22. Februar 2016 · Quelle: Antifaschistisches Pressearchiv Potsdam

Potsdam — Chronik neonazistischer und menschenverachtender Aktivitäten in Potsdam und Umgebung 2015 erschienen

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Die aktuelle Chronik neon­azis­tis­ch­er und men­schen­ver­ach­t­en­der Aktiv­itäten in Pots­dam und Umge­bung 2015 ist veröf­fentlicht.
Sie wird ab sofort in ver­schiede­nen Lokalitäten in Pots­dam aus­liegen. Wenn ihr eine bes­timmte (größere) Anzahl an Exem­plaren benötigt, meldet euch bei uns.
Ab dieser Woche wird die Chronik auch wieder auf rechtesland.de abruf­bar sein.
Die Chronik kön­nt ihr auch als PDF herun­ter­laden.
 
 

Chronik neon­azis­tis­ch­er und men­schen­ver­ach­t­en­der Aktiv­itäten in Pots­dam und Umge­bung 2015

Wie lei­der abzuse­hen war, ist die Anzahl der ras­sis­tisch motivierten Über­griffe 2015 im Ver­gle­ich zum Vor­jahr angestiegen.
Durch einen ver­stärkt gesellschaftlich ras­sis­tis­chen Diskurs, der durch ras­sis­tis­che und asylfeindliche Äußerun­gen der AfD und der PEGI­DA-Bewe­gung ange­führt wird, sehen sich “besorgte” Bürger_innen legit­imiert, selb­st aktiv zu wer­den – und das nicht nur durch die ein­fache Mei­n­ungsäußerung, son­dern durch Sachbeschädi­gun­gen, Bran­dan­schläge und Kör­per­ver­let­zun­gen.
Zudem haben sich men­schen­ver­ach­t­ende Posi­tio­nen gesamt­ge­sellschaftlich weit­er ver­ankert. Was im Jahr 2014 mit Mon­tags­mah­nwachen und PEGIDA begann, ist nun All­t­ag in der Straßen­bahn, im Einkauf­szen­trum und in sozialen Net­zw­erken gewor­den. Vertreter_innen aller Parteien über­nah­men ras­sis­tis­che Argu­men­ta­tion­s­muster und tru­gen so ihren Teil dazu bei, dass Men­schen­feinde sich immer mehr trauen, Gewalt gegen ver­meintlich Andere auszuüben.
Wir beobacht­en diese poli­tis­che Entwick­lung seit Jahren mit Sorge und sehen 2015 einen vor­läu­fi­gen Höhep­unkt – qual­i­ta­tiv und quan­ti­ta­tiv – offen ras­sis­tis­ch­er Het­ze und Über­griffe.
Die neon­azis­tis­che Szene erken­nt dies, und übern­immt mitunter wichtige Koor­dinierungs- und Organ­isierungsauf­gaben – auch in Bran­den­burg. Pots­damer Neon­azis der NPD, der Grup­pierung “Licht und Schat­ten” und der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” ver­sucht­en mit der Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land gegen Über­frem­dung” und mit weit­eren Ini­tia­tiv­en die ras­sis­tis­chen Diskurse in Bran­den­burg zu begleit­en und zu bee­in­flussen.

Diese Chronik kann nicht als voll­ständi­ger Bericht für den angegebe­nen Zeitraum ange­se­hen wer­den, da Betrof­fene von neon­azis­tis­ch­er oder ras­sis­tis­ch­er Gewalt ihre Erfahrun­gen häu­fig aus Angst vor weit­eren Über­grif­f­en oder Schamge­fühl, durch die Zuweisung ein­er Opfer­rolle, nicht äußern und sie somit nicht öffentlich zugänglich gemacht wer­den (kön­nen).
Die aufgenomme­nen Chronik-Ein­träge unter­schei­den sich in ihren Beschrei­bun­gen und Aus­führlichkeit. Mitunter sind dafür der Man­gel und Qual­ität der Infor­ma­tio­nen oder der Quel­len­schutz ver­ant­wortlich. Oft ist bei Betrof­fe­nen die Rel­e­vanz von Infor­ma­tio­nen, z.B. neon­azis­tis­ch­er Pro­pa­gan­da oder Bedro­hung, anders gewichtet, da solche Tat­en vielle­icht schon als Alltäglichkeit belan­g­los erscheinen.
Unser Augen­merk liegt neben offen neon­azis­tis­chen Aktiv­itäten auch generell auf Aktiv­itäten, die diskri­m­inierende und men­schen­ver­ach­t­ende Hal­tun­gen zum Aus­druck brin­gen. Dabei ori­en­tieren wir uns mit unser­er Arbeit am Konzept der „grup­pen­be­zo­ge­nen Men­schen­feindlichkeit“.

Diese Chronik ist ein Ver­such, ein möglichst voll­ständi­ges Bild men­schen­ver­ach­t­en­der Aktiv­itäten im Raum Pots­dam und Umge­bung abzu­bilden. Dabei dienen zahlre­iche Berichte aus der Lokal­presse, der Opfer­per­spek­tive e.V., lokalen antifaschis­tis­chen Zusam­men­schlüssen und dem Antifaschis­tis­chen Pressearchiv Pots­dam (APAP) als Daten­grund­lage. Es wer­den aber auch Aktio­nen und Berichte von Neon­azis selb­st doku­men­tiert.

Organ­isierte Neon­azis laufen auf ras­sis­tis­chen Aufmärschen mit
Allein im Jan­u­ar 2015 zählen wir neun Aufmärsche, an denen organ­isierte Neon­azis aus Pots­dam und Umge­bung an ras­sis­tis­chen PEGI­DA-Demon­stra­tio­nen bran­den­burg- und bun­desweit teil­nah­men. Bere­its im Novem­ber 2014, als sich die PEGI­DA-Bewe­gung kon­sti­tu­ierte, kon­nten wir eine regelmäßige Teil­nahme Pots­damer Neon­azis auf eben diesen Aufmärschen beobacht­en.
Sie ini­ti­ierten unter anderem die völkisch-ras­sis­tisch aus­gerichtete Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land gegen Über­frem­dung”, die sich nicht offen als neon­azis­tis­ches Label präsen­tiert, son­dern sich vor allem mit ras­sis­tis­chen Aktiv­itäten pro­fil­iert. Die Trans­par­ente dieser Kam­pagne waren zahlre­iche Male bei Aufmärschen zu sehen, eben­so die mit ihr assozi­ierten Neon­azis. Neben ein­er Web­site war die Kam­pagne haupt­säch­lich durch eine mehrmals täglich aktu­al­isierte Face­book-Seite wahrnehm­bar. Am 18. Dezem­ber wurde die Kam­pagne jedoch offen­bar eingestellt und kurz darauf die Face­book-Seite und Web­site gelöscht.
Selb­st ernan­nte “besorgte“ Bürger_innen stören sich offen­bar nicht daran, mit ein­schlägig bekan­nten Neon­azis, die zum Beispiel zum NSU-Unter­stützungskreis und zur Recht­sRock-Szene gehören, auf den sel­ben Demon­stra­tio­nen zu marschieren.

Es ist kein Geheim­nis mehr, dass Neon­azis ras­sis­tis­che Ver­anstal­tun­gen mit bürg­er­lichem Anstrich im Hin­ter­grund maßge­blich oder ini­tial organ­isieren. Der NPD-Kad­er Maik Schnei­der meldete beispiel­sweise als Einzelper­son Kundge­bun­gen und Demon­stra­tio­nen in Jüter­bog und Nauen an, die sich vor allem an ras­sis­tis­che weiße deutsche Anwohner_innen und Neon­azis richt­en – ohne dies im Namen sein­er Partei, der NPD, zu tun. Diese Tak­tik garantiert Schnei­der & Co. eine höhere Anzahl von Teil­nehmenden und ein erfol­gre­ich­es Wirken inner­halb der Mehrheits­ge­sellschaft. Das Label wird an ein bürg­er­lich­es Pub­likum angepasst und somit anschlussfähig an die Parolen der “kri­tis­chen” ras­sis­tis­chen Bürger_innen, während die zen­tralen Inhalte der Neon­azi-Ide­olo­gie bleiben – völkisch­er Nation­al­is­mus und Ras­sis­mus.

Aktiv­itäten von “Der III. Weg” im Pots­damer Umland und in Bran­den­burg
Aktive Pots­damer Neon­azis sind vor allem in der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” und deren Umfeld organ­isiert. Dazu gehört auch die Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land gegen Über­frem­dung” sowie die “Gefan­genen­hil­fe”. Dass diese Grup­pierun­gen ein ähn­lich­es Umfeld bedi­enen, zeigte sich Ende Mai auf einem gemein­samen Fußball­turnier der Grup­pierun­gen.
Maßge­bliche Akteure sind Maik Eminger und weit­ere Neon­azis der “Freie Kräfte Pots­dam”, die sich nun­mehr u.a. durch das Label “Licht und Schat­ten” Gehör ver­schaf­fen.
Im April verkün­dete Maik Eminger auf ein­er Kundge­bung in Werder/Havel, dass sich nun der „Stützpunkt Pots­dam-Mit­tel­mark“ der Kle­in­st­partei gegrün­det habe. Ihm zur­Seite ste­ht der Ex-NPDler Pas­cal Stolle.
In Pots­dam hat sich “Der III. Weg” bish­er nicht durch offenkundi­ge poli­tis­che Ver­anstal­tun­gen gezeigt, allerd­ings verklebten Neon­azis von Zeit zu Zeit Aufk­le­ber der Partei in den Stadt­teilen Am Stern und Babels­berg. Im Okto­ber verteil­ten Neon­azis Flug­blät­ter von “Der III. Weg” und der NPD im Pots­damer Stadt­teil Drewitz, um gegen die dort geplante Unterkun­ft für Geflüchtete zu mobil­isieren und ras­sis­tis­che Inhalte zu ver­bre­it­en.

Die Pots­damer Neon­azis von “Der III. Weg” ver­suchen ihre ras­sis­tis­chen Inhalte vor allem im Pots­damer Umland zu ver­bre­it­en. Ihre Aktio­nen richt­en sich gegen Refugees und deren Unter­bringung und knüpfen regelmäßig an die schon ras­sis­tisch aufge­lade­nen Diskurse an den jew­eili­gen Stan­dorten an. Dazu fahren sie in die jew­eili­gen Orte und beteili­gen sich an den dor­ti­gen Ver­samm­lun­gen und Infor­ma­tionsver­anstal­tun­gen. Im Juni taucht­en sie beispiel­sweise in Michen­dorf und Dams­dorf auf, um an den “Anwohn­erver­samm­lun­gen” teilzunehmen, bzw. davor Fly­er zu verteilen.

Ihre Präsenz konzen­tri­ert sich bish­er vor allem auf Pots­dam-Mit­tel­mark, dem Wohnort von Maik Eminger. Außer­dem fahren sie bran­den­burg- und bun­desweit zu Neon­azi-Kundge­bun­gen. Mitunter sind sie aber auch die Organisator_innen neon­azis­tis­ch­er Kundge­bun­gen, wie in Werder/Havel und Brandenburg/Havel am 18. April 2015.
Ihr Auftreten ori­en­tiert sich dabei auf­fäl­lig an ein­er faschis­toiden Ästhetik. Sie insze­nieren sich mit Fah­nen, einem Redner_innenpult, welch­es die römis­chen Zahl Drei ziert, in strenger For­ma­tion und ihrem Gruß mit der Faust, der an den “Hit­ler­gruß” angelehnt ist. Sie ver­suchen sich dadurch sowohl inhaltlich als auch organ­isatorisch als Elite der neon­azis­tis­chen Szene darzustellen.

