1. April 2008 · Quelle: [a]alp

Ostermarsch am 29.03.08 in Potsdam

Am Sam­stag trafen sich ca. 250 Men­schen zum Bran­den­burg­weit­en Oster­marsch am Luisen­platz um gegen Krieg, Bun­deswehr und für den Frieden zu demon­stri­eren. Mit dabei waren Anti-Hartz-IV Grup­pen, das Parteien­spek­trum um DKP, MLPD und DieLinke, “FÜR DIE FREIe HEI­De” Aktivist_innen und Gewerkschafter_innen. Neben den tra­di­tionellen Teilen der Friedens­be­we­gung beteiligten sich dieses Jahr allerd­ings auch radikale Linke an den Protesten. Autonome Antifaschist_innen oder das Antikap­i­tal­is­tis­chen Bünd­nis Pots­dam bracht­en dur­chaus tief­greifend­ere Forderun­gen als denen nach mehr Sozial­staat zum Aus­druck. Auf einem Transper­ent war zu lesen: “We want to be free! Make cap­i­tal­ism history”

Nach eini­gen Rede­beiträ­gen am Start­punkt ging es um 14:45 los in Rich­tung Hege­lallee. Von zahlre­ichen Fah­nen und Trans­par­enten begleit­et zogen wir mit Gitar­ren­musik im Ohr zum Nauen­er Tor. Immer wieder drangen einzelne Sprechchöre wie “Was nicht das Par­la­ment son­dern nur die Straße kann: Weg mit HartzIV und raus aus Afghanistan” oder “Streiks in der Schule — Streiks in der Fab­rik! Das ist unsere Antwort auf eure Poli­tik!” durch. Von Slo­gans wie “Das Volk sind wir” ver­sucht­en sich einige Teilnehmer_innen abzu­gren­zen, indem sie lau­thals brüll­ten: “Gegen das Kon­strukt von Volk und Rasse — Für uns gibt´s nur eins: Klasse gegen Klasse!”.

Die zweite Kundge­bung wurde dann am Nauen­er Tor abge­hal­ten — in leicht verkürzter Form, da der lokale Ober­sh­er­iff nicht aus­re­ichend informiert schien. Wenig­stens war er vom abrupten Halt der Demo der­maßen über­rascht, dass er sogle­ich die sofor­tige Wieder­auf­nahme der Marschord­nung anwies. Dieser Anord­nung wurde nur zu brav Folge geleis­tet und es kam zu kein­er­lei zivilem Unge­hor­sam. Schade eigentlich…
Nach ein­er rund vier­tel­stündlichen Tour durch das Hol­län­dervier­tel über die Char­lot­ten­straße, auf der Ost­seite an der Wil­helm­ga­lerie vor­bei kam die Demo am Südende des Platz-der-Ein­heit zum ste­hen und es wur­den noch einige Rede­beiträge gehal­ten. Zum Ende stimmte eine Aktivistin auf der Bühne noch das “Lied über den Frieden” (1949 — Ernst Fischer/Hanns Eisler) an und die Demoteilnehmer_innen ver­streuten sich nach und nach in alle Richtungen.

Ins­ge­samt fan­den wir uns auf ein­er gelun­genen Demo wieder, in deren Rah­men es zu eini­gen inter­es­san­ten Gesprächen wenn auch teils kon­tro­ver­sen und kru­den Diskus­sio­nen kam. Auch wenn die Zahl der Beteiligten im Ver­hält­nis zu den großen Antikriegs­demon­stra­tio­nen der let­zten Jahre(Irak) stark zurück­ge­gan­gen ist, waren es wieder ein paar Teilnehmer_innen mehr als let­ztes Jahr — wie uns glaub­haft ver­sichert wurde.

Wir hof­fen für näch­stes Jahr nur das Beste: Mehr Leute, mehr Rev­o­lu­tion und noch viel mehr Sonne!

den verteil­ten Fly­er der [a]alp gibts hier zum Download.

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