4. Dezember 2003 · Quelle: LR

Rede, Gebet und Demo gegen Neonazis

Die Reak­tion Cot­tbuser demokratis­ch­er Bürg­er und Organ­i­sa­tio­nen auf die
geplante Anti-EU-Demon­stra­tion der extremen Recht­en nimmt konkrete Gestalt
an. Nach den gestern Abend erörterten Plä­nen des Aktions­bünd­niss­es wird am
13. Dezem­ber, 14.30 Uhr, der bran­den­bur­gis­che Gen­er­al­staat­san­walt Dr. Erardo
Cristo­foro Raut­en­berg in der Lutherkirche über die Geschichte der
deutsch-pol­nis­chen Beziehun­gen sprechen. Um 15 Uhr schließt sich ein
Friedens­ge­bet an. Um 15.30 Uhr fol­gt eine Kundge­bung vor der Lutherkirche
und um 16 Uhr eine «Besendemon­stra­tion, um braunen Unrat aus der Stadt zu
kehren.» Die Organ­isatoren hof­fen auf eine große Res­o­nanz als deutliches
Zeichen gegen Neonazis. 

Vor­bere­itung läuft auf Hochtouren

Schüler-Aktion anlässlich des Neon­azi-Auf­marschs am 13. Dezember

Die Vor­bere­itun­gen für die Schüler-Protes­tak­tion angesichts des für den 13.
Dezem­ber geplanten Auf­marschs von Neon­azis in der Stadt (die RUNDSCHAU
berichtete) laufen auf Hochtouren. 

Die Aktion der Stadtschulju­gend, die von der Regionalen Arbeitsstelle für
Aus­län­der­fra­gen, Jugend und Schule (RAA) koor­diniert wird, ste­ht unter dem
Mot­to: «Hände gegen rechts, bunt statt braun, Hoy­er­swer­da schaut nicht weg.»
Geplant ist, dass möglichst vie le Men­schen die Umrisse ihrer Hand auf einen
bun­ten Zettel zeich­nen lassen. Die Zettel wer­den anschließend in Folien
ver­packt und auf ein­er lan­gen Schnur aufgerei­ht. Diese Schnur soll dann am
Tag der Demon­stra­tion an geeigneten Stellen der Stadt aufge­hängt werden. 

In den ver­gan­genen Wochen haben die Hoy­er­swer­daer Schüler laut Hel­ga Nickich
von der RAA eifrig in ihren Schulen, im Fre­un­des- und Verwandtenkreis
«Hände» gesam­melt. Beson­ders erfreulich: Alle Mit­telschulen und Gymnasien
sowie das BSZ «Kon­rad Zuse» machen bei der Aktion mit, die in
Eigen­ver­ant­wortlichkeit der jew­eili­gen Schule läuft. Am kom­menden Montag
wird es bei einem Tre­f­fen in der Kul­tur­fab­rik einen ersten Überblick über
die Zahl der gesam­melten «Hände» geben. Wie viele es am Ende sein werden,
darüber lässt sich laut Hel­ga Nic­kich derzeit nur spekulieren: Realistisch
seien wohl «5000 bis 7000» , sagt sie: «Wün­schen würde ich mir natür­lich 20
000.» 

Damit es so viele wer­den, bekom­men alle Bürg­er am kom­menden Mon­tag die
Gele­gen­heit, sich an der Aktion zu beteili­gen. In der Zeit zwis­chen 14.30
Uhr und 16.30 Uhr kön­nen sie in der Kul­tur­fab­rik vor­beikom­men und dort ihre
Hand abze­ich­nen lassen. 

Die Idee hin­ter der Aktion ist ein stiller Protest, der eine direkte
Kon­fronta­tion mit den Recht­sradikalen ver­mei­det. Gle­ich­es soll mit der
Kundge­bung erre­icht wer­den, zu der Ober­bürg­er­meis­ter Horst-Dieter Brähmig
aufgerufen hat: Am Tage der Demo sollen sich die Bürg­er von 13 bis 13.30 Uhr
auf dem Mark­t­platz der Alt­stadt ver­sam­meln, um ein Zeichen zu setzen.

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