1. September 2006 · Quelle: JD/JL

Neues Seminarprogramm der JD/JL bis Januar

Wie jedes Hal­b­jahr erscheint auch dieses Mal das aktuelle Sem­i­narpro­gramm der JD/JL Bran­den­burg in Zusam­me­nar­beit mit der Naturfre­un­de­ju­gend Berlin. Anmel­dung ist ganz leicht: Ein­fach eine Mail schick­en an info(at)jdjl-brandenburg.de und ihr bekommt alle weit­eren Dat­en.

15.–17. Sep­tem­ber 2006

Die Welt zu Gast im Abschiebek­nast!

Sem­i­nar für Einsteiger_innen zu staatlichem Ras­sis­mus

Men­schen ohne deutschen Pass sind hierzu­lande nur erwün­scht, wenn sie als zahlungskräftige Tourist_innen daher kom­men oder als hoch qual­i­fizierte Fachkräfte die nationale Wirtschaft mit ankurbeln. Flieht eine Per­son nach Deutsch­land, weil sie auf Schutz vor Ver­fol­gung, Folter und Not hofft oder ein­fach nur, weil sie sich ein besseres Leben wün­scht, so ist sie gän­zlich uner­wün­scht. Flüchtlinge wer­den hierzu­lande sys­tem­a­tisch diskri­m­iniert, in ihrer per­sön­lichen Frei­heit beschnit­ten und in ihrer Würde ver­let­zt. Sie müssen in Heimen leben, dür­fen sich nicht frei bewe­gen und wer­den auf Schritt und Tritt kon­trol­liert. Den meis­ten von ihnen dro­ht jeden Tag die Abschiebung.In diesem Sem­i­nar wollen wir die Sit­u­a­tion von Flüchtlin­gen in Deutsch­land unter­suchen. Wir wer­den sowohl den von Repres­sion geprägten All­t­ag der Men­schen betra­cht­en, als auch das Sys­tem von staatlichen Vorschriften und Geset­zen genau unter die Lupe nehmen. Dabei wer­den wir auch die €päis­che Flüchtlingspoli­tik nicht außer Acht lassen. Ein Sem­i­nar für junge inter­essierte Men­schen, denen der ras­sis­tis­che All­t­ag in Deutsch­land nicht egal ist!

27.–29. Okto­ber 2006

„Die Deutschen wer­den den Juden Auschwitz nie verzei­hen.“

Sem­i­nar zu neuem und altem Anti­semitismus

Der mod­erne Antisemitismus,wurde seit dem 19.Jahrhundert primär durch Nation­al­is­mus und später auch durch Ras­sis­mus und Sozial­dar­win­is­mus geprägt. Bis heute gibt es das Bild vom beson­ders intellek­tuellem Juden, der gut mit Geld umge­hen kann. Dazu gibt es aber auch viele andere anti­semi­tis­che Stereo­typen. Diese äußern sich zum Teil jedoch sehr sub­til und wer­den daher nicht als solche erkan­nt. Trotz­dem sind viele Men­schen der Mei­n­ung, dass es Anti­semitismus gar nicht mehr gibt und dass mit diesem The­ma doch endlich mal Schluss sein müsse. In diesem Sem­i­nar solle der Blick für anti­semi­tis­che Bilder geschärft wer­den. Alte und neue Muster der Stereo­typen wollen wir gemein­sam beleucht­en und disku­tieren.

4.November 2006

Islam is lame?

Sem­i­nar zum poli­tis­chen Islam, Anti­semitismus und ihrer Kri­tik

Kri­tik des Islamis­mus ste­ht schnell unter dem Ver­dacht einem religiös/kulturellen Ras­sis­mus Vorschub zu leis­ten. In diesem Sem­i­nar soll es um die den Zusam­men­hang von islamistis­chen Denkweisen mit Nation­al­is­mus und Anti­semitismus gehen. Wir wer­den nach der Bedeu­tung des poli­tis­chen Islam für den Nahostkon­flikt fra­gen und der Frage nachge­hen, wie eine linke Kri­tik am Islamis­mus in ein­er struk­turell ras­sis­tis­chen Gesellschaft ausse­hen kann.

