25. Januar 2006 · Quelle: opferperspektive

Rassistischer Angriff vor Amtsgericht Potsdam

Am Fre­itag, den 27. Jan­u­ar 2006, find­et um 9.00 Uhr vor dem Amt­gericht Pots­dam, Saal 215, eine Ver­hand­lung wegen eines ras­sis­tisch motivierten Angriffs auf Flüchtlinge statt. Drei 26- bis 34-jährige Män­ner sind angeklagt, am 6. August 2005 drei Asyl­be­wer­ber in Pots­dam ange­grif­f­en zu haben.

Der Angriff fand direkt vor dem Flüchtling­sheim im Lerchen­steig statt. Drei Asyl­be­wer­ber aus Kamerun woll­ten mit ein­er deutschen Fre­undin und ein­er bosnis­chen Asyl­be­wer­berin den Bus zum BUGA-Gelände nehmen, als sie an der Bushal­testelle auf eine Gruppe von fünf deutschen Män­nern und ein­er Frau trafen. Sofort wurde ein­er der Asyl­be­wer­ber und seine Fre­undin ras­sis­tisch und sex­is­tisch belei­digt. Ein zweit­er Kameruner wollte sich dazwis­chen stellen, erhielt jedoch einen Schlag ins Gesicht und einen Stoß, so dass er zu Boden fiel. Alle drei Deutschen trat­en auf ihn ein. Als er wieder auf­s­tand, wurde er erneut geschla­gen. Eine Bier­flasche flog in Rich­tung der Flüchtlinge und zer­schellte am Boden. Unter Rufen wie »Scheiß-Nig­ger« stiegen die Angreifer in den Bus ein und fuhren weg, wur­den jedoch kurze Zeit später von der Polizei gefasst.

Für die Opfer hat­te der Angriff weitre­ichende Fol­gen. Die Plöt­zlichkeit der Attacke und die ras­sis­tis­che Kränkung lösten Empörung und eine nach­haltige Verun­sicherung aus. Ein­er der Geschädigten musste sich in psy­chother­a­peutis­che Behand­lung begeben.

»Dieser Angriff direkt vor dem Flüchtling­sheim hat gezeigt«, so Kay Wen­del vom Vere­in Opfer­per­spek­tive, »dass es auch in Pots­dam weit­er­hin ein ras­sis­tis­ches Gewalt­poten­zial gibt, auch wenn die Zahl der ras­sis­tis­chen Angriffe in Pots­dam ins­ge­samt zurück­ge­gan­gen ist. Selb­st vor dem Heim kön­nen Flüchtlinge nicht sich­er sein.«

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Sowohl AfD als auch die herrschende Poli­tik sind spal­ter­isch und ver­logen. Impfen ist momen­tan sehr wichtig und ret­tet Leben. Aber wer seit Jahren die Aus­beu­tung im Gesund­heitssys­tem und eine Entsol­i­darisierung in der Gesellschaft betreibt, darf sich über das aktuelle Mis­strauen nicht wundern.
Mit öffentlichem Geld finanziert wird mit­tler­weile 4 Jahre an der Kopie des Turms der Gar­nisonkirche gear­beit­et. Damals, am 29.10.2017, protestierten viele Potsdamer*innen gegen dieses hoch umstrit­tene, anti-demokratis­che städte­bauliche Projekt.
Gestern erfol­gte vor zahlre­ichen Besuch­ern die Eröff­nung der Ausstel­lung „Der andere Fußball: 100 Jahre Arbeit­er­fußball – 125 Jahre Arbeit­er­sport“ im AWO Kul­turhaus Babelsberg.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot