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Auch Jahre später ist das Gefühl von Potzlow weiterhin in der Uckermark präsent. Der Mord an Marinus wurde in rechtsextremen Kreisen zur Metapher, zum wiederholt verwendeten Drohungsszenario. Nicht nur dies ist ein Indikator dafür, daß »Kein substanzieller Wandel« stattgefunden hat.

Der Mord von Potzlow im Theater und Dokumentarfilm

In den Jahren nach dem Leichenfund entstanden zwei filmische Auseinandersetzungen mit den sozialen Verhältnissen in Potzlow.

Während sich das Thaterstück "Der Kick" von Andres Veiel mit dem Umfeld der Täter auseinandersetzte, thematisierte "Zur falschen Zeit am falschen Ort" von Tamara Milosevic den Umgang mit den Ereignissen in der Familie und dem Bekanntenkreis von Matthias, Marinus bestem Freund. Schockierend offen werden absolute Empathielosigkeit und die Alltäglichkeit sadistischer Witze dargestellt.

Die Jungle World lobte den Film in »Jeder ist mal dran« für seine schonungslose Herangehensweise, einen Ort darzustellen "in dem es keine Rückkehr zur Normalität gibt, weil die Normalität gar nicht durchbrochen wurde".

Im Interview mit dem MDR sprach Tamara Milosevic über Matthias, der als einziger "nicht vergessen kann und will".
 

5. Todestag von Marinus Schöberl -
ermordet am 12. Juli 2002


Am 12. Juli 2002 fiel Marinus Schöberl einem grausamen Verbrechen zum Opfer. Die Täter, Marco und Marcel Schönfeld sowie Sebastian F. kamen aus der der Region und waren als Rechtsextreme zum Teil einschlägig vorbestraft. Sie quälten ihr Opfer mehrere Stunden. Sie zwangen ihn hochprozentigen Alkohol zu trinken und sich "Jude" zu nennen, brachen ihm mit einem sog. Bordsteinkick auf einem Schweinetrog den Unterkiefer und töteten ihn mit Steinen bevor sie die Leiche in einer Jauchegrube verscharrten.

Vielen war diese Tat unerklärbar, eine rohe Ausnahme im tristen Dorfalltag. Dem entgegen demonstrierten antifaschistische Gruppen am 30. November 2002 unter dem Titel "Potzlow ist überall!" und führten die Ereignisse auf gesellschaftliche Zustände zurück, in denen rechtsextremes, menschenverachtendes Gedankengut alles andere als eine Ausnahme darstellt.

Während die Täter mehrjährige Haftstrafen erhielten, boten die gesellschaftlichen Hintergründe noch einigen Stoff zur Auseinandersetzung. So stufte die brandenburger Polizei den Mord nicht als politisch motivierte Straftat ein, was erst 2005 von der Bundesstaatsanwaltschaft revidiert wurde.

War Potzlow überall? Wenn ja - ist es dies auch heute, 5 Jahre später, noch? Das Gewaltausmaß und die Brachialität ließ viele verstummen, die keinen Grund sahen, weshalb dies nicht auch anderswo hätte geschehen können.

Folgend dokumentiert inforiot einen Text ehemaliger AktivistInnen von "Pfeffer & Salz Uckermark", einer Gruppe engagierter Jugendlicher, die mehrere Jahre gegen Rechtsextremismus in der Region arbeitete.

In Gedenken an Marinus Schöberl, inforiot-webteam



Potzlow war überall!

Am 12. Juli 2002 wurde im Uckermärkischen Potzlow der 16- jährige Marinus Schöberl auf brutale und menschenverachtende Weise ermordet. Der Mord an Marinus Schöberl war eine Zäsur. Motive, Ursachen, die folgende Diskussion über die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die heftigen Auseinandersetzungen um eine Antifademo Wochen danach haben auf selten drastische Art gezeigt: Potzlow war überall! Hier hat sich eine soziale und kulturelle Realität abgebildet, wie sie fast überall in der Uckermark, im Land Brandenburg, in den neuen Bundesländern zu finden war, zu finden ist.