Die NPD in Pots­dam
Anfang Okto­ber meldete sich der NPD-Stadtver­band Pots­dam mit ein­er neuen Web­site zurück in der Öffentlichkeit. Lange Zeit kon­nte die NPD sich in Pots­dam mit poli­tis­chen Vertreter_innen nicht etablieren. Auch, weil 2011 durch den Aus­tritt des dama­li­gen Vor­sitzende Mar­cel Guse aus der Partei keine Protagonist_innen diese Lücke füllen kon­nten und woll­ten.
Das neue Aushängeschild der Pots­damer NPD ist Maik Schnei­der. Der in Nauen wohn­hafte Neon­azi kan­di­dierte 2013 bere­its als NPD-Direk­tkan­di­dat zu den Bun­destagswahlen. Für den NPD-Stadtver­band tritt er nun als “Ansprech­part­ner bei Fra­gen aus Pots­dam” auf. Seit Juli 2015 ist er in der Nauen­er Stadtverord­neten­ver­samm­lung erneut als NPD-Abge­ord­neter präsent. Dieses Man­dat hat­te er bere­its von 2008 bis 2014 inne. Da er auf der Hein­rich-von-Kleist-Schule in Pots­dam sein Abitur nach­holt und 2016 beste­hen möchte, ist Schnei­der seit 2013 regelmäßig in Pots­dam anzutr­e­f­fen.
Gute Kon­tak­te zu Pots­damer Neon­azis zeigen sich nicht nur durch das gemein­same Auftreten auf poli­tis­chen Ver­anstal­tun­gen, son­dern auch durch eine gemein­same Verabre­dung zum Verkleben neon­azis­tis­ch­er Pro­pa­gan­da wie im April 2015. In den Pots­damer Stadt­teilen Wald­stadt und Am Stern verklebten Schnei­der und weit­ere Neon­azis die ras­sis­tis­chen Plakate “Ihr seid wed­er Flüchtlinge noch willkom­men”, welche sich stilis­tisch an das “Refugees Welcome”-Logo anlehnen.
Schnei­der ist außer­dem jeden Monat auf neon­azis­tis­chen und ras­sis­tis­chen Ver­anstal­tun­gen anwe­send oder organ­isiert diese. Dabei ist er auch bei Ver­anstal­tun­gen von BÄRGIDA, ras­sis­tis­chen Aufmärschen in Oranien­burg, “Ein Licht für Deutsch­land gegen Über­frem­dung”, “Der III. Weg” oder der AfD anzutr­e­f­fen.

In Nauen ist Maik Schnei­der maßge­blich an der Organ­i­sa­tio­nund Durch­führung der ras­sis­tis­chen Proteste gegen die Unter­bringung von Geflüchteten beteiligt. Auf Kundge­bun­gen und Demon­stra­tio­nen tritt er wahlweise als Red­ner, Ord­ner, Anmelder, Fahrer des Laut­sprecher­wa­gens oder in ein­er all­ge­meinen organ­isatorischen Rolle auf.
Im Feb­ru­ar war er fed­er­führend an der Eskala­tion bei der Stadtverord­neten­ver­samm­lung in Nauen beteiligt, als fün­fzig Neon­azis und weit­ere hun­dert ras­sis­tis­che Bürger_innen die Ver­samm­lung mit men­schen­ver­ach­t­en­den Parolen störten. Die Ver­anstal­tung musste auf­grund der hohen Eskala­tion­sstufe unter­brochen wer­den.
Nach dem Bran­dan­schlag auf die geplante Unterkun­ft in Nauen im August, war er in der Nähe der anti­ras­sis­tis­chen Kundge­bung mit weit­eren Neon­azis aus Ost-Prig­nitz anwe­send, die sich mit Eisen­stan­gen bewaffneten und ver­sucht­en die anti­ras­sis­tis­che Demon­stra­tion anzu­greifen.
Bevor sich im Novem­ber in Jüter­bog der Sprengstof­fan­schlag in ein­er evan­ge­lis­chen Ein­rich­tung ereignete, war Schnei­der Ver­samm­lungsleit­er der zuvor durchge­führten ras­sis­tis­chen Demon­stra­tion gegen Geflüchtete.
In Pots­dam wurde die NPD Mitte Dezem­ber aktiv, als der Bran­den­burg­er Lan­desver­band der Partei eine Kundge­bung vor der Staatskan­zlei während der dort zeit­gle­ich stat­tfind­en­den “Inte­gra­tionskon­ferenz” abhielt.

Die NPD ver­sucht, ver­mut­lich bestärkt durch die Anschlussfähigkeit ras­sis­tis­ch­er Posi­tio­nen, in Pots­dam Fuß zu fassen. Kon­nte sie 2014 zu den Land­tagswahlen noch ihre Inhalte ins Stadt­bild tra­gen, sind 2015 über das Jahr verteilt kaum Pro­pa­gan­dav­erteilun­gen zu verze­ich­nen. Es sind weniger die NPD-Struk­turen, die in ihren Aktiv­itäten sicht­bar sind, son­dern eher Einzelper­so­n­en, die sich mit Hil­fe des Partei-Labels ver­suchen, strate­gisch an Diskurse anzuschließen.
Schnei­der ist dabei Pro­tag­o­nist und ein gut organ­isiert­er Neon­azi-Kad­er, der sich mit gewalt­täti­gen Neon­azis umgibt und Zugang zu bun­desweit­en poli­tis­chen Funk­tionären und Parteigeldern hat.
Durch sein unschein­bares Auftreten find­et er beson­ders guten Anschluss in den weni­gen ras­sis­tis­chen Zusam­men­hän­gen, die sich noch von organ­isierten Neon­azis ver­suchen öffentlich abzu­gren­zen.

Raum für ras­sis­tis­che Ressen­ti­ments – “Anwohner­in­for­ma­tio­nen”
Ob in den Stadt­teilen Am Stern, Born­st­edt, Drewitz oder in Fahrland – über­all wer­den auf den “Anwohner­in­for­ma­tio­nen” ras­sis­tis­che Vorurteile geäußert, ihnen Raum gegeben und z.T. als legit­ime Mei­n­ungsäußerun­gen oder “Angst” ste­hen gelassen. Allerd­ings muss in Bezug auf Pots­dam auch ange­merkt wer­den, dass häu­fig durch eine gute Mod­er­a­tion und die Anwe­sen­heit viel­er anti­ras­sis­tis­ch­er Besucher_innen diesen Ten­den­zen wenig Beach­tung geschenkt oder argu­men­ta­tiv ent­ge­gen getreten wer­den kon­nte.
Zum Ende des Jahres “wurde die Stim­mung schlechter”, wie es Lokalzeitun­gen beschrieben. Die Ver­samm­lung im Stadt­teil Drewitz zeich­nete sich durch eine aggres­sive Grund­stim­mung und Äußerun­gen aus, die sich auch gegen die (poten­tiellen) Helfer_innen richtete. Auch die Dro­hung “spätestens Sil­vester bren­nen die Dinger”, wurde von Anwe­senden geäußert.
In Fahrland zeigten sich eben­falls ver­stärkt ras­sis­tis­che Aktiv­itäten. So unterze­ich­neten Mitte Okto­ber “Eltern” und “Anwohn­er” einen offe­nen Brief gegen die dort geplante Unterkun­ft für Geflüchtete.
Organ­isierte Neon­azis sahen darin wohl die Gun­st der Stunde und erschienen auf der Nach­fol­gev­er­anstal­tung zu den geplanten Unterkün­ften Ende Okto­ber. Sie ver­lasen, ohne jegliche Gegen­wehr der Anwe­senden, ihre neon­azis­tis­che Pro­pa­gan­da.

Das Konzept der “Anwohner­in­for­ma­tion” muss generell über­dacht wer­den – Anwohner_innen und alle, die mitre­den wollen, reden eben über andere, die nicht anwe­send sind, um die es aber geht. Es wird sug­geriert, es gäbe einen kri­tis­chen Aus­nah­mezu­s­tand für den jew­eili­gen Ort, wenn geflüchtete Men­schen in der Nach­barschaft einziehen. Statt langfristig zu über­legen, wie Geflüchtete in den Sozial­raum einge­bun­den wer­den kön­nen und Unter­stützung geleis­tet wer­den kann, wird Anwohner_innen in ein­er Art “Krisen­tr­e­f­fen” der Raum gegeben, unter dem Deck­man­tel der “Besorg­nis” ras­sis­tisch zu argu­men­tieren, ohne dass diese wirk­lich sehen, um wen oder was es wirk­lich geht – Men­schen, die Hil­fe brauchen, weil sie auf Grund von Ver­fol­gung, Folter, Hunger, Miss­brauch oder aus Angst flücht­en, um zu über­leben und weit­er­leben zu kön­nen. Dass Krieg alle bet­rifft und gesellschaftliche Struk­turen ändert, wird anscheinend nicht ver­standen oder wissentlich über­gan­gen.

Eine Kri­tik, die wir teilen, for­mulierte bere­its der “Utopia e.V.” im Dezem­ber 2014:
“Das Konzept, eine Einwohner*innenversammlung im Zuge der Eröff­nung ein­er neuen Geflüchtete­nun­terkun­ft ist hoch umstrit­ten und gehört keines­falls zum Stan­dard­reper­toire der kom­mu­nalen Poli­tik. Viele Gemein­den haben sich dage­gen entsch­ieden, weil eine der­ar­tige Ver­anstal­tung ras­sis­tis­chen Ressen­ti­ments und Intol­er­anz all denen gegenüber Raum gibt, welche nicht als „deutsch“ wahrgenom­men wer­den. Genau das ist der Fall, wenn „Äng­ste und Sor­gen“ der Anwohner*innen von der Stadt „ernst genom­men wer­den“, ohne gle­ichzeit­ig deut­lich zu sagen, dass das Recht auf Asyl (Grundge­setz) und der Schutz vor Ver­fol­gung (UN-Flüchtlingskon­ven­tion) nicht ver­han­del­bar sind.”

