21. September 2002 · Quelle: MOZ 20.09.02

Rechtsradikaler schlägt Ströbele nieder

Berlin (ddp-bln). Ein Recht­sradikaler hat am Fre­itag den Grü­nen-Poli­tik­er Chris­t­ian Strö­bele in Berlin-Friedrichshain ange­grif­f­en und ver­let­zt. Der 35-jährige Täter aus Wan­dlitz im Land­kreis Barn­im, der der Polizei als Ange­höriger der recht­en Szene bekan­nt ist, wurde festgenom­men, teilte ein Polizeis­prech­er mit. Er sollte noch am sel­ben Tag einem Richter zum Erlass eines Haft­be­fehls vorge­führt wer­den. Die Spitzen der Bun­des- und Lan­despartei der Grü­nen äußerten sich über den Gewal­takt entset­zt.
Der Bun­destagsab­ge­ord­nete, der sich im Wahlkreis Friedrichshain/Kreuzberg um ein Direk­t­man­dat bewirbt, wurde gegen 7.30 Uhr bei einem Wahlkampfein­satz attack­iert. Als er an einem Stand Infor­ma­tion­s­ma­te­r­i­al verteilte, erhielt er plöt­zlich von hin­ten einen Schlag auf den Kopf. Strö­bele musste in einem Kranken­haus ambu­lant behan­delt wer­den.
Der flüch­t­ende Täter wurde kurz darauf von mehreren Parteifre­un­den und Pas­san­ten gestellt und der Polizei übergeben. Bei ihm wurde eine Stahlrute sichergestellt. Ob es sich dabei um die Tat­waffe han­delt, ist nach Polizeiangaben aber noch unklar.
Die Grü­nen-Chefs Clau­dia Roth und Fritz Kuhn sowie die Frak­tion­schefs Ker­stin Müller und Rez­zo Schlauch äußerten sich «bestürzt und entset­zt» über den Angriff. Gewalt dürfe kein Mit­tel der poli­tis­chen Auseinan­der­set­zung sein, beton­ten sie in ein­er gemein­samen Erk­lärung. Auch Lan­deschefin Regi­na Micha­lik verurteilte die Tat auf das Schärf­ste. (Quellen: Roth, Kuhn, Müller, Schlauch, Micha­lik, Polizeis­prech­er in Pressemit­teilung) ddp/chs/mwa

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