5. August 2002 · Quelle: MAZ

Weniger rechtsextreme Schüler”

ZAHL DER VORFÄLLE IST IM VERGANGENEN SCHULJAHR DEUTLICH ZURÜCKGEGANGEN

POTSDAM Die Zahl recht­sex­tremer Vor­fälle an Bran­den­burgs Schulen hat abgenom­men. Während die Schulämter 2000/01 noch 257 Fälle melde­ten, waren es im ver­gan­genen Schul­jahr nur 179. Außer­dem kam es nach dem Erfurter Amok­lauf zu sechs Bedro­hun­gen. Zwei Mal fuchtel­ten Schüler mit Schreckschuss­waf­fen herum, vier Mal gab es Dro­hun­gen wie “Erin­nert euch, was in Erfurt passiert ist!”. Das geht aus einem Papi­er des Bil­dungsmin­is­teri­ums her­vor, das der MAZ vorliegt. 

Bil­dungsmin­is­ter Stef­fen Reiche (SPD) zeigte sich erfreut über die Entwick­lung. “Das ist der Erfolg unser­er Präven­tion.” Er hoffe, dass der Trend anhalte. Dafür spreche, dass die Zahl der Vor­fälle im ersten Hal­b­jahr mit 135 bedeu­tend höher gele­gen hätte, als im zweit­en Hal­b­jahr (44).

Auch der Pots­damer Jugend­forsch­er Diet­mar Sturzbech­er beobachtet seit Jahren eine Abkehr vom Recht­sex­trem­is­mus. So sei etwa die Leis­tungs­bere­itschaft von Schülern seit drei Jahren deut­lich angestiegen. “Die nehmen ihr Leben wieder in die eigene Hand.” 

Trotz des lan­desweit­en Rück­gangs gibt es regionale Unter­schiede. Den größten Erfolg kon­nte der Schu­lamts­bezirk Prig­nitz/Ost­prig­nitz-Rup­pin/Ober­hav­el melden. Nur 14 Vor­fälle mit frem­den­feindlichen, recht­sex­tremen oder anti­semi­tis­chen Hin­ter­grün­den wur­den dort im Schul­jahr 2001/02 bekan­nt. (2000/01: 42). Einzig der Bezirk Uckermark/Barnim bricht aus dem Trend aus: Dort mehrten sich die Vor­fälle von 11 auf 28. 

Bei 123 der 179 Ver­stöße wur­den Kennze­ichen ver­fas­sungswidriger Organ­i­sa­tio­nen ver­wen­det, bei 25 kam es zu Belei­di­gun­gen, bei 19 zu Dro­hun­gen und bei 12 zu Gewalt. Über­durch­schnit­tlich betrof­fen sind die Gesamtschulen. Dort kam es zu 83 Tat­en. Laut Reiche hänge dies damit zusam­men, dass ein Teil der Gesamtschulen eine “schwierige Schülerk­lien­tel” habe. 

Um kün­ftig die Zahl frem­den­feindlich und recht­sex­trem­istisch motiviert­er Tat­en weit­er zu senken, werde es dem­nächst eine “Part­ner­schaftsvere­in­barung” zwis­chen der Polizei und der Schule geben, kündigte der Bil­dungsmin­is­ter gegenüber der MAZ an. “Dann wird es für jede Schule einen Polizis­ten als Gesprächspart­ner geben.” 

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