29. Oktober 2003 · Quelle: Indymedia

Studierenden-Protest in Potsdam

(sickB auf Indy­media, 28.10.) Die Bran­den­burg­er Studieren­den­vertre­tung kämpft ‑mal wieder- gegen die geplanten Erhöhun­gen der Semes­ter­beiträge und Men­sa-Essen­spreise für alle Hochschulen im Land Bran­den­burg. “Uns schmeckt es nicht mehr — Men­sa-Preise müssen bezahlbar bleiben!”. Deshalb gab es für alle hun­gri­gen Stu­den­ten und gelang­weil­ten Pas­san­ten Kosten­los­es aus der Gulaschkanone, während sich die Bil­dungsmin­is­terin Frau Dr. Wan­ka sowie Ver­ant­wortliche des Stu­den­ten­werkes Pots­dam den Fra­gen in der Podi­ums­diskus­sion stellen und die Spar­mass­nah­men im Bil­dungs­bere­ich recht­fer­ti­gen mussten. Denn: “Fressen geht halt vor der Moral!”, frei nach B. Brecht.

Trotz sehr guter Organ­i­sa­tion des ASTA Pots­dam waren lei­der ins­ge­samt nur wenig Teil­nehmer, v.a. von den anderen Hochschulen des Lan­des, zuge­gen. Nach der Podi­ums­diskus­sion haben wieder viele eilig ihre ‑Heimat- anges­teuert, gän­zlich verzich­t­end auf das musikalis­che Begleit­pro­gramm der Live-Bands Pani Luda, Buf­fa­lo Chips sowie Ska‑T. Bie­der­meier ist im Trend! Und wie sang einst der Smash­ing Pump­kin Bil­ly Cor­gan: “Dont you know: Cause We are all the same!”

Wie Frau Dr. Wan­ka es sel­ber zugab, belas­ten die Kürzun­gen im Bil­dungs­bere­ich v.a. die sozial-schwachen Studieren­den. Dieses Phänomen gesellt sich zur aktuellen und üblichen Poli­tik der Schröp­fung der Massen. Klein­vieh macht auch Mist und darum ist es leichter das Klein­vieh zu treten, anstatt von den dick­en etablierten Herrschaften in Wirtschaft und Beam­ten­tum Almosen und Ver­ant­wor­tung einzu­fordern!

Auch Frau Dr. Wan­ka wün­scht sich, ganz nach amerikanis­chen Vor­bild, mehr finanzielle Zuwen­dun­gen pri­vater Fir­men für die Aus­bil­dung von Nach­wuch­skraeften an staatlichen Hochschulen. Welch schoene Ein­sicht — welch schoene Tat­sachen aber auch: der Semes­ter­beitrag für das Stu­den­ten­werk betrug im Jahr 1999 noch 15 Euro. Nach Erhöhung auf 25 Euro und Ein­führung der s.g. ‑Ver­wal­tungs­ge­bühr- drück­en die Bran­den­burg­er Studieren­den heute ins­ge­samt jew­eils 76 Euro in die Lan­deskasse. Dies entspricht ein­er Erhöhung um den Fak­tor 5 in vier Jahren. Dazu kommt die Ver­dop­pelung der Men­sapreise, Steigerun­gen bei den Wohn­heim-Mieten und nun auch die Stre­ichung der Bei­hil­fen für Studierende in Not­la­gen — für Armen­für­sorge sind ja die Anderen zuständig. Im näch­sten Semes­ter wird es viele­icht sog­ar 40 Euro Stu­den­ten­werk-Beitrag wer­den. Gab es jemals auch eine Erhöhung des BAFÖG-Grundbe­dar­fes?
Laut Frau Dr. Wan­ka wür­den in Anbe­tra­cht der von der Regierung geplanten Steuersenkun­gen Schlies­sun­gen von Hochschul-Ein­rich­tun­gen im Land Bran­den­burg in Zukun­ft nötig seien. Ihre Heil­slö­sung für bankrotte Kassen heisst deshalb: mehr Studierende im Land Bran­den­burg — mehr Beitrags-Ein­nah­men. (aber auch mehr Leis­tun­gen für mehr Studierende!) Es m?ssen also nicht mehr Studierende sein — aber z.B. müssen denn Work­sta­tion-Com­put­er in den Infor­matikschaften alle drei Jahre erneuert wer­den! Infor­matik­er sind doch keine High-Def­i­n­i­tion-Den­si­ty Denker!

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