7. Juli 2005 · Quelle: MAZ

Razzia im Asylbewerberheim

(MAZ) LUCKENWALDE Qua­si im Schlaf über­rascht wur­den die Bewohn­er des
ASB-Asyl­be­wer­ber­heimes in der Luck­en­walder Anhalt­straße gestern früh von
ein­er Polizeirazz­ia. Ins­ge­samt 171 Beamte des Schutzbere­ich­es Teltow-Fläming
und der Lan­de­sein­satzein­heit Pots­dam hat­ten kurz nach 6 Uhr das Gelände
belagert. Mehrere Dien­sthunde kamen zum Ein­satz. “Anlass war der Verdacht
von Ver­stößen gegen das Betäubungsmit­telge­setz sowie gegen aufen­thalts- und
steuer­rechtliche Bes­tim­mungen”, sagte die Press­esprecherin des
Schutzbere­ich­es Tel­tow-Fläming Anja Resmer. 

Heim­leit­er Rain­er Höhn wurde um 6.15 Uhr zu Hause alarmiert. “Als ich um
6.30 Uhr ein­traf, war das Heim bere­its umstellt. Die Außen­bere­iche waren
abgesichert und alle Flure beset­zt”, erzählt er. Dann wur­den alle 58 Zimmer
des Haus­es durch­forstet, eben­so die Neben- und Lager­räume; selb­st das Büro
und die Kasse des Heim­leit­ers blieben nicht ver­schont. Die Bewohn­er waren
größ­ten­teils in ihren Zimmern. 

Im Ergeb­nis der mehrstündi­gen Ermit­tlun­gen mussten laut Polizeiangaben zwei
männliche Per­so­n­en (33, 24) wegen des Ver­stoßes gegen das
Betäubungsmit­telge­setz, ein weit­er­er Tatverdächtiger (41) wegen des
Ver­dacht­es des Ein­bruchdieb­stahls und eine 21-jährige Frau wegen des
Ver­dacht­es des Zigaret­ten­han­dels und der Steuer­hehlerei vorläufig
festgenom­men wer­den. Bei der 21-Jähri­gen fand die Polizei eine größere Menge
Zigaret­ten. Ins­ge­samt beschlagnahmten die Beamten 3200 unverzollte
Zigaret­ten sowie mehrere Por­tion­stütchen mit betäubungsmittelähnlichen
Sub­stanzen. Weit­er wur­den Gegen­stände sichergestellt, die ver­mut­lich aus
Dieb­stahlshand­lun­gen stammten. Ein Ein­hand­winkelschleifer kon­nte einem
Ein­bruch in Sach­sen zuge­ord­net werden. 

Derzeit leben im ASB-Asyl­be­wer­ber­heim 108 Per­so­n­en aus 20 Nationalitäten.
“Die Heim­be­wohn­er ver­set­zt so eine Razz­ia natür­lich in helle Aufre­gung, mit
Gelassen­heit nimmt das kein­er”, weiß Rain­er Höhn. Er ist seit 1991
Heim­leit­er und hat schon einige groß angelegte Aktio­nen miter­lebt. Ein- bis
zweimal im Jahr wird das Heim von der Polizei auf den Kopf gestellt. “Ich
habe nichts gegen Dro­gen­präven­tion und solche Durch­suchun­gen, wenn sie nötig
sind”, erk­lärt Höhn, “es ist nur die Frage, wie das aus­gelegt wird.”
Glück­lich ist er über solche Aktio­nen nicht. “Sie schaden dem Image unseres
Heimes.” Die Durch­suchungsergeb­nisse seien bish­er eher beschei­den gewesen,
ergänzt er und wun­dert sich, dass sich Ver­dachtsmo­mente und Ermittlungen
grund­sät­zlich auf die Anhalt­straße konzen­tri­eren. Höhn räumt ein, dass hin
und wieder Dro­gen gefun­den wur­den. “Aber das sind Einzelfälle, typ­isch für
unser Heim ist das defin­i­tiv nicht.” 

Umfassende Durch­suchung

(MAZ/Polizeireport) Luck­en­walde (Tel­tow-Fläming) — Am Dien­stag beteiligten sich in den frühen Vor­mit­tagsstun­den 171 Ein­satzkräfte und mehrere Dien­sthunde an ein­er Durch­suchungsak­tion im Asyl­be­wer­ber­heim in der Anhalt­straße. Anlass dafür war der Ver­dacht von Ver­stößen gegen das Betäubungsmit­telge­setz, gegen aufen­thalts- und steuer­rechtliche Bestimmungen. 

Im Ergeb­nis der umfan­gre­ichen Ermit­tlun­gen mussten zwei männliche Per­so­n­en (33, 24) wegen Ver­stoßes gegen das Betäubungsmit­telge­setz, ein weit­er­er Tatverdächtiger (41) wegen Ver­dacht des Ein­bruchdieb­stahls und eine weib­liche Per­son (21) wegen Ver­dacht des Zigaret­ten­han­dels und der Steuer­hehlerei vor­läu­fig festgenom­men werden. 

Ins­ge­samt beschlagnahmte die Polizei 3200 Stück unver­zollte Zigaret­ten, mehrere Por­tion­stütchen mit ver­schiede­nen betäubungsmit­telähn­lichen Sub­stanzen sowie diverse Gegen­stände, die ver­mut­lich aus Dieb­stahlshand­lun­gen stammen. 

Die Tatverdächti­gen wur­den nach der Vernehmung und erken­nungs­di­en­stlichen Maß­nah­men aus dem Polizeige­wahrsam entlassen.

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