10.–12. Novem­ber 2006

Kein Sex mit Nazis!?

Recht­sex­trem­is­mus und Gegen­strate­gien

Wenn in Rheins­berg Dön­er­lä­den abge­bran­nt wer­den, Ermyas M. in Pots­dam fast zu Tode geprügelt wird, in Halbe jährlich mehrere Tausend Nazis der Wehrma­cht und SS gedenken, dann ist Recht­sex­trem­is­mus kein Prob­lem einzel­ner Orte. Vielmehr nutzen Neon­azis immer wieder Anknüp­fungspunk­te im gesellschaftlichen Main­stream, sei es bei den beschriebe­nen Beispie­len oder auch wenn sie sich in Demon­stra­tio­nen gegen Israel oder die Hartz-Proteste ein­rei­hen. Deshalb ist es wichtig, kon­stant zu disku­tieren was Recht­sex­trem­is­mus eigentlich ist und wie dage­gen vorge­gan­gen wer­den kann. (Ziel des Sem­i­nars ist es recht­sex­treme Ide­olo­gie in einzel­nen Teilen näher zu beleucht­en sowie mögliche Gegen­strate­gien weit­er zu entwick­eln.)

17.–19.November 2006

Pix­el, Poster, Poli­tik — Lay­out­sem­i­nar

Pho­to­shop ist kein Mit­tel die Gesellschaft zu verän­dern…

…aber kann dabei gele­gentlich sehr hil­fre­ich sein. Wir meinen, dass Lay­out mehr kann, als kluge Texte ansprechend zu bebildern. Im besten Fall provoziert und irri­tiert es – macht auf Zusam­men­hänge aufmerk­sam, die so noch nicht gese­hen wur­den. Aber Lay­out ist wider­spen­stig – gern plap­pert es sex­is­tis­che oder ras­sis­tis­che Blick­weisen aus, die gar nicht mit auf das Plakat oder in die Zeitung soll­ten. Beim Sem­i­nar wollen wir mit Euch über die Ansprüche an emanzi­pa­torisches Lay­out disku­tieren und Euch anschließend in den Umgang mit pro­fes­sionellen Grafik- und Satzpro­gram­men ein­führen.

24.–26.November 2006

Queer as folk.

Sem­i­nar zu Geschlecht, Iden­tität und ihrer Kri­tik.

Was ist denn nun queer? Während die Einen queer als Syn­onym für *schwulles­bisch* benutzen, wären die Antwort von Anderen: “Nichts der­gle­ichen!” Vor eini­gen Jahren war Queer ein Schimpf­wort für Leute, die nicht die ver­meintlich “nor­male”, monogame und het­ero­sex­uelle Zweier­beziehung lebten. Die Aneig­nung durch poli­tis­che Aktivist_innen hat das Wort, ähn­lich wie “schwul” als Belei­di­gung unbrauch­bar gemacht. Häu­fig wird queer als poli­tis­che Strate­gie gese­hen Het­ero­nor­ma­tiv­ität (Denkweise, die bes­timmte het­ero­sex­uelle Lebensen­twürfe als Norm nimmt und von der Exis­tenz zweier Geschlechter aus­ge­ht) in Frage zu stellen. Wir wollen das kri­tis­che Poten­tial von queer erkun­den und schauen, wo sich mit queer the­o­ry gesellschaftliche Machtver­hält­nisse in Frage stellen lassen.

25.–26.November 2006

Mach meinen Deal­er nicht an.

Sem­i­nar zu Dro­gen­poli­tik

Dro­gen spie­len für jedeN von uns im täglichen Leben eine Rolle: Ob man nun ein Bier trinkt oder eine Zigarette raucht oder sich ‘nen Joint baut. Sobald man jedoch ille­gal­isierte Sub­stanzen zu sich nimmt, schlägt der Staat zu. Dro­gen­be­nutzerIn­nen wer­den zu Krim­inellen gemacht. Die Medi­en zeich­nen Schreck­ensszenar­ien von rauben­den und ver­sifften Junkiehor­den, die Leute anfix­en. Gle­ichzeit­ig wer­den Polizeiap­pa­rate unter dem Vor­wand der steigen­den Dro­genkrim­i­nal­ität aufgerüstet. Im Sem­i­nar geht es darum, über Mythen der klas­sis­chen Dro­gen­erziehung aufzuk­lären. Außer­dem wer­den wir uns die Entwick­lung von Dro­gen­poli­tik, ‑ultur und ‑gebrauch anschauen und darüber disku­tieren.