5 Jahre nach dem Mord haben wir versucht, dieses Motto der damaligen Demonstration noch einmal aufzuarbeiten und zu erklären.

Rechtsextreme Erscheinungsformen

„Für viele Bewohner in dem kleinen Dorf sind die Täter nach wie vor "ganz normale Jugendliche". Genau dies ist charakteristisch für gegenwärtige rechtsextreme Erscheinungsformen: Immer stärker verschwimmt die Grenze zwischen rechtsextremen und unpolitischen Jugendlichen. Oftmals handelt es sich bei rechtsextremen Jugendcliquen um lose Gesellungen, die häufig unorganisiert in ihren lokalen Milieus verhaftet sind. Ihre Einstellungen sind denn auch keine geschlossenen rechtsextremen Weltbilder, sondern nur mit Ideologiefragmenten angereicherte Überzeugungen, die sich insbesondere durch eine ausgeprägte Ablehnung gegen alles Fremde oder Andersartige auszeichnen. Vielfach fällt dies zusammen mit einer massiven Aggressivität und Gewaltbereitschaft, die unter Alkoholeinfluß oftmals hemmungslos ausgelebt werden.“ schrieb selbst das Aktionsbündnis Brandenburg in Analyse der Ereignisse von Potzlow. Wir hatten schon kurz nach Bekanntwerden der Tat unsere Analysen zu den rechtsextremen Aktivitäten in der Region öffentlich gemacht:

„Die zu beschreibende Region reicht von Gerswalde im Westen über Flieth und Suckow, dann in Richtung Norden über den Ober- Uckersee und Potzlowsee mit Warnitz (und Blankenburg!), natürlich den Orten Potzlow, Strehlow und Pinnow bis nach Sternhagen, Lindenhagen.

Aus unserer Sicht gibt es in der Region schon lange eine sehr aktive und jugendkulturell recht dominante rechtsextreme Szene. Sie fiel auch vor diesem Mord durch sehr militante und gewalttätige Aktionen auf. Genannt seien in diesem Zusammenhang der Mord an einem 45- jährigen Mann 1997 in Potzlow, die Angriffe auf die Räume der jungen Gemeinde in Sternhagen und Lindenhagen 1997/98, den Angriff auf linke Jugendliche im Sommer 2001 in Suckow und die Angriffe auf polnische Jugendliche und Polizisten in Warnitz im Sommer und Herbst 2001. Die möglichen Angriffsziele, dass zeigen schon die Beispiele waren sehr variabel: Andersdenkende Jugendliche, Ausländer, Polizisten oder auch Fremde. In Pinnow waren zum Beispiel lange Zeit zugezogene Berliner das Ziel von Angriffen (Schmierereien, Drohungen, Überfälle 1999). Wenn eine Zeitlang weniger passierte, so waren sich unsere Interviewpartner sicher, so lag das meist daran, das einige besonders gewalttätige Aktivisten gerade wieder im Knast saßen. Ganz deutlich ist aber immer wieder geworden , dass sie dann „aktiv“ worden, wenn ihre jugendkulturelle Hegemonie in Gefahr war. Wie dominant die Szene in der Region auftritt, zeigt der Prozess zur Bedrohung von zwei Polizisten am 06.10.2001 in Warnitz, der gerade läuft. Rund 30 „Blankenburger Rechte“ wollten sich während einer Tanzveranstaltung für einen Einsatz gegen ihre Kameraden ein Jahr zuvor rächen und taten dies in aller Öffentlichkeit.