Ras­sis­tis­che Über­griffe häufen sich
Im Ver­gle­ich zu unser­er Chronik aus dem Jahr 2014 hat sich die Anzahl der ras­sis­tisch motivierten Über­griffe fast ver­dop­pelt.
Ras­sis­tis­chen Belei­di­gun­gen und Pro­pa­gan­da gegen Geflüchtete, sowie das Zeigen ein­er solchen Ein­stel­lung in der Öffentlichkeit und in den Medi­en, motiviert Neon­azis und Rassist_innen Über­griffe durchzuführen.
In der Pots­damer Innen­stadt wur­den im Juli beispiel­sweise eine Frau und ihre Kinder ras­sis­tisch belei­digt, mit dem Tode bedro­ht und zur Hil­fe kom­mende Per­so­n­en geschla­gen. Der Täter trug dabei eine Schreckschuss­waffe bei sich. Im August wurde eine Fam­i­lie im Stadt­teil Wald­stadt ras­sis­tisch bedro­ht und mit Steinen, die die Täter aus dem Gleis­bett der Tram sam­melten, bewor­fen. Im Sep­tem­ber schlu­gen drei Jugendliche auf der Fre­und­schaftsin­sel einen Jun­gen zusam­men, nach­dem sie ihn nach sein­er Herkun­ft fragten. Eine Anwohner­in am Schlaatz wurde nach mehreren ras­sis­tis­chen Ein­schüchterun­gen und Schika­nen nachts in ihrer Woh­nung über­fall­en und zusam­mengeschla­gen.

Im Som­mer hat­te die Opfer­per­spek­tive auf einen Vor­fall hingewiesen, bei dem der Kapitän des Män­ner-Teams von “Wel­come Unit­ed 03” im Mai aus ein­er Werk­statt her­aus ange­grif­f­en wurde. Laut Antifaschis­tis­che Recherche_Potsdam//Umland arbeit­et in dieser Werk­statt min­destens ein bekan­nter Pots­damer Neon­azi, Tim B. Im Herb­st soll sich außer­dem ein weit­er­er ras­sis­tis­ch­er Vor­fall aus der Werk­statt her­aus ereignet haben, so die Recherchegruppe.
Dass trotz öffentlich bekan­nter Fak­ten keine sicht­baren Kon­se­quen­zen oder Posi­tion­ierun­gen zu diesen Fällen zu vernehmen sind, zeigt uns die gefährlich gesunkene Tol­er­anz­gren­ze und “Gewöh­nung” an ras­sis­tis­che Angriffe.
Die Opfer­per­spek­tive verdeut­licht in einem Inter­view mit der PNN, dass es im Stadt­teil Schlaatz ver­mehrt zu ras­sis­tis­chen Über­grif­f­en kommt. Eine Reak­tion seit­ens der Stadt, der Sicher­heits­be­hör­den oder antifaschis­tis­ch­er oder anti­ras­sis­tis­ch­er Grup­pen ist jedoch bish­er nicht zu vernehmen.

Mehr und Mehr men­schen­ver­ach­t­ende Pro­pa­gan­da
Wie auch im let­zten Jahr wur­den über das Jahr verteilt wieder ver­mehrt Hak­enkreuze und andere neon­azis­tis­che Schmier­ereien im Stadt­bild ange­bracht. Nazi-Sym­bole an jüdis­chen Ein­rich­tun­gen, ras­sis­tis­che Aufk­le­ber in der Nähe von Unterkün­ften für geflüchtete Men­schen, ras­sis­tis­che und anti­semi­tis­che Ban­ner und “Hit­ler­grüße” an die Fans und das Män­ner-Team des SV Babels­berg 03 während der Spiele oder Plakate mit ver­schwörungside­ol­o­gis­chen oder ras­sis­tis­chen Inhal­ten sind regelmäßige Beobach­tun­gen von men­schen­ver­ach­t­en­den Aktiv­itäten 2015 in Pots­dam.
In der Okto­ber­nacht, als Anhänger_innen der Neon­azi­partei “Der III. Weg” im Stadt­teil Babels­berg ihre Kneipen­tour been­de­ten, tauchen am Obelisk in der Pots­damer Innen­stadt wie auch in Stahns­dorf Hak­enkreuz-Schmier­ereien und neon­azis­tis­che Parolen auf. In einem PNN-Artikel über das ange­brachte Hak­enkreuz am Obelisk in der Höhe von vier bis fünf Metern wird sug­geriert, dass die Täter_innen eine Leit­er benutzt haben müssen. Das zeigt eine gezielte Pla­nung im Anbrin­gen von neon­azis­tis­ch­er Pro­pa­gan­da.

In dieser Chronik sind nicht ansatzweise alle Stick­er, Schmier­ereien oder Plakate mit neon­azis­tis­chen, ras­sis­tis­chen, ver­schwörungside­ol­o­gis­chen oder son­sti­gen men­schen­ver­ach­t­en­den Inhal­ten aufge­führt. Da diese tagtäglich im gesamten Stadt­ge­bi­et ver­bre­it­et wer­den, ist eine Reg­istrierung nicht möglich und wir müssen uns auf größere bzw. flächen­deck­endere, uns bekan­nte, Pro­pa­gan­daak­tio­nen beschränken.

Men­schen­ver­ach­t­ende Pro­pa­gan­da wird aber auch in Massen virtuell ver­bre­it­et. Dazu zählt u.a. die Kon­struk­tion und Ver­bre­itung falsch­er Tat­sachen über wahlweise geflüchtete Men­schen, die “Lügen­presse”, das “Merkel-Regime” oder son­stige The­men, die Rassist_innen und andere Men­schen­feinde behan­deln, um ihre kru­den Stand­punk­te in der Öffentlichkeit zu vertreten. Dies ist auf Grund der Fülle der Kom­mentare, Beiträge und Artikel noch aufwändi­ger zu doku­men­tieren als etwas “Hand­festes”, wie Stick­er oder Schmier­ereien. Virtuelle Het­ze war in den sozialen Net­zw­erken auch mit Pots­damer Bezug zu beobacht­en. Als der sech­sjährige Elias Mitte Juli von einem Spielplatz ent­führt wird, wer­den sofort ver­meintliche Zusam­men­hänge mit geflüchteten Men­schen kon­stru­iert. In ein­er Face­book-Gruppe, in der die Suche nach Elias bewor­ben und koor­diniert wer­den sollte, wurde dazu aufgerufen, doch mal “im Asy­lanten­heim nachzuschauen” – ras­sis­tis­che Vorurteile und Pro­pa­gan­da wer­den so weit­er ver­bre­it­et. Für einen direk­ten Aufruf zu Gewalt wird im Juli Tobias G. zu ein­er Geld­strafe verurteilt, weil er im Dezem­ber 2014 auf der Face­book-Seite “Bran­den­burg wehrt sich” dazu aufrief, Unterkün­fte für geflüchtete Men­schen anzuzün­den.
Wir sehen eine Notwendigkeit in der Aufk­lärung und Bewusst­machung men­schen­ver­ach­t­en­der Inhalte, damit beispiel­sweise ver­schwörungside­ol­o­gis­che und anti­semi­tis­che Bands wie “Die Band­bre­ite” nicht unkom­men­tiert in regionalen Zeitun­gen bewor­ben wer­den und ihre Pro­pa­gan­da so weit­er ver­bre­it­et wird. Die Märkische All­ge­meine Zeitung fällt dabei immer wieder durch frag­würdi­ge Inhalte auf. Wenn Journalist_innen in Bezug auf die PEGI­DA-Demon­stra­tio­nen regelmäßig von “Asylkri­tik­er” schreiben, fehlt der Redak­tion ganz offen­sichtlich ein kri­tis­ch­er Blick und die nötige Dis­tanz auf das, worüber sie schreiben.

Die AfD als Ideenge­berin in ras­sis­tis­chen Diskursen
In Pots­dam ist die “Alter­na­tive für Deutsch­land” sowohl in der Stadtverord­neten­ver­samm­lung, im Land­tag als auch mit eige­nen Ver­anstal­tun­gen und Ver­samm­lun­gen aktiv. Gideon Botsch, Wis­senschaftler des Moses-Mendelssohn-Zen­trum ließ in der MOZ ver­laut­en, dass die AfD sich zu ein­er “nation­alpop­ulis­tis­chen Partei” entwick­elt und starke Offen­heit nach Rechts aufweist.
Die bun­desweit organ­isierte Demon­stra­tion der AfD in Berlin im Novem­ber zeigte deut­lich, dass organ­isierte Neon­azis, auch ander­er Parteien sowie die Anhänger_innen der AfD selb­st, keine Prob­leme damit zu haben scheinen, Seite an Seite aufzu­marschieren.
Wenig Hem­mungen zeigen auch die CDU-Abge­ord­neten Sask­ia Lud­wig und Anja Hein­rich, die für einen AfD-Antrag stimmten, laut dem “es nicht zielführend ist, jeden als Recht­spop­ulis­ten zu beze­ich­nen, der die beste­hende Asyl- und Flüchtlingspoli­tik kri­tisiert”. Am sel­ben Tag organ­isierte die AfD eine Kundge­bung “gegen Asylmiss­brauch” vor dem Land­tag.
Vor allem die Bran­den­burg­er AfD zeich­net sich durch Aus­sagen ihres Lan­desvor­sitzen­den Gauland aus, in denen er mit ras­sis­tis­chen Ver­satzstück­en und Vorurteilen spielt.
Anders als in manchen Bran­den­burg­er Kle­in­städten oder Dör­fern, in denen die AfD “Bürg­er­dialoge” organ­isiert, um mit Anwohner_innen über ihre “Sor­gen” zu reden oder größere Demon­stra­tio­nen durch­führt, kön­nen sie in Pots­dam solche Ver­anstal­tun­gen nicht unwider­sprochen durch­führen. Kundge­bun­gen der AfD wird in Pots­dam bish­er mit weitaus größeren Gegen­ver­anstal­tun­gen begeg­net.
Den­noch besuchen einige AfDler_innen die soge­nan­nten “Anwohn­erver­samm­lun­gen” in Pots­dam oder ver­suchen an his­torischen Dat­en, wie dem 8. Mai, geschicht­srel­a­tivierend “Allen Opfern” zu gedenken.

Aus­blick auf das Jahr 2016
Die organ­isierten Neon­azistruk­turen sehen und ergreifen aktuell die Chance an ras­sis­tis­chen Diskursen teilzunehmen, sie zu bee­in­flussen und ihre, mitunter organ­isatorische, Rollen darin zu etablieren. Sie besuchen PEGI­DA-Aufmärsche, verteilen gezielt Pro­pa­gan­da rund um (geplante) Unterkün­fte für Refugees, gehen zu den “Anwohner­in­for­ma­tio­nen” oder organ­isieren selb­st Kundge­bun­gen unter PEGI­DA-ähn­lichen Parolen.
Die Sit­u­a­tion in Nauen ist ein Parade­beispiel neon­azis­tis­ch­er Organ­isierung und Aktiv­itäten unter dem Deck­man­tel ras­sis­tis­ch­er Parolen, um anschlussfähig bei den Anwohner_innen vor Ort zu bleiben. Das ganze Jahr über wur­den ras­sis­tis­che und neon­azis­tis­che Kundge­bun­gen organ­isiert, im Feb­ru­ar unter ver­hält­nis­mäßig großen Protest die Stadtverord­neten­ver­samm­lung durch Rassist_innen und Neon­azis gestört, Ende August wurde die Halle für die geplante Unterkun­ft niederge­bran­nt – und selb­st bei der anti­ras­sis­tis­chen Sol­i­dar­ität­skundge­bung, organ­isiert durch örtliche Parteien und zivilge­sellschaftliche Akteure, taucht­en Neon­azis bewaffnet mit Eisen­stan­gen auf, um diese anzu­greifen.
Es fällt auf, dass Pots­damer Neon­azis nicht nur in Pots­dam aktiv sind, son­dern sich momen­tan vor­rangig in den Orten, an denen sie mit ihren Inhal­ten anschlussfähiger und erfol­gre­ich­er sind, engagieren.
Ras­sis­mus be- und entste­ht über­all in der Gesellschaft und ist kein Rand­phänomen, das sich auf Neon­azis und Rechtspopulist_innen beschränken lässt. Es ist nicht über­raschend, dass Neon­azis sich inmit­ten dieser Proteste befind­en, diese zum Teil mitor­gan­isieren und anleit­en.
Ein der­art großer Mobil­isierungser­folg für ras­sis­tis­che Posi­tio­nen grün­det auch auf ein­er unqual­i­fizierten Debat­te über die The­matik der Ver­leug­nung eigen­er ras­sis­tis­ch­er Posi­tio­nen seit­ens der Debat­tieren­den und einem Begriff von Ras­sis­mus, der schon von Beginn an der Kom­plex­ität des The­mas nicht gerecht wurde.
Zur Zeit ver­suchen Neon­azis unter dem PEGI­DA-Label sich in Pots­dam mit ihren Posi­tio­nen zu etablieren. Diese wer­den aber bish­er nicht durch die neon­azis­tis­che Szene der Stadt getra­gen oder maßge­blich bee­in­flusst. Ob und wie sich diese Proteste in Pots­dam etablieren, bleibt abzuwarten.

