9. Dezember 2003 · Quelle: Joachim Jüttner / Polizei

Sehr geehrte Antifa”


(Infori­ot) Als Reak­tion auf den Artikel der Antifa Erkn­er zu einem recht­en Konz­ert in Schöne­iche hat sich der Schöne­ich­er Bürg­er­meis­ter Hein­rich Jüt­tner in einem offe­nen Brief an die Antifa­gruppe gewandt. Wir doku­men­tieren an dieser Stelle dieses Schreiben zusam­men mit dem dazu gehöri­gen Polizeibericht. Das Konz­ert, um das es geht, fand am Sam­stag, dem 6.12. statt und wurde von der Polizei aufgelöst. “Unge­fähr 50 offen­sichtliche Neon­azis aus der Region Erkn­er-Wolters­dorf-Schöne­iche” waren unter den Gästen, als die lokale Band “Die wilden Jungs” auf­trat, so die Antifa Erkn­er.

Sehr geehrte Mit­glieder der Antifa-Gruppe,

vie­len Dank für Ihr Engaga­ment. Auf­grund Ihres Ein­trags im Gäste­buch der Gemeinde habe ich fol­gen­den Ein­trag vorgenom­men:

Die Gemeinde Schöne­iche hat den Jugend­club nicht den Neon­azis zur Ver­fü­gung
gestellt.
Vielmehr hat ein Jugendlich­er eine pri­vate Geburt­stags­feier beantragt und
für diese pri­vate Geburt­stags­feier einen Ver­trag abgeschlossen. Der Leit­er
des Jugend­clubs hat dieser Nutzung zuges­timmt, da er den Jugendlichen ken­nt.
Ein Konz­ert für Neon­azis wurde nicht angemeldet und das wäre auch nie
genehmigt wor­den.
Die Gemeinde wurde wohl vorsät­zlich bel­o­gen und sehr geschickt aus­get­rickst.
Es ist in der Gemeinde üblich, dass Jugendliche pri­vate Feiern (Geburt­stag,
Jugendwei­he usw.) im Jugend­club durch­führen kön­nen.

Hein­rich Jüt­tner

Bürg­er­meis­ter

Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Darstel­lung zur Ken­nt­nis nehmen wür­den
und nicht mehr den falschen Ein­druck in der Öffentlichkeit ver­mit­teln
wür­den, die Gemeinde hätte die Räume den Neon­azis zur Ver­fü­gung gestellt.

Geburt­stags­feier” in Schöne­iche aufgelöst (LOS)

(Polizei Bran­den­burg) Am 06.12.03 sollte in Schöne­iche ein Skin­head­konz­ert stat­tfind­en. Die Polizeibeamten der Wache Erkn­er haben mit Hil­fe eines Verkehrs­be­triebes gegen 21:50 Uhr den Ver­anstal­tung­sort, einen ehe­ma­li­gen Jugend­club in der Puschkin­straße, lokalisiert. Den “Glatzen”, Bomber­jack­en und Springer­stiefel nach gehörten die ca. 60 zumeist männlichen Teil­nehmer der recht­en Szene an. Sie stammten über­wiegend aus Berlin. Eine Genehmi­gung für die als “Geburt­stagfeier” deklar­i­erte Ver­anstal­tung kon­nten die 21- bzw. 27-jähri­gen Schöne­ich­er Ver­ant­wortlichen nicht vor­weisen.

In der Folge wur­den zügig MEGA-Kräfte aus dem Barn­im, der MEGA des hiesi­gen Schutzbere­ich­es und weit­ere Polizeikräfte aus Straus­berg, Fürsten­walde und Frank­furt (Oder) herange­führt.

Kon­se­quent wurde die Ver­anstal­tung zur Gefahren­ab­wehr als been­det erk­lärt und den anwe­senden Per­so­n­en nach ein­er Iden­titäts­fest­stel­lung Platzver­weis erteilt.

Dem kamen fast alle anstand­s­los nach. Ihre Abreise nach Berlin wurde durch Polizeibeamte und BGS begleit­et. Vier Per­so­n­en wur­den in Gewahrsam genom­men, weil sie dem Platzver­weis nicht nachka­men. In zwei Fällen kam es zu tätlichen Wider­stand­shand­lun­gen gegen die Polizeibeamten, dabei wur­den ein Beamter und eine Beamtin leicht ver­let­zt.

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