18. April 2010 · Quelle: antifaschistische linke potsdam

Potsdamer Neonazis gut organisiert ; NPD als treibende Kraft

Gerade in den letzten Tagen war es wieder deutlich zu beobachten. Die Potsdamer Neonaziszene geht gemeinsam und organisiert vor.

Gut zu sehen war dies an den Nazi­ak­tiv­itäten um den 14.04.2010, dem 65.
Jahrestag der Bom­bardierung Pots­dams im Zuge des 2. Weltkrieges. Wie in
den let­zten drei Jahren zuvor kam es auch 2010 zu zahlre­ichen
Nazi­ak­tiv­itäten in der Lan­deshaupt­stadt. Bere­its einige Tage zuvor wur­den
die Pots­damer Neon­azis aktiv. So wur­den am Abend des 11.04. zeit­gle­ich auf
den drei Inter­net­seit­en – der „Freie Kräfte Pots­dam“,
NPD Pots­dam“ und „Alter­na­tive Jugend Pots­dam“
– Updates zum 14.04. hochge­laden. Weit­er­hin ent­standen erste
Pro­pa­gan­daak­tio­nen in der Nacht zum 12.04. in den Stadt­ge­bi­eten
Zen­trum-Ost, dem Stern, Drewitz und der Wald­stadt. Hier­bei wur­den
vornehm­lich Aufk­le­ber, dessen Motiv bere­its beim oben genan­nten Update auf
der Home­page der „AJP“ auf­tauchte, verklebt und
Krei­de­malereien auf Straßen und Wän­den hin­ter­lassen. Auch verteil­ten
Neon­azis am Abend des 13.04. in Pots­dam-West das NPD-Flug­blatt
„Pots­damer Fack­el“. (siehe Bild 1)

Den linken Struk­turen in Pots­damer gelang es am Abend des 14.04. durch
Präsenz einen Auf­marsch im Stadt­ge­bi­et zu ver­hin­dern. So waren viele
Antifaschist_innen in den ver­schieden­sten Gebi­eten Pots­dams unter­wegs. Die
Neon­azis waren es hinge­gen nicht, sie trafen sich nach eige­nen Angaben
wieder in einem Wald. Dadurch wird schnell klar, dass sie es nicht
geschafft haben die von ihnen gewün­schte Außen­wirk­samkeit zu bekom­men.
Diese kündigten sie durch einen Auf­marsch auf “Pots­dams Straßen” im
Vorn­here­in mit­tels eines Inter­netvideos großspurig an. Jedoch darf nicht
ver­schwiegen wer­den, dass sie es trotz­dem geschafft haben unge­fähr 40
Neon­azis zu ihrer “Gedenkak­tion” zu mobil­isieren. Dies kann was die Anzahl
der Teil­nehmenden ange­ht sub­jek­tiv natür­lich sowohl als Erfolg aber auch
als Mis­ser­folg gese­hen wer­den.

NPD Stammtisch als Knoten­punkt der Pots­damer Neon­aziszene

Eine wichtige Rolle für die derzeit­ige Organ­isierung der Pots­damer
Neon­azis spie­len die Stammtis­che des NPD Stadtver­ban­des Pots­dam, welche
seit Feb­ru­ar diesen Jahres ein Mal monatlich stat­tfind­en. Hier kommt
zusam­men was zusam­men gehört. Beim ersten Stammtisch trafen sich ihren
eige­nen Angaben zufolge „[…] Mit­glieder des
NPD-Stadtver­ban­des Pots­dam, NPD-Mit­glieder befre­un­de­ter Ver­bände,
Vertreter des JN-Stützpunk­tes Pots­dam und viele Vertreter der Freien
Struk­turen aus Pots­dam und Umge­bung. […] Die NPD hat es sich zur
Auf­gabe gemacht, die vie­len Pots­damer Aktivis­ten des Nationalen
Wider­standes an einen Tisch zu brin­gen um die Kampfkraft in der
Lan­deshaupt­stadt zu bün­deln.“ (1)
Wie die Bün­delung dieser „Kampfkraft“ aussieht ist deut­lich
zu sehen. Gemein­same Mobil­isierung und Fahrten zu Demon­stra­tio­nen (Vgl.
13.02.2010 Dres­den, 27.03.2010 Neu­rup­pin), das Ver­linken ihrer
Inter­net­seit­en untere­inan­der, ver­schieden­ste Nazipro­pa­gan­da in den
Straßen Pots­dams, gemein­same Durch­führung von Aktio­nen (12.04.2010
Gedenkstein-Putza­k­tion von „FKP“ und NPD) und eine
kam­pag­ne­nar­tige Auf­machung der Aktio­nen zur „Bomben­nacht von
Pots­dam“.

Weit­er­hin sollen beim ersten Stammtisch der NPD die Bere­iche
„Öffentlichkeit­sar­beit und Pro­pa­gan­da“ sowie „Kon­takt
zu Freien Kräften und JN“ besprochen wor­den sein, wie es Mar­cel
Guse auf der Home­page des Kreisver­band Hav­el-Nuthe ver­laut­en lässt. (1)

Die Fol­gen hier­von kön­nen wir momen­tan sehen. Doch die Ein­bindung der
„Freien Kräfte“ durch die NPD funk­tion­iert nicht ein­seit­ig. So
zu beobacht­en am 27.03.2010 in Neu­rup­pin. Hier kon­nten ca. 300 Neon­azis
trotz Straßen­block­ade und ein­er höheren Anzahl an
Gegendemonstrant_innen, unter Polizeis­chutz demon­stri­eren. Bei der durch
die „Freie Kräfte Neu­rup­pin“ organ­isierten Demo kam es zu
ein­er Auseinan­der­set­zung mit der Polizei, bei der auch der Pots­damer NPD
Vor­sitzende und Stadtverord­nete Mar­cel Guse mit­mis­chte. (siehe Bild 2)(2)

Auch wenn Neon­azi es zunehmend schaf­fen sich zu organ­isieren bleibt klar,
dass sie mit entschlossen­em antifaschis­tis­chen Wider­stand rech­nen müssen.
So waren am 14.04.2010 Pots­dams Straßen Naz­ifrei — dank aktivem
Antifaschis­mus.

Wir wer­den auch weit­er­hin dafür sor­gen, dass dies so bleibt.

[a] antifaschis­tis­che linke pots­dam — April 2010

[a] antifaschis­tis­che linke pots­dam | www.antifa-potsdam.de | www.myspace.de/politresen

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