Neon­azis­tis­che, ras­sis­tis­che und alle weit­eren men­schen­ver­ach­t­en­den Über­griffe geschehen im gesamten Stadt­ge­bi­et, Pro­pa­gan­da und Schmier­ereien wer­den kon­tinuier­lich ver­bre­it­et. Um eine Chronik neon­azis­tis­ch­er und men­schen­ver­ach­t­en­der Aktiv­itäten 2016 so umfassend wie möglich erstellen zu kön­nen, sind wir wie in jedem Jahr auf Infor­ma­tio­nen von außen angewiesen: Meldet euch bei uns, wenn ihr diskri­m­inierende Aktio­nen, Pro­pa­gan­da oder andere Aktiv­itäten mit­bekommt! Kon­tak­tiert uns oder den Vere­in Opfer­per­spek­tive e.V., wenn ihr von ras­sis­tis­chen oder neon­azis­tis­chen Über­grif­f­en und Aktio­nen hört oder selb­st betrof­fen seid. Wir wer­den euch best­möglich unter­stützen.
Das APAP wird auch im Jahr 2016 die Aktiv­itäten der Pots­damer Neon­azis doku­men­tieren und hofft dabei weit­er­hin auf Unter­stützung.

Jan­u­ar
01.01. – Unbekan­nte lassen im Briefkas­ten der Geset­zestreuen Jüdis­chen Lan­des­ge­meinde Bran­den­burg in Pots­dam einen Feuer­w­erk­skör­p­er explodieren. Die Gemeinde spricht von einem Anschlag, die Polizei von einem “Sil­vester­scherz”. (Quelle: MAZ)
02.01. – Im Bahn­hof Char­lot­ten­hof tauchen Fly­er der NPD auf. Diese wur­den mut­maßlich im Umfeld des Bahn­hofs verteilt. (Quelle: APAP)
05.01. – Pots­damer Neon­azis nehmen für die ras­sis­tis­che Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land” an der PEGI­DA-Demon­stra­tion in Dres­den teil. Sie zeigen Schilder mit ihrem Kam­pag­nen­l­o­go, ein­er bren­nen­den Fack­el, sowie ein kleines Hochtrans­par­ent mit der Auf­schrift “Wir sind ein Volk”. (Quelle: APAP)
09.01. – Am frühen Abend zeigt ein Mann den “Hit­ler­gruß” am Rathaus Babels­berg. (Quelle: APAP)
12.01. – Im Namen ihrer ras­sis­tis­chen Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land” nehmen Pots­damer Neon­azis an der BAGI­DA-Demon­stra­tion, Ableger der PEGI­DA-Demon­stra­tio­nen, in München teil. Sie zeigen u.a. ein kleines Hochtrans­par­ent mit der Auf­schrift “Wir sind ein Volk”. (Quelle: APAP)
12.01. – Pots­damer Neon­azis, u.a. der NPD-Kad­er Maik Schnei­der, nehmen an der BÄRGI­DA-Demon­stra­tion, Berlin­er Ableger der ras­sis­tis­chen PEGI­DA-Ver­samm­lun­gen, teil. (Quelle: APAP)
17.01. – Pots­damer Neon­azis nehmen in Frankfurt/Oder für die Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land” an der Demon­stra­tion der ras­sis­tis­chen Ini­tia­tive “Frankfurt/Oder wehrt sich” teil. Sie bilden mit einem Trans­par­ent einen eige­nen Block. Der in Pots­dam aktive Neon­azi-Kad­er Maik Eminger hält einen Rede­beitrag. (Quelle: APAP)
18.01. – Während der Abschlusskundge­bung ein­er anti­ras­sis­tis­chen Demon­stra­tion wird aus dem Wohn­block am Stau­den­hof von ein­er ver­mummten Per­son ein AFD-Wahlplakat her­aus­ge­hal­ten und der “Hit­ler­gruß” gezeigt. (Quellen: APAP, PNN)
21.01. – Pots­damer Neon­azis, u.a. Maik Eminger, nehmen für die Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land” an der ras­sis­tis­chen LEGI­DA-Demon­stra­tion, Ableger der PEGI­DA-Ver­samm­lun­gen, in Leipzig teil. (Quellen: APAP, leipzig.antifa.de)
21.01. – Der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der ist Mitor­gan­isator eines ras­sis­tis­chen “Abendspazier­ganges” gegen Geflüchtete in Oranien­burg. Er führt zusam­men mit anderen die Demon­stra­tion mit einem Trans­par­ent, das er mithält, an. (Quellen: APAP, Press­eser­vice Rathenow)
25.01. – Im Rah­men ihrer ras­sis­tis­chen Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land” nehmen Pots­damer Neon­azis an der PEGI­DA-Demon­stra­tion in Dres­den teil. (Quelle: APAP)
26.01. – Pots­damer Neon­azis, u.a. der Kad­er Maik Eminger, Mar­tin K., Phillip H. und Tim B., nehmen für die ras­sis­tis­che Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land” an der BRAMM-Demon­stra­tion, dem Bran­den­burg­er Ableger der Pegi­da-Demon­stra­tion, in Brandenburg/Havel teil. Sie zeigen Schilder mit ihrem Kam­pag­nen­l­o­go, ein­er bren­nen­den Fack­el, sowie ein kleines Hochtrans­par­ent mit der Auf­schrift “Wir sind ein Volk”. (Quellen: ARPU, APAP)
29.01. – Auf ein­er Infor­ma­tionsver­anstal­tung für Anwohner_innen zum The­ma der Unter­bringung von Geflüchteten am Stern äußern sich mehrere Anwe­sende mit ras­sis­tis­chen und sozial-chau­vin­is­tis­chen Wort­beiträ­gen. (Quelle: APAP)
30.01. – Pots­damer Neon­azis, u.a. Maik Eminger, nehmen für die ras­sis­tis­che Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land” an der LEGI­DA-Demon­stra­tion, Ableger der PEGI­DA-Ver­samm­lun­gen, in Leipzig teil. (Quelle: APAP)
Feb­ru­ar
Anfang Feb­ru­ar – Nach­dem bekan­nt wird, dass die Stadt eine Unterkun­ft für Asyl­suchende im Pots­damer Stadt­teil Born­st­edt plant, äußern sich vor allem Anwohner_innen mit ras­sis­tis­chen und sozialchau­vin­is­tis­chen Beiträ­gen. Beim Ober­bürg­er­meis­ter gehen (offene) Briefe ein, in denen entsprechende Vorurteile geäußert und die Ver­legung der Unterkun­ft gefordert wer­den. (Quelle: MAZ)
04.02. – Unbekan­nte schmieren im Bahn­hof Park Sanssouci ras­sis­tis­che und ver­schwörungside­ol­o­gis­che Sprüche, wie beispiel­sweise “Asy­lanten Raus” oder “Lügen­presse”. (Quelle: APAP)
09.02. – Pots­damer Neon­azis, u.a. der Sänger der Pots­damer Recht­sRock-Band “Preussen­stolz” Patrick D., nehmen für die ras­sis­tis­che Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land” an der BRAMM-Demon­stra­tion in Brandenburg/Havel teil. Sie zeigen Schilder mit ihrem Kam­pag­nen­l­o­go, ein­er bren­nen­den Fack­el, sowie ein kleines Hochtrans­par­ent mit der Auf­schrift “Wir sind ein Volk”. (Quelle: APAP)
12.02. – Auf ein­er Infor­ma­tionsver­anstal­tung für Anwohner_innen zum The­ma der Unter­bringung von Geflüchteten im Pots­damer Stadt­teil Born­st­edt äußern sich mehrere Anwe­sende mit ras­sis­tis­chen und sozialchau­vin­is­tis­chen Rede­beiträ­gen. (Quelle: APAP)
12.02. – In Nauen sor­gen u.a. Pots­damer Neon­azis, darunter der NPD-Kad­er Maik Schnei­der, für die Unter­brechung der Stadtverord­neten­ver­samm­lung. Auf dieser sollte über den Verkauf eines Grund­stück­es für eine geplante Geflüchtete­nun­terkun­ft entsch­ieden wer­den. Etwa 50 Neon­azis und weit­ere 100 ras­sis­tis­che Bürger_innen lassen die Ver­anstal­tung eskalieren, sodass der Saal geräumt wird. Die Anwe­senden äußern sich mit ras­sis­tis­chen Zwis­chenre­den und stim­men Parolen wie “Aus­län­der raus” oder “Nein zum Asy­lanten­heim” an. Maik Schnei­der ist dabei maßge­blich an der Eskala­tion beteiligt. Er stimmt Parolen an und zeigt fort­laufend ein Ban­ner mit der Auf­schrift “Asyl­be­trug ist kein Men­schen­recht – Nein zum Heim”. Gegen Schnei­der sollen seit dem polizeiliche Ermit­tlun­gen laufen. (Quellen: Press­eser­vice Rathenow, APAP)
19.02. – Ein 28-jähriger Mann wird aus ras­sis­tis­chen Grün­den bedro­ht. Der Täter wirft u.a. einen Feuer­w­erk­skör­p­er auf ihn. (Quellen: Opfer­per­spek­tive, Polizei Bran­den­burg)
21.02. – Die neon­azis­tis­che Partei “Der III. Weg” ver­anstal­tet in Eisen­hüt­ten­stadt eine Kundge­bung und Demon­stra­tion für einen “Aus­län­der­stopp – für die Zukun­ft deutsch­er Fam­i­lien”. Organ­isiert wird die ras­sis­tis­che Ver­samm­lung auch maßge­blich durch Pots­damer Neon­azis. Neben Maik Eminger, Anmelder der Ver­samm­lung und Red­ner, sind u.a. Olaf E., Tobias M., Tim B., Phillip H. und Gabor G. als Akteure vor Ort. (Quellen: APAP, Press­eser­vice Rathenow, ARPU)
25.02. – Die Gruppe “Antifaschis­tis­che Recherche_Potsdam//Umland” gibt bekan­nt, dass der organ­isierte Neon­azi Lukas F. seit drei Jahren in der “Sport­ge­mein­schaft Töplitz 1922 e.V.” aktiv ist. (Quelle: ARPU)
März
01.03. – Beim Fußball­spiel zwis­chen den Män­ner-Teams des SV Babels­berg 03 und dem FC Magde­burg wird als Ord­ner im Gäste­block der bekan­nte Neon­azi Frank H. einge­set­zt. Außer­dem zeigt zu Beginn des Spiels min­destens ein Magde­burg-Fan den Babels­berg-Fans gegenüber den “Hit­ler­gruß” (Quelle: APAP)
07.03. – Vor den alter­na­tiv­en Haus­pro­jek­ten in der Zep­pelin­straße 25/26 wer­den Passant_innen von mut­maßlichen Neon­azis als “Zeck­en” belei­digt und bedro­ht. Weit­er­hin ver­suchen die Neon­azis Fotos von den betrof­fe­nen Per­so­n­en anzufer­ti­gen. (Quelle: APAP)
