14. Juni 2005 · Quelle: Tagesspiegel / MAZ

Platzeck und Thierse sprechen in Halbe

Platzeck spricht in Halbe

(Tagesspiegel) Halbe — Bran­den­burgs Min­is­ter­präsi­dent und SPD-Lan­desvor­sitzen­der Matthias Platzeck will am Sonnabend bei der Gegenkundge­bung zum geplanten Neon­azi- Auf­marsch in Halbe sprechen. Dies kündigte SPD-Lan­des­geschäfts­führer Klaus Ness an. Die Gegenkundge­bung werde von einem bre­it­en lokalen Bünd­nis organ­isiert und von der SPD unter­stützt. Die SPD rufe alle Bran­den­burg­er Demokrat­en auf, sich der Protestkundge­bung anzuschließen. ddp 

Thierse will in Halbe sprechen

SPD ruft zum Protest gegen Neon­azis auf

(dpa/MAZ) POTSDAM Bran­den­burgs SPD und das Aktions­bünd­nis gegen Gewalt, Recht­sex­trem­is­mus und Frem­den­feindlichkeit haben zum Protest gegen den Neon­azi-Auf­marsch am Sam­stag in Halbe (Dahme-Spree­wald) aufgerufen. Für den 18. Juni hat der Neon­azi Chris­t­ian Worch eine Demon­stra­tion in der Nähe des Sol­daten­fried­hofes mit 200 bis 300 Teil­nehmern angemeldet. Die CDU erneuerte ihre Absage und will weit­er­hin nicht zum Protest aufrufen. Die Gegen­ver­anstal­tung sei für 1000 bis 3000 Teil­nehmer genehmigt, so die Organisatoren. 

Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) werde zu den Teil­nehmern der Gegenkundge­bung sprechen, teilte SPD-Lan­des­geschäfts­führer Klaus Ness gestern mit. Auch Bun­destagspräsi­dent Wolf­gang Thierse, der am Sam­stag eben­falls in Halbe sprechen will, hat die Bürg­er und beson­ders die CDU aufge­fordert, sich am Protest zu beteiligen. 

Die CDU argu­men­tiert, eine solche Demon­stra­tion ver­schaffe den Recht­sex­trem­is­ten ein unangemessenes Medi­ene­cho. Zudem zählten anti­demokratis­che Kräfte wie die DKP zu den Organ­isatoren. Innen­min­is­ter und CDU-Lan­deschef Jörg Schön­bohm will in Halbe bei den Polizis­ten sein, aber nicht an der Gegen­ver­anstal­tung teil­nehmen, sagte die Sprecherin des Min­is­teri­ums, Dorothée Stacke. Seit Jahren ver­sam­meln sich Neon­azis zum Volk­strauertag im Novem­ber zu einem “Heldenge­denken” in Halbe. Dort liegt der bun­desweit größte Sol­daten­fried­hof, auf dem rund 23 000 Tote der let­zten Kesselschlacht des Zweit­en Weltkrieges begraben sind. Zur Gegenkundge­bung hat das regionale “Aktions­bünd­nis gegen Heldenge­denken und Nazi­aufmärsche in Halbe” aufgerufen, darunter auch SPD, PDS, Grüne und Gewerkschaftsjugend. 

“Nazis dür­fen wed­er in Halbe noch ander­swo in Bran­den­burg das Image unseres Lan­des bes­tim­men”, heißt es in dem Aufruf der SPD. “Der Kampf gegen Recht­sex­trem­is­mus ist für die Zukun­ft Bran­den­burgs von solch exis­ten­zieller Bedeu­tung, das jeglich­es parteipoli­tis­che Wahlkampf-Hick-Hack zu diesem The­ma nur noch pein­lich wirkt.” Im Novem­ber 2004 habe Schön­bohm noch eine zu geringe Beteili­gung an der Demon­stra­tion gegen den Neon­azi-Auf­marsch beklagt, rügte das Aktions­bünd­nis gegen Gewalt.

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