Auch die möglichen Treffpunkte der Szene sind meist bekannt: Jugendräume in den Dörfern wie in Suckow und Pinnow, alte Anlagen der LPG- en, Kneipen und in der warmen Jahreszeit die zahlreichen Seen der Region. Immer wieder stand selbst in der Zeitung davon, das die Polizei mal ein Lagerfeuer am Potzlowsee oder am ein Zeltlager am Sabinensee oder am Uckersee aufgelöst hat wie 2000 und 2001. Auch in den Diskotheken der Region wie in Milmersdorf, Prenzlau oder Kaakstedt sind sie regelmäßig zu treffen. Eine besondere Position nimmt das Jugendzentrum in Strehlow ein. Dort wurde sich längere Zeit an akzeptierender Jugendarbeit versucht. Jugendliche Rechtsextremisten der gesamten Region trafen sich dort, eine rechter Aktivist wurde auch schon mal als Sozialarbeiter eingestellt. Auch zwei der Täter und das Opfer verkehrten in dem Jugendzentrum.

Rechtsextrem orientierte Jugendliche der Region haben immer wieder ihre Gesinnung öffentlich gezeigt. Zu erinnern wäre zum Beispiel an das judenfeindliche Plakat, das Schüler der Schule Gerswalde bei der Klassenfahrt aus dem Bus zeigten (2001), oder das erst vor einem Jahr der Bürgermeister von Potzlow persönlich bekannt gab, er habe 6 Jugendliche dabei ertappt, als sie ein großes Hakenkreuz an die Bushaltestelle malten. Auch in den Wahlkämpfen war die regionale Szene aktiv und klebte Plakate und Aufkleber der NPD. Dorffeste der Region sind eigentlich „No go areas“ für alle, die nicht in das beschriebene Bild passen. In Pinnow wird dann später auch schon mal indizierte rechtsextreme Musik eingelegt, das Dorffest in Potzlow war nicht erst in diesem Jahr, als der Junge aus Gerswalde Opfer wurde, eine Anziehungspunkt für die Szene aus der ganzen Region. Vor vier Jahren gab es eine blutige Schlägerei mit Bikern.“ (28.11.2002)

Heute können wir nur ergänzen, das diese Analyse übertragbar war. Allein für den Zeitraum von 2001- 2003 haben wir damals 134 nachweisbare rechtsextreme Aktivitäten, darunter rund 30 Gewalttaten für die Uckemark aufgelistet. Das es unter Alkoholeinfluß bei Stadt- und Dorffesten, bei Angriffen auf Flüchtlinge oder nicht- rechte Jugendliche nicht noch mehr solche schlimmen Konsequenzen gab ist eigentlich nur Zufall. In anderen Regionen der neuen Bundesländer waren seit der Wende über 100 Obdachlose, Punks oder Flüchtlinge zur „falschen Zeit am falschen Ort“. Rechtsextreme Orientierungen beziehungsweise Wertemuster sind in solchen Regionen Teil der Mehrheitsmeinung, solche Potzlows gab es überall.

Versagen der Jugendpolitik

„Nach Potzlow- Das Versagen der Jugendpolitik in der Uckermark“ war der Titel einer Veröffentlichung zu den Ereignissen von Potzlow. „Wir werden von unserem Weg, dass Politik außer im Fach Politische Bildung, nichts in der Schule zu suchen hat, nicht abgehen.“ Steht in der Märkischen Oderzeitung vom 28.11.2002. Gesagt hat dies Herr Bretsch, Schulleiter der E. Welk- Gesamtschule Angermünde in Reaktion auf erneute rechtsextreme Schmierereien an seiner Schule am letzten Wochenende. Herr Bretsch hat allerdings noch weitere Funktionen: er sitzt als SPD- Mitglied im Kreistag und ist seit Jahren Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. Seine Aussage ist deshalb nicht nur Ausdruck eines Klimas von Demokratiefeindlichkeit, Entpolitisierung, Unmündigkeit und Anpassung an vielen Schulen in der Uckermark, sondern symbolisiert ein wichtiges Prinzip von Jugendpolitik hier. Wer aber ernsthaft nach den Ursachen für die schreckliche Tat in Potzlow suchen will, kann nicht bei allgemeinen Statements über die gesellschaftliche Verantwortung bei der Erziehung und Wertebildung von Jugendlichen stehenbleiben. Hier in der Uckermark kann jeder, der sehen will, einen Standpunkt zur Rolle von Schule und Jugendpolitik bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus formulieren.

