3. August 2005 · Quelle: MOZ

Wendische Volkspartei stellt Landesliste zur Bundestagswahl auf

Cot­tbus (dpa) Die Wendis­che Volkspartei (Serb­s­ka Ludowo Strona — SLS) hat ihre bran­den­bur­gis­che Lan­desliste für die Bun­destagswahl aufgestellt. Bei einem Parteitag am Mon­tagabend in Cot­tbus wählten die elf Teil­nehmer den Gen­er­alsekretär Hen­ry Matusch aus Bohs­dorf (Spree-Neiße) auf den ersten Lis­ten­platz. Der Parteivor­sitzende Hannes Kell aus Striesow (Spree-Neiße) kam auf Platz zwei. Wie Kell am Dien­stag sagte, sei die Wahl der säch­sis­chen Lan­desliste man­gels Teil­nehmer ver­schoben wor­den. Sie solle nun an diesem Mittwoch in Kamenz nachge­holt wer­den.

Der Parteitag beschloss außer­dem den Zusatz “Lausitzer Volkspartei” für den Parteina­men. “Auf diese Weise wollen wir den regionalen Charak­ter unser­er Partei stärk­er beto­nen,” erläuterte Kell. Eine Wendis­che Volkspartei existierte bere­its seit den 1920er Jahren, bis sie 1933 von den Nation­al­sozial­is­ten ver­boten wurde. Mit ihrer Neu­grün­dung im März 2005 in Cot­tbus wollen die Sorben/Wenden ihren poli­tis­chen Ein­fluss neben dem Sor­ben­ver­band Domow­ina erhöhen.

Die Wendis­che Volkspartei — Lausitzer Volkspartei kann nur zur vorge­zo­ge­nen Bun­destagswahl antreten, wenn der Bun­deswahlauss­chuss ihr am 12. August den Min­der­heit­en­sta­tus zuerken­nt. Dann ent­fie­len die Fünf-Prozent-Hürde und das Sam­meln von je 2000 Unter­schriften für die bei­den Lan­deslis­ten. Die Partei hat den Angaben zufolge jet­zt 38 Mit­glieder. Sie will sich im Wahlkampf vor allem mit The­men wie Bil­dung, Infra­struk­tur und Umwelt bei den Wäh­lern bekan­nt machen.

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