27. August 2014 · Quelle: Antifaschistsisches Pressearchiv Potsdam (APAP)

Wiederholte Angriffe und Einschüchterungsversuche gegen alternative Projekte

Bere­its zum zweit­en Mal in diesem Monat grif­f­en mut­maßliche Neon­azis alter­na­tive Pro­jek­te in Pots­dam an.
In ein­er Pressemit­teilung berichtete das linke Wohn­pro­jekt „Zep­pi 25“ über einen Angriff in der Nacht zum 2. August 2014: Unbekan­nte war­fen in den Mor­gen­stun­den mit Steinen auf mehrere Scheiben der Häuser in der Zep­pelin­straße 25 und 26. Mehrere Scheiben von Zim­mern, in denen sich zu diesem Zeit­punkt auch Per­so­n­en aufhiel­ten, wur­den zer­stört. Ver­let­zt wurde glück­licher­weise nie­mand.
Nach den Stein­wür­fen flüchteten die ver­mummten Angreifer_innen. In der sel­ben Nacht wur­den eben­falls vor dem Haus „White Power“-Parolen aus einem Auto her­aus gebrüllt.
Dieser Angriff scheint geplant und koor­diniert durchge­führt wor­den zu sein. Die Steine wur­den vor dem Angriff offen­bar gere­inigt, um Spuren zu ver­nicht­en und stam­men ver­mut­lich nicht aus der unmitel­baren Umge­bung der Zep­pelin­straße. Die vier angreifend­en Per­so­n­en waren sportlich und dunkel gek­lei­det.

In der Nacht zum 23. August 2014 ver­sucht­en nun vier Per­so­n­en, eine Scheiben der alter­na­tiv­en Kneipe „Olga“ in der Char­lot­ten­straße 28 zu zer­stören.
Die Per­so­n­en kamen mit bere­its auf­fäl­lig dro­hen­der Hal­tung in das Lokal und bestell­ten sich jew­eils ein Getränk. Drei der Per­so­n­en ver­ließen die Olga, ein­er blieb und ging auf die Toi­lette. Als dieser zurück­kehrte, griff er nach einem Stuhl und warf diesen von Innen gegen eine Scheiben der „Olga“. Im Anschluss ver­mummte er sich und ran­nte nach draußen und dann in Rich­tung Dor­tus­traße. Dort warteten bere­its die übri­gen drei Per­so­n­en auf ihn und begrüßten ihn johlend. Gemein­sam zeigten sie Dro­hge­bär­den in Rich­tung der Kneipe bevor sie sich ent­fer­n­ten.
Gäste der „Olga“ wur­den bei dem Vor­fall nicht ver­let­zt. Auch die Scheiben hiel­ten den gewor­fe­nen Stühlen stand.
Am Vor­mit­tag des 23. August 2014 wurde außer­dem zum wieder­holten Male eine Plas­tik­tüte mit einem Pflaster­stein an das Tor der Zep­pelin­straße 25 gehangen. Unbekan­nte hin­ter­ließen bere­its in den ver­gan­genen Jahren Steine als Dro­hge­bärde vor dem Wohn­pro­jekt.

Diese Vor­fälle erin­nern an die Anschläge im Früh­jahr 2013, als Angriffe auf das „Kon­text“, das „Archiv“ und die „Olga“ eine Bedro­hungslage erzeugten, die so vorher nicht zu verze­ich­nen war. Am 3. Feb­ru­ar 2013 verübten mut­maßliche Neon­azis einen Bran­dan­schlag auf das Archiv. In der sel­ben Nacht zer­störte ein Mann ein Fen­ster des „Kon­text“ in der Her­mann-Elflein-Straße. Die Polizei spielte bei­de Vor­fälle herunter und sah trotz verklebter Neon­azi­stick­er in der Umge­bung kein poli­tis­ches Motiv für die Tat­en.
Am frühen Mor­gen des 10. April 2013 zer­störten zwei Unbekan­nte eine große Schaufen­ster­scheibe der Szenekneipe „Olga” in der Char­lot­ten­straße. Im Innen­raum hin­ter­ließen sie einen gefüll­ten Dieselka­nis­ter. Möglicher­weise sollte ein Brand gelegt wer­den.
Regelmäßig wur­den und wer­den Gäste des „Black Fleck“ in der Zep­pelin­straße 26 von Per­so­n­en, meist aus Autos her­aus, belei­digt, bedro­ht oder ange­grif­f­en.

Die Chroniken neon­azis­tis­ch­er Aktiv­itäten der let­zten Jahre zeigen, dass die Pots­damer Innen­stadt, neben der Wald­stadt, ein ein­deutiger Schw­er­punkt von Angrif­f­en, Bedro­hun­gen und Pro­pa­gan­daak­tio­nen ist.

Glasbruch an einem der Fenster des Hausprojektes “Zeppi25? am 3. August 2014

Glas­bruch an einem der Fen­ster des Haus­pro­jek­tes “Zeppi25? am 3. August 2014

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