Auch wenn Herr Bretsch schon deutlich genug geworden ist, wollen wir unsere Analyse mit weiteren konkreten Fakten untersetzen:

- In der Uckermark finden in den allermeisten Projekten der Jugendarbeit keine Auseinandersetzungen mit Rechtsextremismus und Rassismus statt. Antirassistische Bildungsarbeit taucht weder in der Jugendhilfeplanung, noch in den Förderrichtlinien des Landkreises auf. Bildungsarbeit mit Jugendlichen macht gerade mal 1% des Fördervolumens aus. Im Rahmen des Landesprogramms „Tolerantes Brandenburg“ geförderte Projekte sind zu oft einmalige Veranstaltungen (fast immer Feste oder Sport), denen mit der Teilnahme schnell heran geholter Asylbewerber das Prädikat „Tolerant und Weltoffen“ umgehängt wird. Sind solche Veranstaltungen wirklich dazu geeignet, bewußt in die gesellschaftliche Diskussion zu Rechtsextremismus einzugreifen, Position zu beziehen, den Betroffenen, die Möglichkeit zu geben, ihre Probleme selbst darzustellen und langfristig Wirkungen in Richtung Selbstorganisation der gesellschaftlichen Akteure zu erzielen? Aber Politik soll ja nicht rein.

- Engagement von nicht- rechten Jugendlichen wird nicht ernst genommen, nicht selten kriminalisiert und ist schon gar nicht förderwürdig. Einrichtungen der Jugendarbeit werden nur bei fest angestellten Personal finanziell unterstützt, Projekte der Jugendarbeit erhielten 2002 überhaupt keine Zuschüsse durch den Landkreis mehr. Der Ansatz, Interessen, Selbstbestimmung und Engagement gegen Vorurteile, Fremdenangst und Intoleranz von jungen Menschen zu unterstützen, ist weder konzeptionell, noch real im Alltag der Uckermark zu finden. Hauptsache sie fallen nicht auf, konsumieren schön weiter und halten ihren Mund. Wenn sie dann doch etwas zu sagen werden die Auseinandersetzungen mit ihnen von einem erhabenen moralischen Standpunkt aus geführt, sie werden nicht ernst genommen und nicht als gleichberechtigter Gesprächspartner akzektiert.

- Statt dessen ist Jugendarbeit in der Uckermark fast ausschließlich konzeptionslos und wertfrei darauf ausgerichtet, Jugendliche zu betreuen und zu verwalten. Je nach Ausstattung und Alter der SozialarbeiterInnen bestehen solche Angebote zum Beispiel aus Dart, Billiard, Bar, Kinderdisko, Seidenmalerei oder Töpferkurs. „Offene Jugendarbeit“ heißt das Prinzip, wo alle kommen können, aber trotzdem eine Gruppe dominiert, wo alle akzeptiert werden, auch Nazis und Rassisten und wo die höchste Form der Wertebildung ein Besuch beim BGS ist, wo man dann lernen kann wie man am effektivsten Ausländer jagt.

- Personalstellen vergibt der Landkreis nur an Sozialarbeiterprojekte nach dem Notnagelprinzip: Hauptsache der Klub bleibt offen und für die ganz großen Problemfälle gibt es einen Sozialarbeiter. Fachliche Standards wie Teamarbeit, Evaluation und Konzeptentwicklung bleiben meist auf der Strecke. Stellen für die Förderung und Begleitung emanzipatorischer und antirassistischer Jugendarbeit gibt es nicht.

