus und fort­laufend­er Organ­isierungsver­suche in Bran­den­burg an der Hav­el haben sich Men­schen aus der Stadt gefun­den um entschlossen dage­gen vorzuge­hen.
In einem ersten Schritt sollen die Neon­azis dabei aus ihrer sicheren Anonymität geris­sen und gle­ichzeit­ig bei allen inter­essierten Brandenburger_innen ein Prob­lem­be­wusst­sein geschaf­fen wer­den.

Seit Wochen wird Bran­den­burg an der Hav­el näm­lich mit aggres­siv­er Neon­azipro­pa­gan­da über­schwemmt, müssen täglich dutzende Aufk­le­ber oder Plakate ent­fer­nt wer­den. Dön­er­stände, Schulen und andere Gebäude wer­den durch neon­azis­tis­che Far­ban­schläge ange­grif­f­en. Lokale Neon­azi­grup­pierun­gen ver­net­zen sich mit der über­re­gion­al aktiv­en Szene und nehmen regelmäßig an Aufmärschen teil.

Fed­er­führend agiert in Bran­den­burg an der Hav­el die NPD bzw. deren für die Stadt zuständi­ge Kreisver­band Hav­el Nuthe. Dessen Führungskad­er aus den Land­kreisen Havel­land und Pots­dam-Mit­tel­mark sind zwar die eigentlichen Drahtzieher, doch hat sich inzwis­chen auch in Bran­den­burg sel­ber ein eigen­ständig agieren­der Kreis gefun­den. Dieser beze­ich­net sich als „NPD Ort­gruppe Brandenburg/Havel“ und wird augen­schein­lich von einem Neon­azi aus Premnitz/Potsdam geführt.

Tat­säch­lich­er Orts­grup­pen­leit­er bzw. „Schat­ten­leit­er“ ist aber der Geo­graph Moritz van der Meulen. Er studiert zurzeit an der Uni­ver­sität Pots­dam den Mas­ter­stu­di­en­gang „Geoin­for­ma­tion und Visu­al­isierung“.

Van der Meulen stammt ursprünglich aus Wup­per­tal und hat an der Ruhruni­ver­sität in Bochum seinen Bach­e­lorab­schluss gemacht. Seit 2009 wohnt er in Bran­den­burg an der Hav­el und seit 2010 ist er in der NPD. Hier betreut er die regelmäßig stat­tfind­en­den Stammtis­che, ist maßge­blich an der Ausar­beitung der Strate­gie des Kreisver­ban­des bzw. sein­er Sub­struk­turen beteiligt und führt regelmäßig mit weit­eren NPD Mit­gliedern und Sympathisant_innen Pro­pa­gan­daak­tio­nen durch.

Weit­er­hin hat sich in Bran­den­burg an der Hav­el eine Ort­struk­tur der neon­azis­tis­chen Ver­net­zung „Freie Kräfte Ost“ (FKO) gebildet. Diese Vere­ini­gung ist im gesamten West­teil des Lan­des Bran­den­burg, so auch in Oranien­burg, Wittstock/Dosse und Neu­rup­pin, aktiv. In Bran­den­burg an der Hav­el ist die Grup­pierung vor allem für Far­ban­schläge auf Döner­im­bisse oder die Ver­bre­itung von Pro­pa­gan­damit­teln des „Freien Net­zes“, des „Info­por­tales Pots­dam“ oder ähn­lich­er Organ­i­sa­tio­nen ver­ant­wortlich.

Der Bran­den­burg­er FKO-Sek­tion gehört u.a. Danielo Mey­er an. Danielo Mey­er ist in Bran­den­burg an der Hav­el spätestens seit 2009 bekan­nt. Damals hielt er in der Stadt, während eines Nazi­auf­marsches im Feb­ru­ar, einen Rede­beitrag für die „Freien Kräfte aus Bran­den­burg“. 2010 war er an Pro­pa­gan­daak­tio­nen der NPD beteiligt und seit 2011 beken­nt er sich offen, so z.B. während des Auf­marsches in Neu­rup­pin am 9. Juli, zu den „Freien Kräfte(n) Ost“.

Wir fordern durch das Out­ing inter­essierte Bürger_innen auf wach­sam gegenüber neon­azis­tis­chen Aktiv­itäten zu sein und diese nicht wort­los hinzunehmen.

Am 16. Feb­ru­ar 1996 ist mit Sven Beuter bere­its ein Men­sch durch die in offene Gewalt umgeschla­gene aggres­sive Neon­azi­ide­olo­gie in Bran­den­burg an der Hav­el ums Leben gekom­men, dies soll sich nicht wieder­holen.

Den Anfän­gen wehren, aktiv wer­den, sich ein­mis­chen!

Weit­ere Artikel zum The­ma:
http://afn.blogsport.de/2011/08/27/wenn-der-volkstod-an-jeder-ecke-lauert/
http://afn.blogsport.de/2011/06/24/wieder-aktivitaeten-von-neonazis-in-brandenburg-an-der-havel/

Weit­ere Infos und Bilder gibt es hier:

http://de.indymedia.org/2011/09/315983.shtml

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