2.Dezmeber 2006

„Bist du noch ganz nor­mal?“

Sem­i­nar über Behin­derung, Behin­dert­sein, Behin­der­twer­den und die Kraft der Norm.

Was „Behin­derung“ bedeutet und wer Behin­dert ist, wurde nicht zu jed­er Zeit gle­ich oder über­haupt definiert. Die Def­i­n­i­tio­nen und Diskus­sio­nen um diesen Begriff hän­gen mit Vorstel­lun­gen von Kör­pern, Natur, Men­schen und Nor­mal­ität zusam­men. Dass sie Geschichte der „Behin­derung“ vor allem eine Geschichte der Diskri­m­inierung war, wird aber nicht das Einzige sein, was wir an diesem Tag nachvol­lziehen wer­den. Die sich selb­st als Krüp­pel­be­we­gung beze­ich­nende sozialen Bewe­gung in den 80er Jahren stellte Forderun­gen und erhob eine Kri­tik gegen Für­sor­geter­ror, Kör­per­bilder, sowie Gesund­heits- und Glücksvorstel­lun­gen, denen sich auch die Linke schw­er entziehen kann. Selb­stkri­tisch wollen wir daher auch disku­tieren, was es mit dieser Kri­tik auf sich hat und wo der Ein­satz ein­er aktuellen und emanzi­pa­torischen Kri­tik an dem Gegen­stand „Behin­derung“ sein kann.

3.Dezember 2006

Her mit dem schö­nen Leben!

Kap­i­tal­is­muskri­tik heute

Sich dem Kap­i­tal­is­mus entziehen? Wurzeln essen, Quell­wass­er trinken,nackt herum laufen? Das kön­nten wir. Doch hier in der Zivil­i­sa­tion gibtes Zeitun­gen, Sushi und schicke Cock­tails mit Schirm­chen. Allerd­ings­gibt es hier auch Verd­inglichung, fetis­chisierte Denk­for­men, Ide­olo­gie
und vor allem Arbeit, Geld und Herrschaftsver­hält­nisse – Wider­sprüch­esoweit das Auge reicht. Weil wir aber nicht verzweifeln, son­dern genau­das alles begreifen wollen, sind wir größen­wahnsin­nig genug, uns alldiese schwieri­gen Sachen erk­lären zu wollen. Und vor allem wollen wirdie grundle­gende Frage stellen, wem oder was denn eineKap­i­tal­is­muskri­tik heute zu gel­ten hat.

08.–10. Dezem­ber 2006

Das hat mich überzeugt.…

Rhetorik für Fortschrit­tliche und Fort­geschrit­tene

Der Auf­baukurs für alle, die vor vie­len Men­schen reden, mit ange­blichen Exper­tIn­nen disku­tieren oder erfol­gre­ich ver­han­deln müssen/wollen. Schw­er­punk­te dieses Sem­i­nars sind ins­beson­dere Argu­men­ta­tion­stech­niken für Podi­ums­diskus­sio­nen oder Inter­views. „Rhetorik II“ richtet sich beson­ders an Men­schen die bere­its poli­tisch aktiv sind und bere­its eigene Erfahrun­gen ein­brin­gen kön­nen.

