24. Januar 2005 · Quelle: PNN

Neues Migrantinnen-Projekt in Potsdam

Sie habe in Pots­dam einiges ver­mißt, sagt Ali­da Babel auf dem Podi­um und sie meint damit nicht das Fehlen eines Kaufhaus­es in der Innen­stadt oder das Nichtvorhan­den­sein kosten­freier Park­flächen im Zen­trum der Lan­deshaupt­stadt. Sie meint damit Nähe und Miteinan­der. “Die Men­schen sind hier isoliert­er als in Berlin”, sagt sie und das gilt ihrer Mei­n­ung nach nicht nur für Migran­tinnen. Um daran etwas zu ändern, hat die in Surinam/Guayana geborene dunkel­häutige Ali­da Babel mit ihren zwei far­bigen Mit­stre­i­t­erin­nen Miri­am Cama­ra und Peg­gy Fontainas Mendes im Novem­ber die “black flow­ers e.V.” gegrün­det. Am Sam­stag feierte der Vere­in mit rund 100 Fre­un­den und Gästen seine Grün­dung im Bran­den­bur­gis­chen Haus der Kul­turen “al globe” in Potsdam. 

“Black – weil wir drei schwarz sind; flow­ers – weil Blu­men für Kraft und Schön­heit ste­hen”, erk­lärt Ali­da Babel die Namenswahl des Vere­ins. Auch wenn sich die Frauen damit rein namen­stech­nisch auf eine Farbe fest­gelegt haben, soll der Vere­in den­noch für Frauen aller Haut­far­ben und Natio­nen offen sein – das ist den Grün­derin­nen wichtig. Sie wollen Migran­tinnen aller Couleur eine Anlauf­stelle bieten. “Wir haben ein­fach gemerkt, das wir beste Voraus­set­zun­gen haben, wir sprechen Deutsch und uns geht es gut”, beschreibt Ali­da Babel die Grün­dungsmo­ti­va­tion des Trios. 

Vie­len Migran­tinnen gehe es da anders, sagt sie, die Frauen kön­nten sich man­gels Deutschken­nt­nis­sen nicht ver­ständi­gen, seien hier im Wortsinne “sprach­los” und fühlten sich in der Stadt isoliert. Deshalb sei es ihr Ziel diesen Men­schen bei der Inte­gra­tion zu helfen. Das könne – ganz prak­tisch – mit der Beschaf­fung eines Prak­tikum­splatzes oder auch – eher emo­tion­al – durch den interkul­turellen Aus­tausch und das Gespräch geschehen, meint Ali­da Babel. Sie lebt seit sechs Jahren in Pots­dam. In den 70igern ist sie mit der Mut­ter nach Deutsch­land gekom­men. Seit­dem hat sie sich hier inte­gri­ert, spricht fließend Deutsch, ist Film­cut­terin und Regis­seurin geworden. 

Die “black flow­ers” haben derzeit sieben Mit­glieder. In der Frauen­gruppe des einge­tra­ge­nen Vere­ins tre­f­fen sich immer Mon­tags bis zu 15 Frauen unter­schiedlich­ster Nation­al­itäten im Pots­damer Frauen­haus. Nicht alle haben Migra­tionsh­in­ter­gründe; es sind auch deutsche Frauen darunter. “Für mich ist der Aus­tausch der Kul­turen etwas sehr wichtiges”, sagt Ker­stin Schef­fler und erk­lärt, dass die Ini­tia­tive der “black flow­ers” für sie beson­ders authen­tisch sei, weil von den Frauen sel­ber ini­ti­iert. Die Pots­damerin find­et es ger­ade für die Lan­deshaupt­stadt wichtig, dass “neben den Parks und Schlössern kul­turell noch etwas anderes passiert”. 

“Unser größter Traum ist deshalb der Auf­bau ein­er Begeg­nungsstätte in eige­nen Räum­lichkeit­en”, erk­lärt Ali­da Babel. Dort wollen die “black flow­ers” eine Beratungsstelle ein­richt­en, Film- und Buch­pro­jek­te ver­wirk­lichen und Work­shops anbi­eten. Derzeit sitzt der Vere­in, der sich auss­chließlich mit­tels Spenden und aus Förderun­gen finanziert ohne eigene Räume im Pots­damer Frauenhaus.

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