24. Januar 2005 · Quelle: MAZ

Ruhe-Ordnung-Sauberkeit in Belzig

(FRED HASSELMANN, MAZ) BELZIG Die in den ver­gan­genen Wochen durchge­führten Kon­trollen von jugendlichen Schülern auf dem Bus­bahn­hof — Ziel war das Unterbinden der Rauch- und Trinkge­wohn­heit­en vor allem von unter 16-Jähri­gen in der öffentlichkeit sowie das Eindäm­men von Van­dal­is­mus und Pöbeleien — haben erste Wirkung gezeigt. Dieses Faz­it zogen die Mit­glieder der Inter­es­sen­ge­mein­schaft “Jugend­schutz” — darunter Vertreter des städtis­chen Ord­nungsamtes, der Polizei und von Schulen — auf ihrer jüng­sten Zusammenkunft. 

“Es wurde nicht nur reg­istri­ert, dass da was passiert, son­dern unter den Schülern auch darüber disku­tiert”, sagte Gesamtschulleit­er Gerd Ulbrich. “Es hat uns geholfen, dass wir Hil­fe aus den Rei­hen von Polizei und Ord­nungsamt bekom­men haben”, meinte Lehrer Jür­gen Gottschalk. Er forderte die Stadt auf, ihre Stad­tord­nung in punk­to Ord­nung und Sicher­heit weit­er zu konkretisieren, um eine exak­te Hand­habe gegen Sün­der zu besitzen. Ihm schwebt eine Art Bußgeld­kat­a­log vor. 

In jedem Fall wollen Ord­nungsamt und Polizei, unter­stützt von Päd­a­gogen des Fläming-Gym­na­si­ums und der Gesamtschule, auch kün­ftig in mehr oder weniger regelmäßi­gen Abstän­den das Ter­rain am Bus­bahn­hof “unter die Lupe” nehmen, um präven­tiv und erzieherisch auf die Sün­der einzuwirken, die in der Ver­gan­gen­heit immer wieder gegen das Jugend­schutzge­setz ver­stoßen haben. Nach dem MAZ-Beitrag “Bier als Grund­nahrungsmit­tel” vom 6. Dezem­ber 2004 hat sich inzwis­chen auch ein Kam­er­ateam des Fernsehsenders RBB für das Prob­lem am Bus­bahn­hof inter­essiert, wie Ord­nungsamt­slei­t­erin Brigitte Radon berichtete. Die Fernsehleute begleit­eten die Amtschefin gle­ich bei zwei Kontrollen. 

“Einige Jugendliche woll­ten uns aus­trick­sen und ihr wahres Alter ver­schleiern”, erzählt Brigitte Thiele von der Belziger Polizei­wache. Ein­mal sei ihr sog­ar statt des Per­son­alausweis­es eine Anglerkarte gezeigt wor­den. Ihr Kol­lege Ulrich Krienke, Leit­er des Sachge­bi­ets Präven­tion im Schutzbere­ich Brandenburg/Belzig, rel­a­tivierte die von vie­len Jugendlichen gemachte Aus­sage, ihre Eltern wüssten, dass die Kinder rauchen und trinken und mit ihrem Taschen­geld machen dürften, was sie wollen. “Unsere Erfahrun­gen besagen, dass jemand ganz still wird, wenn wir Zigaret­ten oder Alko­hol einziehen und sagen, dass sein Vati sich das Zeug bei der Polizei abholen kann. Oder aber, wenn wir ihn auf­fordern, die mit Alko­hol verdün­nte Cola wegzukip­pen oder die Schachtel Zigaret­ten zu ver­nicht­en”, meint der Beamte. 

Bernd Gan­schow, Schulleit­er des Fläming-Gym­na­si­ums, berichtete, dass er an sein­er Ein­rich­tung Stich­proben machen und die Papierkörbe und Abfall­eimer auf Alcopop-Reste und Ähn­lich­es kon­trol­lieren ließ. “Das Ergeb­nis war erfreulich neg­a­tiv”, sagte er. 

In ein­er zweit­en Phase will sich die Inter­es­sen­ge­mein­schaft “Jugend­schutz” nun auch in Diskotheken und Jugend­klubs sowie auf öffentlichen Ver­anstal­tun­gen um die Ein­hal­tung des Jugend­schutzge­set­zes küm­mern. Erste Gespräche gab es bere­its zwis­chen Polizei und den Betreibern des “Flash” sowie dem Ord­nungsamt und den Ver­ant­wortlichen im Jugend­freizeitzen­trum “Pogo” sowie des Burgkellers. Anfang April schließlich soll eine weit­ere Zusam­menkun­ft der Inter­es­sen­gruppe stattfinden.

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