14. April 2010 · Quelle: JWP Mittendrin

Neonazi-Angriff aufs Mittendrin in Neuruppin

Zwei Wochen nach Nazidemo: 16 Scheiben in Alternativprojekt eingeworfen

Mit einem Schlag­w­erkzeug und Steinen bewaffnet, zeigten in der Nacht vom Mon­tag zum Dien­stag zwei ver­mummte Neon­azis wieder ein­mal, wie sie Ander­s­denk­ende behan­deln. Ger­ade mal zwei Wochen nach der Demon­stra­tion gewalt­bere­it­er Faschis­ten in Neu­rup­pin und nicht mal eine Woche nach­dem Rechte eine Wohnge­mein­schaft in Per­leberg angrif­f­en und zwei Men­schen ver­let­zten, wurde das Jugend­wohn­pro­jekt Mit­ten­Drin (JWP Mit­ten­Drin) Ziel eines Über­griffs.

 

Bei dem Angriff, zu dem es zwis­chen 0 und 1 Uhr kam, wur­den ins­ge­samt 16 Scheiben im Erdgeschoss und
in der Bewohnere­tage zer­stört. Der Schaden liegt bei etwa 600 Euro. Bemerkenswert ist eben­falls, dass gezielt auf beleuchtete Fen­ster gewor­fen wurde – Ver­let­zun­gen von Men­schen also in Kauf genom­men wur­den. „Da wer­den Erin­nerun­gen an die Über­griffe im let­zten Jahr wach. Damals wurde gezielt auf Bewohner_Innen gewor­fen und öfter das Café ent­glast“, erzählte Vere­insvor­sitzen­der Oliv­er Leon­hardt. Auch der Jugend­sozialar­beit­er Marc Gal­was betonte: „Hier zeigt sich, wie wichtig Präven­tion­sar­beit gegen Recht­sex­trem­is­mus ist und wie mutig und
unter­stützenswert es ist, wenn sich Jugendliche auf die Straße set­zten um den Nazis den Weg zu versper­ren“.

 

Nach der Demon­stra­tion von Neon­azis am 27.03 wurde in der Öffentlichkeit das aggres­sive Ver­hal­ten der Recht­en ver­schwiegen und herunter gespielt. Stattdessen redete man eine „Gewalt von Links“ her­bei um Antifaschis­mus zu krim­i­nal­isieren und couragierte Bürger_Innen einzuschüchtern. Durch jeden Auf­marsch, der von der Poli­tik geduldet und in den Medi­en unkri­tisch hin­genom­men wird, steigt das Selb­st­be­wusst­sein der Neon­aziszene. Dieses
Selb­st­be­wusst­sein entlädt sich dann beispiel­sweise in Angrif­f­en auf antifaschis­tis­che Pro­jek­te wie das JWP „Mit­ten­Drin“. Es ist in Zukun­ft notwendig sich weit­er und inten­siv­er für eine tol­er­ante und gerechte Gesellschaft einzuset­zen und der Intol­er­anz keine Chance zu geben.

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