4. Februar 2016 · Quelle: No Pogida!

Polizeischlaatz Schlaatzsicherheit Schlaatzdefizit

Potsdam - Es war ein vergleichsweise kurzer Pogida-Abend in Potsdam. Schon zum vierten Mal meldete der Megalomane Christian Müller eine Demonstraion des Pegida-Ablegers an; diesmal nicht in der Innenstadt, sondern im Potsdamer Stadtteil Schlaatz.

Es war ein ver­gle­ich­sweise kurz­er Pogi­da-Abend in Pots­dam. Schon zum vierten Mal meldete der Mega­lo­mane Chris­t­ian Müller eine Demon­straion des Pegi­da-Ablegers an; dies­mal nicht in der Innen­stadt, son­dern im Pots­damer Stadt­teil Schlaatz. Dort kon­nten sie einen Großteil den Marsches, der von mehr als 1000 Polizist_innen mit Wasser­w­er­fern und Hub­schraubere­in­satz durchge­set­zt wurde, durch­führen. Kurz vor dem Ende gelang eine Block­ade.
Bis zur let­zten Sekunde war hin­sichtlich des Demoabends vieles ein großes Schlaatzge­heim­nis. Es kur­sierten Gerüchte darüber, Pogi­das planten, nahegele­gene Geflüchtete­nun­terkün­fte zu stür­men; angemeldete Gegen­demos und ‑kundge­bun­gen wur­den kurzfristig von der Polizei beschnit­ten oder umquartiert.
Der heutige Gegen­protest war bre­it aufgestellt.
Um 17.30 Uhr startete am S‑Bahnhof Babels­berg eine anti­ras­sis­tis­che Demon­stra­tion mit etwa 400 Teilnehmer_innen, die laut­stark ihren Schlaatzbe­such ein­läuteten. Zeit­gle­ich posi­tion­ierte sich das bürg­er­liche Bünd­nis „Pots­dam beken­nt Farbe“. Daneben run­dete eine Tech­nover­anstal­tung im Wohnge­bi­et den Schlaatzemp­fang ab.
Ins­ge­samt wur­den Gegendemostrant_innen auf etwa 1000 Per­so­n­en bez­if­fert.
Auch bei der Gegen­seite blieben die Zahlen zu den ver­gan­genen Wochen kon­stant. Etwa 100 Rassist_innen hat­ten sich am Biesamkiez einge­fun­den. Von dort kon­nten sie ihre kurze Demo-Route unge­hin­dert an ein­er Asyl­suchen­de­nun­terkun­ft vor­bei führen bis sie kurz vor dem Ende block­iert wur­den und nach Ver­samm­lungsauflö­sung umkehrten.
Ihrem Imange blieben die Pogi­das dabei treu – irgen­det­was zwis­chen völkischem Pegi­da-Gehabe und Neon­azi-Aufzug. Sie wün­scht­en sich, durch „Volk­sentscheid von der Merkel-Dik­tatur in Berlin“ befre­it zu wer­den, forderten die Herrschaft des „Volkes“ und been­de­ten die Ver­samm­lung mit allen drei Stro­phen der deutschen Nation­al­hymne. Der musikalis­che Beitrag der Startkundge­bung war ein Lied gegen „Kinder­schän­der“, ein Bezug dazu, dass am Schlaatz 2015 ein Kind ent­führt wurde. Anmelder Chris­t­ian Müller betonte öffentlich, eine AfD-Mit­glied­schaft abgelehnt zu haben. Iro­nis­cher­weise war er jahre­lang Mit­glied in der NPD.
Wie auch in der let­zten Woche gelang es der (Schlaatz)polizei nicht, die Abreise der Pogi­das kon­trol­liert durchzuführen. Noch bevor der Aufzug die Schlaatz­gren­ze passieren kon­nte, verteil­ten sich die Rassist_innen in Kle­in­grup­pen. Rein­er Zufall?
Glück­licher­weise kam es zu keinen bekan­nten ras­sis­tis­chen Vor­fällen an den drei nahegele­ge­nen Geflüchtete­nun­terkün­ften.
Den Podi­ga-Teil­nehmer_in­nen schlug wie in den ver­gan­genen Wochen ein heftiger Wind ent­ge­gen.
Zu einem richti­gen Schlaatzstre­ich kam es am heuti­gen Abend lei­der nicht. Es bran­nten zwar mehrere Müll­ton­nen, im Wohnge­bi­et waren hun­derte Men­schen dezen­tral unter­wegs, die mas­sive Polizeipräsenz erstick­te jedoch jegliche Aktiv­itäten im Keim und gewährleis­tete damit die Schlaatzsicher­heit. Bis in den späten Abend wur­den willkür­lich Men­schen in Gewahrsam genom­men.
Die Schlaatzge­walt wertete laut Presse den Abend als Erfolg. Die „Ver­samm­lungs­frei­heit“ aller vier Ver­samm­lun­gen sei gewährleis­tet wor­den.
Aber nun genug der Witze auf Schlaatzkosten.
Der näch­ste Pogi­da-Auf­marsch soll am 10.02.2016 in Rehbrücke (Nuthetal) stat­tfind­en und am Bahn­hof Rehbrücke starten. Im Nuthetal kündigten vor mehreren Wochen Bürger_innen an, eine „Bürg­er­wehr“ anlässlich der Öff­nung ein­er Geflüchtete­nun­terkun­ft grün­den zu wollen.
Wir wer­den das alles und noch viel mehr zu ver­hin­dern wis­sen!

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