10. September 2002 · Quelle: Antifas aus Frankfurt (Oder)

NPD-Chef Voigt überraschend in Frankfurt (Oder)

Die NPD hat im Zuge ihres Bun­destagswahlkampfes Frank­furt (Oder) einen über­raschen­den Besuch abges­tat­tet. Am späten Vor­mit­tag (des 10.September) baut­en acht Anhänger der Partei einen Info-Stand an den Lenné Pas­sagen auf und verteil­ten reich­lich
Pro­pa­gan­da.

Unter den Recht­sex­trem­is­ten, die dur­chaus höheren Alters waren, befand sich der NPD-Parteivor­sitzende Udo Voigt, der mehrmals mit laut­sprecherun­ter­stützten Reden um
Wäh­ler kämpfte. Der Wahlkamp­fauftritt kam völ­lig über­raschend. Nicht nur das es kein­er­lei Wer­bung
für den Stand gab, auch man­gelt es der NPD in Frank­furt seit län­gerem an Unter­stützung. Der Stadtver­band scheint kom­plett zusam­menge­brochen. Wahlplakate der
Partei sind auch nicht in der Stadt zu find­en. So unter­stützten lediglich zwei Frank­furter den Stand. Unter ihnen der recht­sex­treme Lie­der­ma­ch­er und den eige­nen
Angaben zufolge „freier Nation­al­ist“ Nico Schlie­mann. Er griff, wie auch schon bei Worch in Leipzig, zur Gitarre und plär­rte nation­al­is­tis­che Lieder.

Trotz fehlen­der Ken­nt­nis über den Stand ver­sam­melten sich schnell bis zu 30 Antifas um den Stand und ver­hin­derten so weit­eres verteilen Flug­blät­tern. Frank­furter Bürg­er
mussten einen großen Bogen um den Stand nehmen. Lei­den waren unsere Möglichkeit­en sehr eingeschränkt. Fünf Zivis und ca. acht weit­ere Polizis­ten verteil­ten lock­er
Platzver­weise uns schützten die Nazis in ihrer Zahl völ­lig über­zo­gen.

Gegen 17.30 Uhr zog sich die NPD wieder nach Berlin zurück. Das Wahlkampf­ma­te­r­i­al lan­dete in einem roten SEAT Ter­ra mit Auf­bau (B‑WN 783). Voigt fuhr mit einem ca. 800m abseits gepark­ten sil­ber­grauen Mer­cedes Benz älteres Mod­ell (FS H 4128) weg.

Am Rande wurde bekan­nt, dass die NPD am morgi­gen 11.September den ganzen Tag am Fürsten­walder Rathaus ste­hen will. Abschließend schöne Grüße an die Berlin­er Antifas die der NPD mit dem Abfack­eln eines ihrer Wahlkampfkar­ren in Licht­en­berg ein deut­lich­es Sig­nal gegeben haben, sich
zurück­zuziehen.

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