- Die oben genannten Stellen werden mehrheitlich über das 610- Stellen des Landes finanziert. Andere Stellen fördert der Landkreis nicht. Ausdruck der aktuellen Situation ist, dass nicht einmal alle dieser der Uckermark zustehenden Stellen besetzt sind. Weder Landkreis, noch Kommunen oder gar freie Träger sind bereit oder in der Lage diese sowieso schon völlig unzureichende Personaldecke zu verstärken. Irgendwann vor zwei Jahren gab es mal den Vorschlag aus der Kreisverwaltung, die Förderung der Jugendarbeit auf 0 zu setzen. Vielleicht wäre dieser Schritt ehrlicher als das jetzige Notprinzip, dass eine fachliche Arbeit eigentlich unmöglich macht.

- In Zeiten, wo sich rechtsextreme Orientierungen von Jugendlichen gar zu öffentlich zeigten, probierten sich viele Träger und Projekte in der Uckermark an akzeptierender Jugendarbeit aus. Ohne ausreichendes Fachpersonal, ohne Hintergrundwissen zu rechtsextremen Strukturen und Erscheinungsformen und ohne eigene politische Standpunkte verkehrten sich nicht wenige solcher Projekte in ihr Gegenteil: Sie förderten erst die kulturelle Dominanz rechtsextremer Jugendlicher. Und selbst da, wo eine hervorragende Arbeit dies verhinderte wie in Milmersdorf, konnte akzeptierende Jugendarbeit nicht erfolgreich sein. Denn, wenn das Ziel dieses Ansatzes ist, Jugendliche zurück zu holen in die Gesellschaft, so wäre die Grundvoraussetzung ein gesellschaftliches Klima von Weltoffenheit, Demokratie und Toleranz und das findet man bis heute weder in Milmersdorf und schon gar nicht in Potzlow, Strehlow, Pinnow, Blankenburg oder sonstwo. Die Jugendlichen kamen selbst bei guter Arbeit vom Regen in die Traufe, sprich in ein Klima von Frust, Demokratiefeindlichkeit, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Und so wachsen jedes Jahr neue Generationen von Tätern heran.

- Die Situation in Potzlow und im Jugendzentrum in Strehlow unterscheidet sich nicht wesentlich von der eben beschriebenen: Der lange Versuch akzeptierender Jugendsozialarbeit einschließlich der Einstellung eines rechten Sozialarbeiters, die lange währende kulturelle Dominanz der rechten Szene im Klub, die Probleme der Auseinandersetzung mit ihnen und ihren Werten, die finanziellen und personellen Lücken und die nicht geförderte Emanzipation nicht- rechter Jugendlicher. Mit welcher Naivität die MitarbeiterInnen dort ganz offensichtlich die Werteentwicklung ihrer Jugendlicher beobachten, haben sie in Interviews selbst dargestellt: „Niemand hätte dem 17- jährigen (Haupttäter) diese brutale Tat zugetraut. Rechtsextreme Vorwürfe rufen nur Kopfschütteln hervor. Er habe nie „Sieg Heil“ gerufen.“ (MOZ vom 20.11.2002) Dann ist ja alles klar. Das sich rechtsextreme Einstellungen schon einige Zeit nicht mehr ausschließlich in äußeren Symbolen dokumentieren, scheint den MitarbeiterInnen entgangen zu sein. Und woher soll sich ein solcher Wertewandel auch kommen, wenn Schule und Jugendarbeit der Meinung sind, Politik gehöre da nicht hin und Erziehung sei etwas wertfreies.

Das sich heute Jugendliche in der Uckermark trotzdem gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagieren und dies auch nach außen zeigen passiert nicht wegen, sondern trotz der Jugendpolitik hier!“ (28.11.2002)

Dem ist heute wenig hinzuzufügen. Nur, dass diese Jugendlichen inzwischen die Uckermark verlassen haben und damit in den vielfältigen Analysen auftauchen, die solchen Regionen in den neuen Bundesländern bescheinigen, dass gerade die Engagierten, Gebildeten und vor allem jungen Frauen wegziehen. Wir können ergänzen, dies hat nicht nur mit der Arbeits- und Ausbildungssituation zu tun, sondern mit einem gesellschaftlichen Klima und mit einer Jugendpolitik, dass sie förmlich wegtreibt. Überall!