14.03. – Unter den ca. 80 Teilnehmer_innen ein­er neon­azis­tis­chen Kundge­bung in Nauen gegen eine geplante Unterkun­ft für Geflüchtete sind auch der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der und Maik Eminger, der für die neon­azis­tis­che Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land gegen Über­frem­dung” vor Ort ist, anwe­send. (Quelle: APAP)
28.03. – Beim Fußball­spiel zwis­chen den Män­ner-Teams des SV Babels­berg 03 und dem BFC Dynamo zeigen Gäste­fans den “Hit­ler­gruß” und rufen neon­azis­tis­che Parolen. Die Pots­damer Gabor G., Den­nis H. und Dustin S. sind unter den Neon­azis, die das Spiel auf Seit­en des BFC Dynamo besuchen. Des weit­eren wird bei der Abreise am S-Bahn­hof Babels­berg ein Babels­berg-Fan durch einen BFC-Fan aus dem Umfeld des “Nationaler Wider­stand Berlin” mit einem messerähn­lichen Gegen­stand attack­iert und erlei­det eine Schnittver­let­zung am Bein. (Quellen: APAP, Pots­dam Vibes, nur03)
April
07.04. – Vor einem Super­markt in der Rudolf-Bre­itscheid-Straße in Babels­berg kommt es zu ein­er ras­sis­tis­chen Bedro­hungssi­t­u­a­tion. Eine alko­holisierte Per­son in Thor-Steinar-Klei­dung belei­digt den Verkäufer ein­er Straßen­zeitung und schüchtert diesen ein. (Quelle: APAP)
15.04. – Während des Fußball­spiels der Män­ner-Teams des SV Babels­berg 03 gegen den FC Energie Cot­tbus kommt es zu mehreren neon­azis­tis­chen Vor­fällen im Gäste­block. Es wer­den “Hit­ler­grüße” gezeigt, neon­azis­tis­che und homo­phobe Parolen anges­timmt sowie ein Ban­ner mit der Verunglimp­fung “Zeck­en, Zige­uner & Juden” gezeigt. (Quelle: Pots­dam Vibes)
14.04. – Fünf Pots­damer Neon­azis stellen vor dem Pots­damer Rathaus sowie an einem Gedenkstein auf dem Fried­hof in der Hein­rich-Mann-Allee Kerzen und eine aus Holz gefer­tigte Yr-Rune, als völkisches Sym­bol für “Tod”, auf. Sie posieren mit schwarzen Fah­nen und Fack­eln für einen Bericht, der auf der Web­site “Licht und Schat­ten” erscheint. Anlass für ihre geschicht­sre­vi­sion­is­tis­che Aktion ist der Jahrestag der Bom­bardierung Pots­dams am 14. April 1945. (Quelle: APAP)
16.04. – Der Pots­damer Neon­azi und NPD-Kad­er Maik Schnei­der meldet in Nauen eine Kundge­bung der ras­sis­tis­chen Ini­tia­tive “Nein zum Heim” an. An der Ver­samm­lung mit ca. 120 Teilnehmer_innen beteili­gen sich neben Neon­azis auch ras­sis­tis­che Bürger_innen. (Quellen: APAP, Press­eser­vice Rathenow)
18.04. – Die neon­azis­tis­che Partei “Der III. Weg” ver­anstal­tet mit 30 Teilnehmer_innen am Einkauf­szen­trum Werder­Park in Werder/Havel eine Kundge­bung. Organ­isiert und durchge­führt wird die Ver­samm­lung von Pots­damer Neon­azis, u.a. Tim B., Gabor G., Mar­tin K., Chris­t­ian H., Patrick D., Phillip H. und Maik Eminger, der auch als Red­ner auftritt. Im Anschluss wird die Ver­anstal­tung von den sel­ben Per­so­n­en in Brandenburg/Havel wieder­holt. Eminger gibt auf den Kundge­bun­gen bekan­nt, dass ein erster “Stützpunkt” “Potsdam/Mittelmark” von “Der III. Weg” im Land Bran­den­burg gegrün­det wer­den soll. Leit­er dessen ist Eminger selb­st. (Quellen: APAP, Press­eser­vice Rathenow, ARPU)
20.04. – An ein­er neon­azis­tis­chen Kundge­bung in Nauen, anlässlich der Bom­bardierung der Stadt am Ende des Zweit­en Weltkrieges durch alli­ierte Luftan­griffe, nimmt auch min­destens ein Pots­damer Neon­azi teil. (Quelle: APAP)
25.04. – Pots­damer Neon­azis nehmen für die Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land” und die neon­azis­tis­che Partei “Der III. Weg” in Frankfurt/Oder an ein­er ras­sis­tis­chen Kundge­bung teil. Der Neon­azi-Kad­er Maik Eminger tritt dabei als Organ­isator und Red­ner auf. (Quellen: APAP, Press­eser­vice Rathenow)
26.04. – Pots­damer Neon­azis verkleben u.a. in den Stadt­teilen Wald­stadt und Am Stern ras­sis­tis­che Plakate mit der Auf­schrift “Ihr seid wed­er Flüchtlinge noch willkom­men!”. An der Pro­pa­gan­daak­tion beteiligt sich auch der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der. (Quelle: APAP)
28.04. – Im und um das Pots­damer Einkauf­szen­trum “Stern­cen­ter” verkleben Neon­azis mehrere Stick­er der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg”. (Quelle: APAP)
30.04. – An ein­er ras­sis­tis­chen Demon­stra­tion in Frankfurt/Oder “gegen Über­frem­dung” nehmen auch Pots­damer Neon­azis teil. Neon­azi-Kad­er Maik Eminger hält einen Rede­beitrag. (Quelle: APAP)
Mai
01.05. – An ein­er Demon­stra­tion der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” im thüringis­chen Saalfeld nehmen mehrere Neon­azis aus Pots­dam teil. Neben dem Neon­azi-Kad­er Maik Eminger, der auch als Red­ner auftritt, nehmen u.a. Tim B. und Phillip H. an der Demon­stra­tion teil. (Quellen: ARPU, APAP)
04.05. – Am Stau­den­hof wird ein anti­ras­sis­tis­ch­er Schriftzug von Rassist_innen in den Spruch “Refugees not wel­come” umgekehrt. (Quelle: APAP)
08.05. – Am frühen Abend hal­ten in Wit­ten­berge etwa 50 Neon­azis eine geschicht­sre­vi­sion­is­tis­che Kundge­bung ab. Anlass ist der Jahrestages des Endes des Zweit­en Weltkrieges in Europa 1945. Als Red­ner tritt auch der in Pots­dam aktive Neon­azi-Kad­er Maik Eminger auf. (Quelle: Press­eser­vice Rathenow)
08.05. – Die AFD Pots­dam legt zu den Feier­lichkeit­en anlässlich des Jahrestages der Befreiung Europas vom Nation­al­sozial­is­mus einen Kranz mit geschicht­sre­vi­sion­is­tis­chem Inhalt am Sow­jetis­chen Ehren­fried­hof auf dem Bass­in­platz nieder. Auf ein­er Schärpe gedenken sie “Den Opfern”, das heißt aller Opfer, und ver­men­gen daher Ursache und Kon­se­quenz der Geschehnisse während der nation­al­sozial­is­tis­chen Ver­brechen in Deutsch­land und Europa. (Quelle: APAP)
08./09.05. – In Pots­dam wer­den mehrere jüdis­che Ein­rich­tun­gen und solche mit einem Bezug zum Juden­tum beschmiert. Am Haus der jüdis­chen Zen­tral­wohlfahrtsstelle, am Gebäude der Geset­zestreuen Jüdis­chen Gemeinde sowie dem Moses-Mendelssohn-Zen­trum für europäisch-jüdis­che Stu­di­en (MMZ) wer­den großflächig Graf­fi­ti mit bish­er ungek­lärter Bedeu­tung ange­bracht. (Quelle: PNN)
09.05. – In Lehnin und Brück hält die NPD zwei Kundge­bun­gen unter dem Mot­to “Nein zum Heim!” mit jew­eils 25 Teilnehmer_innen ab. Der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der beteiligt sich an bei­den Ver­samm­lun­gen. (Quellen: Press­eser­vice Rathenow, APAP)
11./12.05. – In der Turn­halle der Fontane-Schule beschmieren Unbekan­nte Schließfäch­er, Türen und Wände mit Hak­enkreuzen und anderen nazis­tis­chen Sym­bol­en. (Quelle: APAP)
14.05. – Am soge­nan­nten Män­nertag schaf­fen u.a. eine 7-köp­fige Män­ner­gruppe in der Pots­damer Innen­stadt eine bedrohliche Atmo­sphäre. Die Mit­glieder der Gruppe tra­gen ein­heitliche rote T-Shirts mit ein­er “88” in einem Ehrenkranz, sowie zum Teil Klei­dung der neon­azis­tis­chen Marke “Thor Steinar”. In neon­azis­tis­chen Kreisen wird die 88 als Code für “Heil Hitler” ver­wen­det. (Quelle: APAP)
14.05. – Ein Geflüchteter wird in unmit­tel­bar­er Nähe der Geflüchtete­nun­terkun­ft An der Alten Zauche von einem Mann, der aus ein­er nahen Autow­erk­statt kommt, zunächst ras­sis­tisch belei­digt, anschließend geschla­gen und getreten. Der Betrof­fene flüchtet gemein­sam mit seinem Begleit­er auf das Gelände der Unterkun­ft, wird dort aber von weit­eren aus der Werk­statt kom­menden Män­nern geschla­gen. Ein­er der Angreifer ver­wen­det dabei einen Schrauben­schlüs­sel. Der anwe­sende Wach­schutz greift nicht ein. Der Betrof­fene kann sich, zum Glück nur leicht ver­let­zt, im Gebäude in Sicher­heit brin­gen. (Quellen: Opfer­per­spek­tive, ARPU)
15.05. – An ein­er ras­sis­tis­chen Demon­stra­tion in Nauen gegen “Aus­län­derge­walt” nehmen ca. 70 Per­so­n­en teil. Der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der fährt auf der Ver­samm­lung den Laut­sprecher­wa­gen. (Quelle: APAP)
23.05. – Pots­damer Neon­azis nehmen für die ras­sis­tis­che Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land” und für die neon­azis­tis­che Partei “Der III. Weg” in Pritzwalk an ein­er neon­azis­tis­chen Kundge­bung teil. Als Red­ner tritt u.a. der in Pots­dam aktive Neon­azi-Kad­er Maik Eminger auf. (Quellen: APAP, Pressser­vice Rathenow)
