3. Februar 2015 · Quelle: AG Antifa [BRB]

Zweiter BraMM-Spaziergang mit deutlich weniger Teilnehmer_innen – Weitere Spaziergänge angekündigt

Mobilisierungskraft lässt nach

Brandenburg an der Havel - Am Montag den 02. Februar hat die BraMM, Brandenburger für Meinungsfreiheit und Mitbestimmung, ihren zweiten Spaziergang durchgeführt. Auftaktort war wieder der Neustädtische Markt. Wie in der vergangenen Woche füllte sich der abgegitterte Platz nur langsam. Schlussendlich folgten dem Aufruf lediglich 85 Menschen.

Am Mon­tag den 02. Feb­ru­ar hat die BraMM, Bran­den­burg­er für Mei­n­ungs­frei­heit und Mitbes­tim­mung, ihren zweit­en Spazier­gang durchge­führt. Auf­tak­tort war wieder der Neustädtis­che Markt. Wie in der ver­gan­genen Woche füllte sich der abge­git­terte Platz nur langsam. Schlussendlich fol­gten dem Aufruf lediglich 85 Men­schen. Die Teilnehmer_innenzahl hat sich fol­glich hal­biert. Hier­für kön­nen eine Vielzahl von Ursachen zusam­menge­tra­gen wer­den.Die Organisator_innen des Spazier­gangs haben einen Wan­del des Namens vorgenom­men. Ver­gan­gene Woche hießen sie noch BraMM-PEGI­DA, diese Woche nur noch BraMM. Ob Kathrin Oer­tel, ehe­mals im PEGI­DA-Vor­stand, ihre Dro­hung wahr gemacht hat und rechtliche Schritte gegen soge­nan­nte Trit­tbret­tfahrer ein­geleit­et hat oder BraMM diesen zuvor kam, bleibt speku­la­tiv.

Nah­men ver­gan­gene Woche noch cir­ca 40 bekan­nte Neon­azis teil, waren es diese Woche nur die Hälfte. Diese kamen sowohl aus Bran­den­burg an der Hav­el selb­st, aus Rathenow, Prem­nitz und Bad Belzig. Somit waren sowohl die „Freien Kräfte Brandenburg/Havel“ als auch die NPD-Pots­dam-Mit­tel­mark vertreten. Hier sei beson­ders auf die NPD-Kom­mu­nahlpoli­tik­er André Schär und Pas­cal Stolle ver­wiesen. Möglich­weise liegt die Ursache für den Rück­gang in der ver­meintlichen Dis­tanzierung der BraMM, dort hieß es: „Deshalb laden wir alle Bürg­er, die sich auf dem Boden der frei­heitlichen-demokratis­chen Grun­dord­nung befind­en, zu unser­er Demon­stra­tion ein. Auf Per­so­n­en die Krawall machen oder extrem­istis­ches Gedankengut abson­dern, sagen wir ganz klar, bleibt ein­fach zu Hause.“ Dass sie an ein­er wirk­lichen Dis­tanzierung kein Inter­esse haben zeigte die wieder­holte Teil­nahme des Totschlägers S. Lücke. Diese kassierte in der ver­gan­genen Woche eine Anzeige nach­dem er den „Küh­nen­gruß“ zeigte. Lücke war deut­lich an seinem Pullover zu erken­nen. Dort prangt auf der Brust der Zahlen­code „88“ und auf dem Rück­en das Wort „Hass“. Diesen trägt er übri­gens bei jed­er neon­azis­tis­chen Kundge­bung seit dem Jahr 2012.

Neben der Namensverän­derung, der geschrumpften Teilnehmer_innenzahl aus dem neon­azis­tis­chem Spek­trum und der ver­sucht­en Dis­tanzierung kön­nen noch weit­ere Gründe ange­führt wer­den: Die gute Arbeit der bürg­er­lichen Presse und die klaren Worte von der Ober­bürg­er­meis­terin Dietlind Tie­mann und Wal­ter Paaschen – sie ver­wiesen jew­eils deut­lich darauf, dass am Spazier­gang zahlre­iche Neon­azis und Rechtspopulist_innen teil­nehmen.

Schon während der Ver­anstal­tung ver­suchen die Organisator_innen des Spazier­gangs diesen als vollen Erfolg zu verkaufen, auch wenn sich die Teilnehmer_innenzahl hal­biert hat. Der zum Ende der Kundge­bung skandierte Slo­gan „Wir sind das Volk“ ent­behrte jed­er Grund­lage. Nichts­destotrotz sind für die kom­menden Mon­tage weit­ere Spaziergänge angekündigt.

Erfol­gre­iche Gegenkundge­bung

Wie schon in der ver­gan­genen Woche fand auch dieses Mal eine Gegenkundge­bung unter Fed­er­führung der Koor­dinierungs­gruppe für Demokratie und Tol­er­anz statt. Dem Aufruf fol­gten cir­ca 250 bis 300 Per­so­n­en. Auch hier lies die Mobil­isierungskraft nach. Nach­dem die Rede­beiträge von den Vertreter_innen der Stadt gehal­ten wur­den, macht­en sich cir­ca 150 Men­schen auf den Weg Rich­tung Kundge­bung­sort der BraMM und störten die Rede­beiträge dieser mas­siv. Diese Reak­tion der Gegendemonstrant_innen zeigt deut­lich, dass sie es die näch­sten Mon­tage nicht mehr hin­nehmen wer­den in 100 m Ent­fer­nung ihren Unmut kundzu­tun und im Anschluss den Spazier­gang durch die Stadt ziehen zu lassen. Es wird Zeit den sta­tionären demokratis­chen Protest auf die Straßen der Stadt zu tra­gen und den kom­menden BraMM-Spazier­gang Scheit­ern zu lassen. Nach diesen ersten Schrit­ten, wird es nun zur Auf­gabe weniger zu reagieren als zu agieren und den Rassist_innen wed­er die inhaltliche Hoheit, noch die auf der Straße zu über­lassen.

AG Antifa [BRB]

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