Dieser Text stammt von ehemaligen AktivistInnen der Gruppe Pfeffer & Salz aus der Uckermark, deren Redebeitrag zur Demonstration am 30.November 2002 hier nachzulesen ist.


Artikelauswahl zum Mord an Marinus Schöberl.

Erste Recherchen zum Leichenfund und Reaktionen

21.11.2002, MOZ: Rechtsradikale wegen grausamen Mordes unter Verdacht

21.11.2002, TAZ: Das Opfer trug nur die falsche Hose

22.11.2002, Pfeffer & Salz Rechercheteam: Rechtsextreme Aktivitäten südlich von Prenzlau

25.11.2002, TAZ: "Da war alles still"

29.11.2002, Antifas Uckermark: Potzlow ist überall!

29.11.2002, Berliner Zeitung: Ein Kreuz erinnert an Marinus

29.11.2002, Junge Welt: Schönbohm wiegelt ab

02.12.2002, Hagalil: Der Mord in Potzlow war eine antisemitische Tat

02.12.2002, Inforiot: Antifaschistische Demos in Gedenken an Marinus Schöberl

03.12.2002, Junge Welt: Die können »alles machen«

04.12.2002, PUKK: "Wir haben kein Problem mit Rechts, die sind ja alle im Knast."

04.12.2002, Inforiot: 19 Bilder aus Potzlow und Prenzlau

07.12.2002, Tagesspiegel: Potzlow: Das Schweigen am Tatort

28.12.2002, MAZ: "Gegen Lings" hatte ein Täter auf sein Hemd gekritzelt - Der Dummheit folgte ein Blutrausch

Der Prozeß

28.01.2003, Diverse: KO-Gas in Gesicht: Nach Mord von Potzlow Zeuge bedroht

17.02.2003, FR: Nach dem bestialischen Mord an Marinus: In Potzlow will die Gegenwartsbewältigung kaum gelingen

20.02.2003, Berliner Zeitung: Anklage im Mordfall Potzlow

27.05.2003, Tagesspiegel: Geständnisse im Prozess um den Mord von Potzlow

03.06.2003, Tagesspiegel: Grausige Details im Potzlow-Prozess - ein Täter führte Jugendliche zum vergrabenen Mordopfer

07.06.2003, Spiegel: Potzlow-Prozeß: Ein Mord wie im Horrorfilm

09.06.2003, Junge World: Potzlow-Prozess: »Wir wollten ihm im Stall noch ein bisschen Angst einjagen.«

21.07.2003, Süddeutsche: Potzlow - Im Niemandsland der Wahrheit

24.09.2003, Diverse: Täter vermindert schuldfähig

24.09.2003, MAZ: Harte Urteile als Ziel

24.09.2003, Diverse: Anwalt fordert milde Strafe im Mordprozess

06.10.2003, Diverse: Anwalt: Es war Tötung aus frustbedingter Aggresssion

10.10.2003, Inforiot: Urteilsspruch am Donnerstag gegen Mörder von Marinus Schöberl

29.10.2003, ProzeßbeobachterInnen: Urteil im Potzlow-Prozess

29.10.2003, Junge WeltPotzlow-Prozess: Nur ein »Mittäterexzeß«?

11.08.2004, Berliner Morgenpost: Revisionsverhandlung nach Mord von Potzlow

22.12.2004, Diverse: Neues Urteil im Potzlow-Prozess

Nachbetrachtung und Folgen

31.10.2003, Tagesspiegel: Gedenkstein für Marinus Schöberl enthüllt / Tatbeteiligter frei

08.02.2004, Tagesspiegel: Mord von Potzlow wird Theaterstück

19.08.2004, Tagesspiegel: Das Drama des Mordes von Potzlow

30.03.2005, Diverse: "Diese Roheit sprengt alle Grenzen"

14.03.2006, MAZ: "Is’ doch ganz normal, is’ jeder mal dran"

21.09.2006, PNN: „Endlich ist Ruhe eingekehrt“

07.12.2006, PNN: Ursachengestrüpp