26.05. – In der Pots­damer Innen­stadt verkleben Unbekan­nte mehrere ras­sis­tis­che und gegen Antifaschis­mus gerichtete Aufk­le­ber. Auf diesen wer­den vor allem ras­sis­tis­che Ressen­ti­ments gegen gläu­bige Muslim_a zum Aus­druck gebracht. (Quelle: APAP)
27.05. – In Stahns­dorf, bei Tel­tow sowie in Klein­mach­now schmieren Neon­azis Hak­enkreuze, das Kürzel “88” für “Heil Hitler” und neon­azis­tis­che Parolen wie “Deutsch­land Erwache!!”. Weit­er­hin verkleben sie Stick­er der NPD. (Quelle: APAP)
29.05. – Auf ein­er Ver­samm­lung der ras­sis­tis­chen Ini­tia­tive “Zukun­ft Nauen” tritt u.a. der in Pots­damer aktive Neon­azi und NPD-Kad­er Maik Schnei­der als Sprech­er auf. Die ins­ge­samt ca. 90 Teilnehmer_innen demon­stri­eren gegen den Bau ein­er Gemein­schaft­sun­terkun­ft für Geflüchtete. (Quellen: APAP, Press­eser­vice Rathenow)
Ende Mai – Am let­zten Mai-Woch­enende ver­anstal­tet die neon­azis­tis­che Partei “Der III. Weg” sowie “gefangenenhilfe.info” ein Fußball­turnier. Pots­damer Neon­azis, u.a. Mar­tin K., Tim B. und Phillip H., nehmen daran teil. (Quelle: APAP)
Juni
03.06. – Pots­damer Neon­azis von “Der III. Weg” ver­suchen in Michen­dorf an ein­er Anwohner_innenversammlung zur geplanten Unter­bringung von Geflüchteten in der Turn­halle des Gym­na­si­ums teilzunehmen. Unter anderem ist der Neon­azi Tim B. vor Ort und ver­sucht sich Zutritt zu ver­schaf­fen. Die Teil­nahme wird durch die Polizei und die Ver­samm­lungsleitung jedoch ver­hin­dert. Daraufhin verteilen die Neon­azis im Umfeld Flug­blät­ter mit ras­sis­tisch-völkischen Inhal­ten. (Quelle: APAP)
06.06. – An ein­er neon­azis­tis­chen Demon­stra­tion unter dem Mot­to “Tag der deutschen Zukun­ft” in Neu­rup­pin beteili­gen sich auch Pots­damer Neon­azis. Unter anderem nehmen Mar­tin K. und Kad­er Maik Eminger, der auch als Red­ner auftritt und mod­eriert, für die neon­azis­tis­che Partei “Der III. Weg” teil. (Quelle: APAP)
17.06. – Etwa 25 Neon­azis verteilen Flug­blät­ter der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” vor ein­er Sporthalle in Dams­dorf, in der eine Infor­ma­tionsver­anstal­tung für Anwohner_innen zum The­ma der Unter­bringung von Geflüchteten stat­tfind­et. Der Ein­tritt zu der Ver­samm­lung wird ihnen ver­wehrt. Auch Pots­damer Neon­azis, unter ihnen die Kad­er Mirko K. und Maik Eminger sowie Phillip H und Tim B., beteili­gen sich an der Aktion. Weit­er­hin nimmt auch der Land­tagsab­ge­ord­nete der AFD Stef­fen Königer aus Werder/Havel an der Ver­anstal­tung teil. (Quellen: APAP, Press­eser­vice Rathenow, PNN, Spiegel TV)
21.06. – Zwei Män­ner über­fall­en aus ras­sis­tis­chen Motiv­en eine Frau in ihrer Woh­nung in Pots­dam. Sie schla­gen und treten auf sie ein. (Quelle: Opfer­per­spek­tive)
28.06. – Die ras­sis­tis­che “Bürg­er­be­we­gung freies Nauen” führt mit etwa 30 Teilnehmer_innen eine Demon­stra­tion in Nauen durch. Forderun­gen sind u.a. “die Abset­zung des Bürg­er­meis­ters + des Lan­drates”. Der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der ist maßge­blich an der Organ­isierung und Durch­führung der Ver­samm­lung beteiligt und tritt als Red­ner auf. (Quellen: Press­eser­vice Rathenow, APAP)
29.06. – Laut eigen­er Angaben führt das ver­schwörungside­ol­o­gis­che und ras­sis­tis­che Mag­a­zin “Com­pact” eine Ver­anstal­tung im Rah­men der Rei­he “Com­pact-Live” mit dem Titel „Ist die deutsche Ein­wan­derungs- bzw. Asylpoli­tik gescheit­ert?“ im Restau­rant “Casa Aliu” beim Ten­nis­club Rot-Weiss in der Hein­rich-Mann-Allee durch. (Quelle: APAP)
Juli
03.07. – Nach einem Fußball­spiel der Män­ner-Teams zwis­chen dem SV Babels­berg 03 und dem FK Baník Most pöbeln mut­maßliche Fans des BFC Dynamo am Rathaus Babels­berg antifaschis­tis­che Fans des SV Babels­berg 03 an. Sie belei­di­gen diese als “Zeck­en” und mit homo­phoben Sprüchen. Unter den BFC Fans, die im Restau­rant “Ratskeller” Gäste sind, befind­en sich auch Neon­azis, die aggres­siv auf die Babelsberger_innen zuge­hen und eine Schlägerei begin­nen. Die bekan­nten Pots­damer Neon­azis Matthias R. und Mar­cus Sch. ini­ti­ieren den Angriff mit und beteili­gen sich an der Auseinan­der­set­zung. (Quellen: APAP, ARPU)
06.07. – Der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der ist für seine Partei wieder als Abge­ord­neter in der Nauen­er Stadtverord­neten­ver­samm­lung tätig. Schon von 2008–2014 war hat­te er dieses Man­dat inne. (Quelle: APAP)
10.07. – Etwa 35 Neon­azis demon­stri­eren in Nauen auf ein­er NPD-Kundge­bung gegen die Auf­nahme von Geflüchteten in der Stadt. Zum Ende der Ver­samm­lung nimmt auch der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der daran teil. (Quellen: Press­eser­vice Rathenow, APAP)
21.07. – Am Nach­mit­tag belei­digt ein Mann eine Frau und vier Kinder ras­sis­tisch und dro­ht, sie zu töten. Er filmt sie. Außer­dem wer­den ein­greifende Passant_innen von ihm mit Schlä­gen, Bier­flaschen und Auf­stellern ange­grif­f­en. Anschließend dro­ht er mit ein­er Schreckschuss­waffe und flüchtet. Später wird er von der Polizei in Gewahrsam genom­men. (Quelle: Opfer­per­spek­tive)
25.07. – In Frankfurt/Oder hal­ten ca. 80 Neon­azis und ras­sis­tis­che Bürger_innen eine Kundge­bung gegen den geplanten Umbau eines leer­ste­hen­den Gebäudes zu ein­er Gemein­schaft­sun­terkun­ft für Geflüchtete ab. Der in Pots­dam aktive Kad­er Maik Eminger beteiligt sich für die neon­azis­tis­che Partei “Der III. Weg” mit einem ras­sis­tis­chen Rede­beitrag an der Ver­samm­lung. (Quellen: APAP, Press­eser­vice Rathenow)
August
01.08. – In Zossen und Dams­dorf hal­ten ca. 50 bzw. 40 Neon­azis Kundge­bun­gen unter dem Mot­to “Aus­län­der­stopp – für Zukun­ft deutsch­er Fam­i­lien” ab. Die von der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” ini­ti­ierten Ver­samm­lun­gen wer­den dabei auch maßge­blich von Pots­damer Neon­azis durchge­führt. U.a. beteili­gen sich Tim B., Mar­tin K., Gabor G., Phillip H., der NPD-Kad­er Maik Schnei­der, der Sänger der Recht­sRock-Band Preussen­stolz Patrick D. sowie Neon­azi-Kad­er Maik Eminger, der auch eine Rede hält, an den bei­den Kundge­bun­gen. (Quellen: APAP, Press­eser­vice Rathenow, ARPU)
03.08. – Eine Frau und ihr Begleit­er wer­den beim Auf­schließen ihrer Woh­nung in Pots­dam von einem Nach­barn und seinen Fre­un­den ras­sis­tisch belei­digt und mit Messern bedro­ht. Einige Wochen zuvor wurde die Frau bere­its in ihrer Woh­nung ange­grif­f­en. (Quelle: Opfer­per­spek­tive)
04.08. – Im Stadt­teil Born­st­edt, auf einem Spielplatz in der Lud­wig-Boltz­mann-Straße, rufen alko­holisierte Jugendliche neon­azis­tis­che Parolen. (Quelle: MAZ)
08.08. – Am Som­mer­fest der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” auf einem Pri­vat­grund­stück in der Uck­er­mark nehmen auch Pots­damer Neon­azis teil. Neon­azi-Kad­er Maik Eminger hält als Vertreter und Leit­er des “Stützpunkt Potsdam/Mittelmark” eine Rede. (Quelle: APAP)
10.08. – Das Mit­glied der neon­azis­tis­chen Partei “Der III.Weg” Tim B. ste­ht mit vier weit­eren Angeklagten aus der Neon­aziszene wegen des Skandierens von Neon­azi­parolen vor Gericht. Auf dem Baum­blüten­fest in Werder/Havel 2014 sollen diese Sprüche wie „Nazis raus, Zeck­en rein, Tür zu, Gas rein“ gerufen sowie Lieder der ver­bote­nen Neon­azi-Band „Landser“ gesun­gen haben. (Quellen: ARPU, PNN)
15.08. – Ein 31-Jähriger wird von einem Mann ras­sis­tisch belei­digt und geschla­gen. (Quelle: Opfer­per­spek­tive)
16.08. – In der Nacht zum 17. August, Todestag von Rudolf Hess, leg­en Pots­damer Neon­azis der Grup­pierung “Licht und Schat­ten” am Ort­sein­gangss­child von Berlin-Span­dau bei Groß Glienicke Blu­men und Kerzen nieder und stellen ein Holzkreuz mit dem Namen des Nation­al­sozial­is­ten auf. Dazu veröf­fentlichen sie einen Pro­pa­gan­da-Artikel und ein Bild der Aktion auf ihrer Web­site. (Quelle: APAP, Licht und Schat­ten)
19.08. – An der Schallschutzwand der Nuthe-Schnell­straße am Park Babels­berg schmieren Unbekan­nte ein ca 70×70cm großes Hak­enkreuz. (Quelle: APAP)
25.08. – Eine anti­ras­sis­tis­che Demon­stra­tion in Nauen anlässlich des Bran­dan­schlages auf eine geplante Geflüchtete­nun­terkun­ft wird von Neon­azis beobachtet und bedro­ht. U.a. der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der hält sich im Umfeld der Demon­stra­tion auf und eine mit Eisen­stan­gen bewaffneten Gruppe von Neon­azis ver­sucht die Versammlungsteilnehmer_innen anzu­greifen. (Quellen: Press­eser­vice Rathenow, APAP)
