17. Juni 2005 · Quelle: Hagalil

Wenn ich mal nicht mehr da bin, müsst Ihr das machen”

(Anna Blume, Hagalil) Vom 17. bis 19. Juni diesen Jahres find­et in der Fach­hoschule Pots­dam die
inter­na­tionale Tagung „Per­spek­tiv­en antifaschis­tis­ch­er Gedenkar­beit“, organisiert
von der Lagerge­mein­schaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V. und den Fre­undIn­nen des
Sach­sen­hausenkomi­tees, statt. 

Im Rah­men dieser Kon­ferenz soll zusam­men mit Über­leben­den der Konzentrationslager
disku­tiert wer­den, wie Erin­nerungspoli­tik im Sinne der ehe­ma­li­gen Häftlinge aussehen
kann, beson­ders dann, wenn sie, wie mit­tler­weile 60 Jahre nach der Befreiung der
Konzen­tra­tionslager, nicht mehr in der Lage sind diese selb­st zu gestal­ten, so
Moni­ka Pilath über die Inten­tion der Kon­ferenz. Zudem wollen sie Per­so­n­en und
Organ­i­sa­tio­nen, die sich mit der inhaltlichen Arbeit von Gedenkstät­ten und deren
Poli­tik befassen, vernetzen. 

Die Kon­ferenz wird am Fre­itag um 18 Uhr, unter anderem durch den stellvertretenden
Vor­sitzen­den der Lagerge­mein­schaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V., Fritz Schwark,
eröffnet. Im Anschluss daran find­et eine Podi­ums­diskus­sion mit dem Titel „Erin­nern
heute – Plä­doy­er gegen die Egal­isierung der Opfer“ statt. Boris Buden (Lon­don,
Philosoph und Esay­ist) und Güther Jacob (Ham­burg, Pub­lizist) wer­den in dieser über
die Gle­ich­set­zung und Par­al­lelisierung von Nation­al­sozial­is­mus und DDR sowie der
Wieder­ent­deck­ung der deutschen Opfer des II. Weltkrieges referieren. 

Der Sam­stag ste­ht im Zeichen der Frage wie antifaschist­siche Gedenkar­beit aussehen
kann.
Dazu haben zunächst Über­lebende die Möglichkeit ihre Erfahrun­gen in der
Nachkriegszeit, ihre Vorstel­lun­gen von zukün­fti­gen Gedenken und daraus ableitende
ihre Wün­sche und Erwartun­gen an die jew­eili­gen Gedenkstät­ten und Gedenkorte
darzustellen. 

Anschließend soll in drei Arbeits­ge­mein­schaften die oben genan­nte Fragestellung
hin­sichtlich ver­schieden­er Schw­er­punk­te disku­tiert wer­den. In einem Dieser unter dem
Titel „Moti­va­tion für Gedenkpoli­tis­che Arbeit“ wird die His­torik­erin Susanne Willems
zusam­men mit den Teil­nehmern über Ziele, Moti­va­tion und die Rolle der
Fam­i­liengeschichte bei Erin­nerungsar­beit disku­tieren. Aber auch die Vorstellungen
für zukün­ftige gedenkpoli­tis­che Tätigkeit­en sollen erörtert werden.
In der AG „Die Frage des Ver­mächt­nis“ soll unter anderem mit Joachim Pilarski
disku­tiert wer­den, ob antifaschist­siche Erfahrun­gen über­tra­gen können.
Die bish­erige Zusam­me­nar­beit mit den Gedenkstät­ten soll im drit­ten Work­shop kritisch
reflek­tiert wer­den. Durch Teil­name des Ehren­vor­sitzen­den des Lan­desver­ban­des VVN-BdA
Sach­sen, Prof. Dr. Hans Lauter, wird das Säch­sis­che Gedenkstät­ten Gesetz und die
damit ver­bun­dene Nieder­legung der Arbeit der Opfer­ver­bände in den Gremien der
Stiftung Säch­sis­che Gedenkstät­ten einen Schw­er­punkt bilden. Dieses Gesetz, welches
der Säch­sis­che Land­tag 2004 beschloss, set­zt die DDR mit dem Nationalsozialismus
gle­ich, ver­harm­lost somit den NS-Ter­ror und ver­hönt die Opfer. Zudem wider­spricht es
einem Beschluss des Europa Par­la­ments von 1993, welch­es den Erhalt und die Pflege
der Gedenkstät­ten in Absprache mit den Ver­bän­den der Opfer des Nationalsozialismus
fordert. 

Anknüpfend an die The­matik des let­zten Work­shops soll im Anschluss daran das Konzept
des „Antifaschis­mus im Jahrhun­dert der Extreme“ unter anderem mit Prof. Dr. Ludwig
Elm, Mit­glied der Enquete-Kom­mis­sion des Bun­destages zur Geschichtsaufarbeitung.
Disku­tiert wer­den. Im Mit­telpunkt Dieser ste­ht die Frage, ob die Gle­ich­set­zung von
Stal­in­is­mus und Nation­al­sozial­is­mus mit der EU-Oster­weiterung einen neuen Auftrieb
erhält und wie man diesem ent­ge­gen­treten kann. 

Am Ende des Sam­stages wird der Film aus Dessau mit dem Titel „Vor der Haustür – Orte
des nation­al­sozial­is­tis­chen Ter­rors im heuti­gen Sach­sen Anhalt“ gezeigt und es
find­et eine „Swing Disko“ mit Gün­ther Dis­ch­er, Mit­glied der Swing Jugend und
Über­leben­der des Jugend­konzen­tra­tionslagers Morin­gen, statt. 

Die Tagung wird am Son­ntag durch eine Podi­ums­diskus­sion über die Zukun­ft der
Opfer­ver­bände und der Ver­net­zung einzel­ner Organ­i­sa­tio­nen been­det. An der
Podi­ums­diskus­sion „Wenn ich mal nicht mehr da bin, müsst Ihr das machen“ nehmen
unter anderem ein Mit­glied der Fédéra­tion Inter­na­tionale des Résistants –
Asso­ci­a­tion antifas­ciste FIR, ein Mit­glied des Vor­standes der Lagergemeinschaft
Ravensbrück/Freundeskreis e.V., der Vor­sitzende des Bun­de­sauschuss­es VVN/BdA sowie
diverse andere Vertreter ver­schieden­der Opfer­ver­bände teil. Im Rah­men der Vernetzung
sollen neben einem inhaltlichem Resümee der Tagung, Vorstel­lun­gen zur dauerhaften
Arbeit für die Zukun­ft entwick­elt werden. 

Auch wenn die Tagung durch diverse Grup­pen unter­stützt und gefördert wird, reicht
dies lei­der nicht aus. Deswe­gen bit­ten die Organ­isatoren um weit­ere Spenden zur
Finanzierung der Tagung.
Diese bitte auf das Spendenkon­to der LGRF 

Stich­wort: „Tagung 2005“

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