12.–14.Januar 2007

sup­port your local fem­i­nists!

ein ein­steigerIn­nensem­i­nar zu fem­i­nis­mus.

was ist eigentlich fem­i­nis­mus? was ist gemeint, wenn von geschlecht als eine kon­struk­tion gesprochen wird? sind wir von natur aus in zwei geschlechter unterteilt oder wer­den wir zu män­nern und frauen gemacht? gibt es noch so was wie das patri­ar­chat oder ist alles total gle­ich­berechtigt heutzu­tage? wird sex­is­mus nur noch mit der vorstel­lung vom rumpö­bel­nden bauar­beit­er ver­bun­den? mit welchen anderen macht-/herrschaftsver­hält­nis­sen verbindet sich­das geschlechter­ver­hält­nis? diese und andere span­nende fra­gen möcht­en wir mit euch kri­tisch beleucht­en. fem­i­nis­tis­che poli­tik hat für uns nix mit spießigkeit zu tun und schon gar nix mit prü­den dog­matIn­nen. wir wagen uns in den dschun­gel von the­o­rien, vorstel­lun­gen und behaup­tun­gen darüber, was geschlecht ist, wo es herkommt, wie es wirkt und was poli­tisch daran verän­der­bar sein könnte.das sem­i­nar kön­nt ihr ohne jegliche vorken­nt­nisse besuchen – let´s push things for­ward!

19.–21.Januar 2007

Aug um Aug, Zahn um Zahn

Sem­i­nar zu Strafrecht­skri­tik

Bekan­nter­maßen muß Strafe sein. Doch warum machen sich Men­schen über­haupt straf­bar ?Hat das Alter, das Geschlecht und die Haut­farbe was damit zu tun ? Oder gar die Gene …? Und wer straft eigentlich wen ? Wer profiert von Strafe und deren Voll­streck­ung, etwa die Gesellschaft, der Staat, die Poli­tik und in naher Zukun­ft auch pri­vate Gefäng­nis­be­treiber ? Welche Bestra­fungsmöglichkeit­en sieht der Geset­zge­ber heute vor ? Welche For­men von Strafe gibt es neben den vom Geset­zge­ber vorge­se­henen Strafen ? Müssen Gefäng­nisse wirk­lich sein ? Wo geht die „Strafe“ noch über die Strafe hin­aus ? Wer neben dem Staat bestraft außer­dem und wie funk­tion­iert das ? Welchem Wan­del unter­liegt der Begriff der Strafe und welche Zwecke wer­den mit der Strafe jew­eils ver­fol­gt ? Welchen Sinn und Zweck soll die Strafe derzeit dienen ? Diese und viele weit­ere Fra­gen möcht­en wir mit Euch disku­tieren.

21. Jan­u­ar 2007

Reden, Reden, nichts Bewe­gen.

Sem­i­nar zu Grund­la­gen poli­tis­ch­er Arbeit.

Du willst poli­tisch aktiv wer­den, weißt aber nicht wie? In Dein­er Schülervertre­tung wird nur über die Anschaf­fung des neuen Getränkeau­to­mat­en disku­tiert? Parteien sind nichts für dich, weil es da vor allem um den Erfolg bei der näch­sten Wahl geht und die span­nen­den The­men außen vor bleiben? Wir wer­den uns damit beschäfti­gen, wie coole, radikale Poli­tik außer­halb von Par­la­menten ausse­hen kann aber auch ganz prak­tis­che Fra­gen beant­worten. Wie schreibt man eine Pressemit­teilung? Wie insze­niert man eine öffentlichkeitswirk­same Aktion? Wie entste­ht eine Kam­pagne?

26.–28.Januar 2007

Ware, Wert, Geschlecht.

Sem­i­nar zu Geschlechter­ver­hält­nis­sen im Kap­i­tal­is­mus

Ökonomis­che Struk­turen sind nicht geschlecht­sneu­tral. Män­ner und Frauen sind von den Umstruk­turierun­gen kap­i­tal­is­tis­chen Wirtschaftens der let­zten Jahrzehnt unter­schiedlich betrof­fen. Während marx­is­tis­che Kri­tik lange Zeit blind gegenüber Geschlechter­ver­hält­nis­sen war, fehlte es fem­i­nis­tis­ch­er The­o­rie lange an ein­er ökonomis­chen Fundierung. Wir wollen bei­des zusam­mendenken und uns an ein­er fem­i­nis­tis­chen Kri­tik des Kap­i­tal­is­mus ver­suchen.

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