27.08. – Zwei Män­ner bedro­hen und belei­di­gen aus ras­sis­tis­chen Grün­den eine Fam­i­lie an der Tram-Hal­testelle Eduard-Claudius-Straße in Wald­stadt. Die Fam­i­lie ent­fer­nt sich aus Angst in Rich­tung Hal­testelle Am Kahle­berg, als die Angreifer Steine aus dem Gleis­bett aufnehmen, um die Fam­i­lie zu bew­er­fen. Die Ras­sis­ten ziehen sich laut Zeug_innenaussagen in einen Region­alzug, der in Rich­tung Jüter­bog fährt, zurück. (Quelle: MAZ)
27.08. – Die Märkische All­ge­meine Zeitung bewirbt in ein­er Kurzmel­dung unkri­tisch den Auftritt der ver­schwörungside­ol­o­gis­chen und anti­semi­tis­chen Band “Die Band­bre­ite” am 1. Sep­tem­ber auf dem Platz der Ein­heit. (Quellen: MAZ, APAP)
28.08. – Am Nach­mit­tag hal­ten sich an der Post am S-Bahn­hof Babels­berg drei Neon­azis auf und erzeu­gen ein bedrohlich­es Szenario für Peo­ple of Col­or, Geflüchtete und alter­na­tive Jugendliche. Ein­er der Neon­azis hat einen SS-Totenkopf als Tat­too. (Quelle: APAP)
Sep­tem­ber
01.09. – Das HipHop-Duo “Die Band­bre­ite” tritt auf ein­er Kundge­bung anlässlich des “Antikriegstages” auf dem Platz der Ein­heit auf. Ein­ge­laden wurde die Band, die regelmäßig ver­schwörungside­ol­o­gis­che, anti­semi­tis­che und sex­is­tis­che Inhalte ver­tritt, von den Organisator_innen der “Mon­tags­mah­nwache Pots­dam”. (Quelle: APAP)
Anfang Sep­tem­ber – Pots­damer Neon­azis, darunter Mar­tin K., verteilen im Pots­damer Umland (Groß Kreutz, Kloster Lehnin, Sed­din­er See, Dams­dorf, Neused­din, Jeserig) Flug­blät­ter mit ras­sis­tis­chen Inhal­ten für die neon­azis­tis­che Partei “Der III. Weg” und steck­en diese in Briefkästen. (Quelle: APAP)
06.09. – Der in Pots­dam aktive Neon­azi-Kad­er Maik Eminger nimmt an ein­er gegen Geflüchtete gerichteten Kundge­bung in Beeskow teil. Er beteiligt sich für die neon­azis­tis­che Partei “Der III. Weg” und die Kam­pagne “Ein Licht für Deutsch­land gegen Über­frem­dung” und hält eine Rede. (Quelle: APAP)
09.09. – Auf der Fre­und­schaftsin­sel wird am späten Nach­mit­tag ein jugendlich­er Geflüchteter von drei Jugendlichen aus ras­sis­tis­chen Motiv­en zusam­mengeschla­gen. Auch als der Betrof­fene am Boden liegt, treten und schla­gen die Täter_innen weit­er auf ihn ein. Sie kön­nen unerkan­nt in Rich­tung Haupt­bahn­hof entkom­men. (Quellen: PNN, APAP)
12.09. – Auf zwei Kundge­bun­gen der NPD in Bad Belzig demon­stri­eren die Teilnehmer_innen gegen Geflüchtete. Der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der beteiligt sich an der Ver­samm­lung. (Quelle: APAP)
16.09. – In der Nähe der Geflüchteten-Notun­terkun­ft in der Hein­rich-Mann-Allee wer­den Stick­er mit neon­azis­tis­chen und ras­sis­tisch-völkischen Inhal­ten der “Iden­titäre Bewe­gung” verklebt. (Quelle: APAP)
19.09. – Die NPD ver­anstal­tet über den Tag verteilt vier Kundge­bun­gen in Schön­walde-Glien, Briese­lang, Wuster­mark und in Nauen gegen die Auf­nahme von Geflüchteten und ver­bre­it­et ras­sis­tis­che und andere men­schen­ver­ach­t­ende Inhalte. Der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der ist auf den Kundge­bun­gen als Ord­ner tätig. (Quelle: APAP)
22.09. – Die Gruppe “Antifaschis­tis­che Recherche_Potsdam//Umland” gibt bekan­nt, dass die bekan­nte Neon­azistin Melanie W. als Baby­fo­tografin in der Lan­deshaupt­stadt aktiv ist. Sie ist mit dem Neon­azi-Kad­er Mirko K. ver­heiratet. (Quellen: ARPU)
23.09. – Sask­ia Lud­wig und Anja Hein­rich, Abge­ord­nete der CDU-Land­tags­frak­tion, stim­men für einen Antrag der Land­tags­frak­tion der AFD. Im Antrag, nach­dem der Land­tag anerken­nen soll, “dass es nicht zielführend ist, jeden als Recht­spop­ulis­ten zu beze­ich­nen, der die beste­hende Asyl- und Flüchtlingspoli­tik kri­tisiert”, geht es um eine Rel­a­tivierung und Verk­lärung ras­sis­tis­ch­er Ressen­ti­ments. (Quellen: MAZ, APAP)
23.09. – Die recht­spop­ulis­tis­che AFD hält eine Kundge­bung vor dem Bran­den­burg­er Land­tag ab, bei der auch Frak­tionsvor­sitzen­der Alexan­der Gauland auftritt. Mit ras­sis­tis­chen Rede­beiträ­gen und Plakat­en demon­stri­eren die Teilnehmer_innen gegen “Asylmiss­brauch”. Eben­falls beteili­gen sich Sympathisant_innen der “Reichs­bürg­er­be­we­gung”, Per­so­n­en mit neon­azis­tis­chen Bek­lei­dungs­marken sowie Neon­azis an der Kundge­bung. (Quellen: MAZ, PNN, APAP)
Okto­ber
03.10. – An ein­er ras­sis­tis­chen Kundge­bung der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” anlässlich des “Tag der deutschen Ein­heit” in Frankfurt/Oder nehmen auch Pots­damer Neon­azis, darunter Phillip H. und Mar­tin K., teil. Sie hal­ten Fah­nen und ein Trans­par­ent von “Der III. Weg”. (Quelle: APAP)
Anfang Okto­ber – Der Pots­damer Stadtver­band der NPD geht mit ein­er neuen Web­site in die Öffentlichkeit. Als Kon­tak­t­per­son für Inter­essierte ist der NPD-Kad­er Maik Schnei­der zuständig. (Quelle: APAP)
10.10. – In der Babels­berg­er Kneipe “Zum Löwen” ver­brin­gen etwa 15–20 Neon­azis aus Pots­dam und Umge­bung den Abend. Sie sind den Grup­pierun­gen “Freie Kräfte Pots­dam” bzw. “Junge Nation­aldemokrat­en”, “Der III. Weg” und NPD zuzurech­nen. Nach­dem ihr Tre­f­fen von der Polizei aufgelöst und ihre Per­son­alien aufgenom­men wer­den, bedro­hen die Neon­azis Passant_innen, die sie als ver­meintliche Antifaschist_innen iden­ti­fizieren. (Quelle: APAP)
10.10. – Unbekan­nte schmieren mut­maßlich in der Nacht zum Son­ntag ein Hak­enkreuz auf den Obelisken am Alten Markt. (Quellen: APAP, PNN)
10.10. – In der Nacht zum Son­ntag schmieren mut­maßliche Neon­azis in Stahns­dorf um die Hal­testelle “Schwarz­er Weg”, und Tel­tow im Gewer­bege­bi­et in der Rhe­in­straße, mehrere Hak­enkreuze und neon­azis­tis­che Parolen. (Quellen: APAP, linksunten.indymedia)
13.10. – Die Gruppe “Antifaschis­tis­che Recherche_Potsdam//Umland” informiert über neon­azis­tis­chen Ver­strick­un­gen inner­halb des Vere­ines For­tu­na Babels­berg. Detail­liert wer­den in ihrem Bericht Verbindun­gen des Vere­ins in die Pots­damer Neon­aziszene aufgezeigt und auf die ide­ol­o­gis­che Nähe bei ver­schiede­nen Train­ern, Spiel­ern, Schied­srichtern und Spon­soren hingewiesen. (Quelle: ARPU)
19.10. – In Neu Fahrland wird ein offen­er Brief, unterze­ich­net durch “Anwohn­er” und “Eltern”, ver­bre­it­et, in dem ras­sis­tis­che Ressen­ti­ments genutzt wer­den, um gegen eine geplante Gemein­schaft­sun­terkun­ft für Geflüchtete mobil zu machen. (Quellen: PNN, APAP)
21.10. – Eine  Infor­ma­tionsver­anstal­tung für Anwohner_innen zum The­ma der Unter­bringung von Geflüchteten in Fahrland muss wegen des großen Andranges aus dem Ver­samm­lungsraum der Gemeinde ins Freie ver­legt wer­den. Teilnehmer_innen äußern sich wieder­holt ras­sis­tisch und sprechen sich offen gegen die Auf­nahme von Geflüchteten aus. (Quelle: APAP)
22.10. – Pots­damer Neon­azis verteilen Fly­er der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” und der NPD im Stadt­teil Drewitz, um gegen die geplante Gemein­schaft­sun­terkun­ft für Asyl­suchende in der Sla­tan-Dudow-Straße zu mobil­isieren. (Quellen: APAP, PNN)
22.10. – Auf ein­er  Infor­ma­tionsver­anstal­tung für Anwohner_innen zum The­ma der Unter­bringung von Geflüchteten im Pots­damer Stadt­teil Drewitz het­zen ras­sis­tis­che Bürger_innen gegen Geflüchtete, eine geplante Asyl-Unterkun­ft und den, in ihren Augen zu rück­sichtsvollen Umgang der Stadt mit Geflüchteten. Die Grund­stim­mung ist vor allem zu Beginn der Ver­anstal­tung mas­siv ras­sis­tisch aufge­laden und aggres­siv. Viele der Besucher_innen ver­lassen den Ver­anstal­tung­sort in der Turn­halle der Grund­schule “Am Priester­weg” vorzeit­ig. Einzelne dro­hen offen gegen die Gemein­schaft­sun­terkün­fte auch mit Gewalt­tat­en. In ein­er fün­fköp­fi­gen Gruppe fall­en Kom­mentare wie “spätestens Sil­vester bren­nen die Dinger”. (Quellen: APAP, MAZ)
22.10. – Unbekan­nte beschmieren die Gedenk­tafel, die an die zer­störte Syn­a­goge in der Pots­damer Innen­stadt erin­nert, mit einem Hak­enkreuz. (Quellen: APAP, PNN)
