11. Januar 2005 · Quelle: MAZ

Russenlager Sommerfeld”

SOMMERFELD Knapp ist die Akten­no­tiz: Über die Kosten­stelle 0505 mit der
Beze­ich­nung “Russen­lager Som­mer­feld” wür­den ab sofort sämtliche durch
Unterkun­ft und Verpfle­gung der Ostar­beit­er entste­hen­den Kosten erfasst.
Datum der Nieder­schrift: 24. Juli 1942. 

Schon seit ger­aumer Zeit ver­sucht Rein­er Tietz, über jenes Lager, das in
ein­er weit­eren Akte als Frauen­lager für pol­nis­che Zwangsarbeiterinnen
geführt wurde, Infor­ma­tio­nen aufzutreiben. Doch Gespräche mit Sommerfeldern,
die vielle­icht noch per­sön­liche Erin­nerun­gen an jene Zeit haben könnten,
waren dahinge­hend ergeb­nis­los. “Bekan­nt ist, dass es auf den Sommerfelder
Bauern­höfen auch franzö­sis­che und Zwangsar­beit­er ander­er Natio­nen gab, die
in der Land­wirtschaft arbeit­en mussten”, so Tietz. Die Frauen jedoch, die in
dem “Russen­lager” unterge­bracht waren, mussten täglich in die AEG-Werke nach
Hen­nigs­dorf. Das hat­te bere­its 2001 der Hen­nigs­dor­fer Heimat­forsch­er Helmut
Fritsch pub­liziert in sein­er Doku­men­ta­tion “Zwangsar­beit in Hen­nigs­dorf 1940
bis 1945”. Darin lis­tete er 33 Lager für Zwangsar­beit­er verschiedenster
Nation­al­itäten auf sowie für Häftlinge der Konzen­tra­tionslager Sachsenhausen
und Ravens­brück und auch Kriegs­ge­fan­gene. Wohl mehr als 8500 dieser
Unter­bringungsplätze seien bis­lang nach­weis­bar, berichtete Fritsch. Für
einige dieser Lager ließen sich die Auf­nah­meka­paz­itäten ermit­teln, für das
Som­mer­felder jedoch existieren bis­lang kein­er­lei Zahlen. 

Rein­er Tietz hofft nun, dass sich vielle­icht doch noch in der Bevölkerung
hil­fre­iche Hin­weise find­en lassen. Denn wenn im Mai diesen Jahres auch in
Krem­men des 60. Jahrestages der Befreiung vom Nation­al­sozial­is­mus gedacht
wird, “soll­ten wir auch über unsere Som­mer­felder Geschichte aus düsterer
Zeit Bescheid wis­sen, in der es auch Bürg­er gab, die den Zwangsar­beit­ern und
den im April 1945 hier durchgetriebe­nen KZ-Häftlin­gen geholfen haben”, so
Tietz. Lediglich zwei Frauen sind namentlich bekan­nt — Mela­nia Oborows­ka und
Danu­ta Feld. Rein­er Tietz ist unter 033055/7 20 38 erreichbar.

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