5. März 2020 · Quelle: Berliner VVN-BdA e. V.

Offenes Gedenken und staatliche Erinnerung

Im Vorfeld des 75. Jahrestags der Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück und des Jugend KZ Uckermark lädt der VVN-BdA zu einer Veranstaltung mit der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V. ein

Ver­anstal­tung “Offenes Gedenken und staatliche Erin­nerung | Jugend KZ-Uck­er­mark” im Rah­men der neuen Ver­anstal­tungsrei­he “Antifa-Noti­zen” der Berlin­er VVN-BdA: Mon­tag, 09. März 2020, 19:00 Uhr im Kie­zladen Mahalle (Walde­marstraße 110, 10997, Berlin-Kreuzberg)

Die Ini­tia­tive ent­stand aus einem Net­zw­erk von unab­hängi­gen, fem­i­nis­tis­chen und antifaschis­tis­chen Frauen/Les­ben/­Trans­gen­der-Grup­pen, die seit 1996/97 Bau- und Begeg­nungscamps auf dem Gelände ehe­ma­li­gen Jugend­konzen­tra­tionslagers und späteren Ver­nich­tungslagers Uck­er­mark durch­führen. Ihr Konzept des offe­nen Gedenkens“ will ein kri­tis­ches, aktives, antifaschis­tis­ches und fem­i­nis­tisch motiviertes Gedenken sein, sich ein­er Muse­al­isierung des Gedenkens ent­ge­gen­stellt immer eine Kri­tik an der Ver­fass­theit deutsch­er Erin­nerungs- und Gedenkar­beit einschließt.

Auf unser­er Ver­anstal­tung wird die Ini­tia­tive den Gedenko­rt vorstellen und über ihre Aktiv­itäten bei den dor­ti­gen Gedenk­feiern, die Fortschritte bei der Gestal­tung und über die alljährlichen Bau­camps (in den ver­gan­genen Jahren ist dort einiges passiert!) berichten.

Dieses Jahr ist der 75. Befreiungstag der über­leben­den Häftlinge der Konzen­tra­tionslager Ravens­brück und Uck­er­mark und der Todesmärsche. Zu den Gedenk­feiern wer­den die weni­gen noch reise­fähi­gen Über­leben­den, ihre Ange­höri­gen, Antifaschist*innen und Vertreter*innen der Poli­tik und Öffentlichkeit kom­men. Zunehmend wer­den diese Feier­lichkeit­en jedoch von Nationalist*innen besucht. In der Mahn-und Gedenkstätte Ravens­brück waren es in den let­zten Jahren vor allem pol­nis­che Rechte, die dort mas­siv auftraten.

Keine nation­al­is­tis­che Vere­in­nah­mung des Gedenkens an die Opfer und Ver­fol­gten des Nation­al­sozial­is­mus!“ ist nicht nur die Forderung der Ini­tia­tive, son­dern aller Antifaschist*innen. Die Ini­tia­tive wird über die Ereignisse der ver­gan­genen Jahre bericht­en, die antifaschis­tis­che Inter­ven­tio­nen dazu und einen Aus­blick auf dieses Jahr geben.

Das Jugend KZ Uck­er­mark wurde im Früh­jahr 1942 von Häftlin­gen des Frauenkonzen­tra­tionslagers Ravens­brück errichtet. 1945 zählte das Lager ca. 1000 Mäd­chen und junge Frauen. Ein Erlass von 1937 über die “vor­beu­gende Ver­brechens­bekämp­fung” hat­te die Inhaftierung von als “asozial” krim­i­nal­isierten Mäd­chen möglich gemacht. Im Jan­u­ar 1945 wurde auf dem Gelände ein Ver­nich­tungslager für Häftlinge aus Ravens­brück gebaut. Bis April 1945 wur­den dort ca. 5000 Frauen umgebracht.

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