26.10. – In Werder/Havel geht die ras­sis­tis­che Bürg­ervere­ini­gung “Werder wach auf” mit ein­er Face­book-Seite in die Öffentlichkeit. Die Initiator_innen wen­den sich gegen eine geplante Traglufthalle als Gemein­schaft­sun­terkun­ft für Geflüchtete in Werder. (Quelle: APAP)
27.10. – An ein­er Infor­ma­tionsver­anstal­tung für Anwohner_innen zum The­ma der Unter­bringung von Geflüchteten in Fahrland nehmen fünf Neon­azis aus Pots­dam und dem Havel­land teil. Sie ver­lesen einen Text und ver­bre­it­en ras­sis­tis­che Het­ze. Wed­er Veranstalter_innen noch andere Teilnehmer_innen ver­suchen dies zu unterbinden. (Quelle: APAP)
31.10. – An ein­er Demon­stra­tion der AFD in Lübbe­nau nehmen auch Pots­damer Neon­azis, u.a. Dustin S., teil. (Quelle: APAP)
Novem­ber
03.11. – Beim Fußball­spiel der Män­ner-Teams zwis­chen dem SV Babels­berg 03 und FSV Zwick­au äußern sich Zwick­auer Spiel­er ras­sis­tisch gegenüber dem Babels­berg­er Train­er und Team mit “Scheiß Türke” und “Alles Aus­län­der hier”. Der Train­er des FSV Zwick­au ver­sucht anfangs diese Aus­sagen zu leug­nen und zu rel­a­tivieren. (Quellen: PNN, MAZ, APAP)
05.11. – An ein­er Infor­ma­tionsver­anstal­tung für Anwohner_innen zum The­ma der Unter­bringung von Geflüchteten im Pots­damer Stadt­teil Babels­berg nehmen auch bekan­nte Pots­damer Neon­azis, u.a. Patrick D., teil. Wed­er Veranstalter_innen noch andere Teilnehmer_innen der Ver­anstal­tung in der Metrop­o­lis-Halle ver­suchen, die Neon­azis des Raumes zu ver­weisen. (Quelle: APAP)
07.11. – Am Bahn­hof Medi­en­stadt, auf dem Cam­pus Grieb­nitzsee und die August-Bebel-Straße ent­lang verkleben Neon­azis Stick­er der völkisch-ras­sis­tis­chen “Iden­titäre Bewe­gung” sowie der NPD. (Quelle: APAP)
07.11. – An der bun­desweit bewor­be­nen Demon­stra­tion der AFD in Berlin nehmen auch etliche Neon­azis, z.B. der in Pots­dam aktive NPD-Kad­er Maik Schnei­der, teil. (Quelle: APAP)
09.11. – Rund um den Pots­damer Haupt­bahn­hof hin­ter­lassen Unbekan­nte wieder­holt Schmier­ereien mit anti­semi­tis­chen Inhal­ten. (Quelle: APAP)
09.11. – In Babels­berg verkleben Unbekan­nte im Umfeld der Post und des S-Bahn­hofes mehrere Aufk­le­ber der ras­sis­tis­chen Kle­in­st­partei “Pro Deutsch­land”. (Quelle: APAP)
12.11. – Im Bahn­hof Char­lot­ten­hof schmieren mut­maßliche Neon­azis die Parole “Autonom Nation­al Wieder­stand” (sic). (Quelle: APAP)
13.11. – Die Gruppe “Antifaschis­tis­che Recherche_Potsdam//Umland” veröf­fentlicht Infor­ma­tio­nen zu neon­azis­tis­chen Ver­strick­un­gen in der Feuer­wehr in Neu Fahrland. Die bei­den Grup­pen­führer der Ortswehrführung der Frei­willi­gen Feuer­wehr Fahrland Paul E. (Jugend­wart und Haupt­feuer­wehrmann) und Sascha L. (Löschmeis­ter) sind seit ca. 15 Jahren Teil der Feuer­wehr und eben auch Teil neon­azis­tis­ch­er Struk­turen bzw. in deren Umfeld verortet. (Quelle: ARPU)
16.11. – Im Restau­rant “Casa Aliu” beim Ten­nis­club Rot-Weiss in der Hein­rich-Mann-Allee führt das ver­schwörungside­ol­o­gis­che und ras­sis­tis­che Mag­a­zin “Com­pact” eine Ver­anstal­tung zum The­ma „Flüchtlingskrise, Bürg­erkrieg oder Wieder­erwachen des Nation­al­staates?“ durch. Red­ner ist der “Philosoph” Peter Feist, der regelmäßig auf ver­schwörungside­ol­o­gis­chen und neu-recht­en Ver­anstal­tun­gen auftritt. (Quelle: APAP)
18.11. – Im Stadt­teil Pots­dam West wer­den Aufk­le­ber mit der Auf­schrift “Je suis PACK Asyl­wahn stop­pen!” ange­bracht. (Quelle: APAP)
20.11. – Der in Pots­dam aktive Neon­azi und NPD-Kad­er Maik Schnei­der ist Ver­samm­lungsleit­er ein­er ras­sis­tis­chen Demon­stra­tion gegen Geflüchtete in Jüter­bog. Im Anschluss der Demo verüben mut­maßliche Neon­azis einen Sprengstof­fan­schlag auf eine evan­ge­lis­che Ein­rich­tung, in der regelmäßig Ver­anstal­tun­gen von und für Geflüchtete stat­tfind­en. (Quellen: MAZ, APAP)
28.11. – Mit­glieder und Sympathisant_innen der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” hal­ten eine Kundge­bung in Gen­thin ab. Maßge­blich wird diese von Neon­azis aus Pots­dam-Mit­tel­mark und Pots­dam mit organ­isiert. Aus Pots­dam nehmen u.a. die Neon­azis Mar­tin K., Dustin S. und Tim B. an der Ver­samm­lung teil. (Quellen: ARPU, APAP)
Ende Novem­ber – Pots­damer Neon­azis verteilen Flug­blät­ter für die neon­azis­tis­che Partei “Der III. Weg” in Pots­dam. (Quelle: APAP)
Dezem­ber
Anfang Dezem­ber – Pots­damer Neon­azis verteilen Flug­blät­ter für die neon­azis­tis­che Partei “Der III. Weg” in Werder/Havel. (Quelle: APAP)
04.12. – Am Bahn­hof Char­lot­ten­hof schmieren Unbekan­nte mehrmals das Wort “Hass”. Das dop­pel-s wird dabei als SS-Rune geschrieben. (Quelle: APAP)
05.12. – In Babels­berg verkleben Pots­damer Neon­azis Stick­er der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg”. (Quelle: APAP)
06.12. – Beim Fußball­spiel der Män­ner-Teams zwis­chen dem SV Babels­berg 03 und dem BFC Dynamo zeigen neon­azis­tis­che Fans des Gastvere­ins wieder­holt den “Hit­ler­gruß” und rufen neon­azis­tis­che, ras­sis­tis­che, homo­phobe und anti­semi­tis­che sowie antizigan­is­tis­che Parolen. Im Anschluss des Spieles beteili­gen sich bis zu 100 Fans an diesen Gesän­gen und rufen u.a. “Babels­berg 03 – Zeck­en, Zige­uner und Juden” sowie “Arbeit macht frei – Babels­berg 03”. (Quelle: APAP)
07.12. – Unbekan­nte verkleben am Bahn­hof Char­lot­ten­hof Stick­er mit völkischen und nation­al­is­tis­chen Inhal­ten. Diese ver­weisen auf den Ver­sand­han­del “volksschriften.de”, bei dem u.a. Bek­lei­dung mit neon­azis­tis­chen Auf­druck­en, Mil­i­taria sowie (neo)nazistische Lit­er­atur erhältlich sind. (Quelle: APAP)
08.12. – An einem ras­sis­tis­chen Auf­marsch in Rathenow nehmen neben etlichen Neon­azis auch Pots­damer Neon­azis, u.a. Patrick D. sowie Dustin S., teil. (Quellen: Press­eser­vice Rathenow, APAP)
13.12. – In Berlin tre­f­fen sich Mit­glieder der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” um das “Julfest” zu feiern. Anwe­send sind Neon­azis aus Berlin, Uck­er­mark und Pots­dam bzw. Pots­dam-Mit­tel­mark. (Quelle: APAP)
13.12. – In der Pots­damer Innen­stadt verkleben Unbekan­nte Stick­er der ras­sis­tisch-völkischen Grup­pierung “Iden­titäre Bewe­gung”. (Quelle: APAP)
14.12. – Der bran­den­bur­gis­che Lan­desver­band der NPD führt eine kurzfristig bekan­nt gewor­dene Kundge­bung an der Staatskan­zlei durch. Sie ist gegen die dort zeit­gle­ich stat­tfind­ende “Inte­gra­tionskon­ferenz” gerichtet. Auf der Kundge­bung ver­bre­it­et u.a. Ron­ny Zasowk in ihren Reden ras­sis­tis­che Inhalte. Auch der in Pots­dam aktive Neon­azi Maik Schnei­der nimmt an der Kundge­bung teil und ist mut­maßlich­er Ini­tia­tor der Aktion. Die Polizei leit­et die Fahrzeuge der NPD über das Gelände der Staatskan­zlei, um Block­aden von antifaschis­tis­chen Gegendemonstrant_innen zu umge­hen. (Quellen: APAP, PNN, MAZ)
17.12. – Neon­azis verteilen Fly­er der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” im Pots­damer Umland. Unter anderem in Groß Kreutz und in Ficht­en­walde wer­ben sie mit ras­sis­tis­chen und völkischen Inhal­ten für eine “deutsche Win­ter­hil­fe”. (Quelle: “Der III. Weg”, APAP)
17.12. – Die angekündigte Mit­gliederver­samm­lung der AFD im Restau­rant “Alter Stadtwächter” wird auf Grund antifaschis­tis­ch­er Proteste kurzfristig abge­sagt. Der Geschäfts­führer gibt an, die Reservierung storniert zu haben und auch in Zukun­ft für Ver­samm­lun­gen von Parteien nicht als Ver­anstal­tung­sort zur Ver­fü­gung zu ste­hen. (Quellen: APAP, PNN)
25.12. – In Babels­berg wer­fen Unbekan­nte Flublät­ter des ras­sis­tis­chen “Ein-Prozent”-Projektes in Briefkästen von Wohn­häusern um den Plan­ta­gen­platz ein. (Quelle: APAP)
26.12. – Am Bahn­hof Char­lot­ten­hof wer­den Aufk­le­ber mit der Auf­schrift “Deutsch­land stirbt! Wehr’ Dich gegen Asylmißbrauch!” ange­bracht. (Quelle. APAP)
28.12. – Pots­damer Neon­azis verteilen Fly­er der neon­azis­tis­chen Partei “Der III. Weg” rund um eine geplante Unterkun­ft für Geflüchtete, die in der ehe­ma­li­gen “Fläming-Kaserne” Kaserne in Brück ein­gerichtet wer­den soll. Berichte über die Aktion veröf­fentlichen sie auf der Web­site von “Der III. Weg” sowie auf der von “Licht und Schat­ten”. (Quelle: APAP)

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