18. Mai 2005 · Quelle: LR

Staatsschutz ermittelt nach Neonazi-Angriff

Zwar ken­nt die Polizei die Per­son­alien der bei­den Män­ner, die dem
Über­fal­lkom­man­do auf den Sach­sendor­fer Jugend­klub «Frageze­ichen» am
ver­gan­genen Woch­enende den Weg bere­it­eten.

Doch für eine Fes­t­nahme reichen die Hin­weise nach Aus­sage von Press­esprech­er
Roland Kamenz nicht aus. «Ihre Beteili­gung entspricht nicht dem Vor­wurf des
schw­eren Land­friedens­bruchs, weil sie zwar mit Gewalt die Tür öffneten, sich
aber nicht an der Auseinan­der­set­zung selb­st beteiligten.» Wie die
Mitar­beit­er des Jugend­klubs mit­teilen, stürmten am Sonnabend unge­fähr 20
Neon­azis das Gebäude und ver­let­zten mehrere Besuch­er mit Trit­ten und
Schlä­gen so schw­er, dass diese im Kranken­haus behan­delt wer­den mussten (die
RUNDSCHAU berichtete).

Inzwis­chen hat der Staatss­chutz die Ermit­tlun­gen über­nom­men und sein Team
aufge­stockt: Küm­merten sich am Woch­enende noch vier Mitar­beit­er um den Fall,
sind es inzwis­chen sieben.

Mit Erschreck­en reagiert der Cot­tbuser Auf­bruch, ein Aktions­bünd­nis für ein
gewalt­freies tol­er­antes Miteinan­der, auf den Vor­fall. In ein­er Erk­lärung des
Bünd­niss­es heißt es: «Die Polizei muss jet­zt zügig diese Straftat aufk­lären.
Es han­delt sich hier­bei nicht um Stre­iche, nicht um Haus­friedens­bruch oder
nur Kör­per­ver­let­zung. Diese Tat ist organ­isierte Krim­i­nal­ität mit
recht­sex­tremem Hin­ter­grund und somit ein Angriff auf unsere demokratis­chen
Grun­drechte.»

Die Jugendlichen, die sich eigene Räume für ein kul­turelles Leben in der
Stadt geschaf­fen hät­ten, seien gezielt und plan­mäßig über­fall­en wor­den,
erk­lärten die Sprech­er des Bünd­niss­es, die SPD-Land­tags abge­ord­nete Mar­ti­na
Münch und Andreas Rothe.

Der Über­fall zeige den erschreck­enden Organ­i­sa­tion­s­grad Recht­sex­tremer,
deren Vorge­hen an ein Rol­lkom­man­do erin­nere und in sein­er Bru­tal­ität
schock­ierend sei.

Der Über­fall zeige aber auch, dass die recht­sex­treme Szene in Cot­tbus und
der Region weit­er­hin aktiv sei und dass noch mehr Anstren­gun­gen nötig seien,
diesen braunen Sumpf trocken­zule­gen.

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