2. Dezember 2004 · Quelle: MOZ

Streit um Windräder-Park

Beiers­dorf-Freuden­berg (MOZ) “Nein, das geht lei­der nicht”. Hol­ger Hornef­fer vom Ord­nungsamt Falken­berg-Höhe bleibt stand­haft, genau wie sein Vorge­set­zter im Lan­desumweltamt. Auch die MOZ bekommt vor der öffentlichen Ausle­gung keine Ein­sicht in die Genehmi­gungs­beschei­de. Diese enthal­ten u.a. eine Umweltverträglichkeit­sprü­fung und Abstand­sregelun­gen. Bis zum 12. Dezem­ber kön­nen Bürg­er Wider­spruch gegen die Auf­stel­lung von 14 Win­drädern in Beiers­dorf-Freuden­berg ein­le­gen. Der Wider­spruch wird in der Rechtsabteilung des Lan­desumweltamtes geprüft, danach wird ein neg­a­tiv­er Wider­spruch­schein aus­gestellt, der den Weg zum Gericht freimacht. Fällt er pos­i­tiv aus, kon­nte dem Wider­spruch abge­holfen wer­den, wie es Hol­ger Hornef­fer ausdrückt. 

In Beiers­dorf-Freuden­berg soll eine so genan­nte Wind­farm entste­hen, also Parks ab drei Win­drädern. Es ist nach Auskun­ft von Hol­ger Hornef­fer das erste Ver­fahren im Amt, das öffentlich bekan­nt gegeben wird. Denn es gehört zu den förm­lichen Genehmi­gungsver­fahren, die sich von vere­in­facht­en durch eine direk­te Beteili­gung der Bürg­er unterscheiden. 

Das ist in Beiers­dorf-Freuden­berg auch geschehen. “Seit 1998/99 haben wir eine eigen­ständi­ge Pla­nung, um wild wach­sende Wind­parks zu ver­hin­dern”, so Bürg­er­meis­ter Willi Huwe. Anfangs soll­ten nur in Beiers­dorf vier bis sechs “Spargel” entste­hen, nach dem Zusam­men­schluss mit Freuden­berg seien sie bei 14 “gelandet”. Dass es nicht 16 gewor­den sind, hätte die Bürg­erini­tia­tive bewirkt, eben­so den größeren Abstand zu Wohnge­bi­eten und die verän­derten Höhen der Win­driesen: statt durchgängig 140 sollen einige nur 120 Meter in den Hor­i­zont ragen. 

Ganz zufrieden ist Ortschef Huwe mit dem Ergeb­nis trotz­dem nicht: “Uns sind etwa 40 bis 50 Prozent der Aus­gle­ich­szahlun­gen, also rund 300 000 Euro ver­loren gegan­gen. Diese zahlt der Investor für die Nutzung von Gemein­dewe­gen oder die Inanspruch­nahme von Natur und Flächen. Das Geld ist stattdessen in die Lan­deskasse geflossen. Der Grund ist ein Fehler im ersten Ver­fahren, weshalb das zweite, neue Ver­fahren über die Lan­des­be­hörde abgewick­elt wurde. 

Dass das touris­tis­che Poten­zial des Oder­bruch-Ortes unter den Win­drädern lei­den kön­nte, scheint Willi Huwe weniger zu befürcht­en. “Das wird sich alles regeln”. Er kenne touris­tisch stärk­er erschlossene Gebi­ete, in denen eben­falls Wind­kraftan­la­gen stün­den. Hel­ga Lam­pert von der Bürg­erini­tia­tive im angren­zen­den Leuen­berg sieht das anders: “Der Touris­mus bleibt auf der Strecke. Wir sind ein weißer Fleck hier”. Statt Wan­der­wege wür­den Wind­kraftan­la­gen geplant werden. 

Die Mit­glieder der Bürg­er­be­we­gung haben ihre Gegen­punk­te bei der Pla­nung vorge­bracht. Berück­sichtigt wur­den sie Hel­ga Lam­pert zufolge nicht. Stattdessen seien die Wind­kraft­geg­n­er im nicht öffentlichen Teil der Gemein­de­v­ertreter­sitzung von den Flächenbe­sitzern beschimpft wor­den. “Die Leute lockt das Geld”, so Lampert.

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