14. September 2006 · Quelle: Soligruppe Potsdam

10. Prozesstag im Potsdamer Antifa-Verfahren

Heute über­raschte die Staat­san­waltschaft mit einem Antrag zur Ein­stel­lung des
Ver­fahrens gegen I.K. Da diese zur Tatzeit min­der­jährig gewe­sen sei und die anderen
Angeklagten bis zu 5 Jahre älter, gehe die Staat­san­waltschaft davon aus, dass ihr
Tat­beitrag ein nur unwesentlich­er war. Das Gericht beschloss daraufhin, das
Ver­fahren abzutren­nen und, gegen die Leis­tung von 30 Arbeitsstun­den inner­halb von 3
Monat­en, einzustellen. Der Antrag auf Zulas­sung der Öffentlichkeit allerd­ings wurde
abgelehnt, da es aus erzieherischen Grün­den auch im Hin­blick auf die Her­anwach­senden
ange­bracht sei, so das Gericht, dass die Öffentlichkeit weit­er­hin aus­geschlossen
bliebe.

Als erste Zeu­g­in sagte heute Susanne Karl aus, diese war zur Tatzeit Gast auf der
Terasse des Cafe Haider. Sie gab an eine Gruppe von Men­schen gese­hen zu haben, die
aus der Hege­lallee kamen und sich dabei ver­mummt hät­ten. Kurze Zeit später sei dann
der Geschädigte um die Ecke ger­an­nt gekom­men, über ein Tisch gefall­en und dann von
ein­er Gruppe von 5 Per­so­n­en umringt wor­den. Zunächst gab die Zeu­g­in an, ganz genau
gese­hen zu haben, dass mit einem Gegen­stand zugeschla­gen wurde, rev­i­dierte dies
jedoch auf Nach­frage der Anwälte dahinge­gen, dass sie sich die Wunde son­st nicht
erk­lären kön­nte, also “defin­i­tiv” keinen Gegen­stand gese­hen habe. Die Täter seien
dann in Rich­tung Hege­lallee geflüchtet. Sie könne auch nicht sagen, ob die Per­so­n­en
die sich dann zum Cafe Haider begaben, oder gebracht wur­den von Kell­nern, die Täter
sind, da sie mit dem Geschädigten beschäftigt war.

Hier­rauf sagte der Zeuge David Lieflän­der aus, dieser war zur Tatzeit Kell­ner im
Cafe Haider. Am Abend des 18.06.05 hätte er auf der Terasse seines Lokals Lärm
ver­nom­men, der wohl vom Umfall­en eines Tis­ches verur­sacht wurde. Er sei dann
hin­aus­ger­an­nt und hätte gese­hen wie 3–5 schwarz gek­lei­dete und mit Base­cap sowie
Son­nen­brille ver­mummte Per­so­n­en auf den Geschädigten ein­schlu­gen. Er hörte dabei das
Aus­fahren eines Teleskop­schlag­stock­es, das Geräusch kenne er aus dem TV, den
Schlag­stock selb­st kon­nte er allerd­ings nicht erken­nen, da es zu dunkel gewe­sen sei.
Lieflän­der gab an, dass er geschrien hätte, dass die Per­so­n­en aufhören sollen,
daraufhin seien die Rich­tung Hege­lallee ger­an­nt. Er hätte dann noch gese­hen wie sein
Kol­lege Mantzke einen der Täter gefasst habe, sei dann aber ins Cafe gegan­gen, um
sich um den Geschädigten zu küm­mern. Er sagte eben­falls aus, dass er am Abend noch
Blut weggewis­cht hätte, da sich die Polizei nicht dafür nicht son­der­lich
inter­essiert habe.

Schlussendlich wurde heute der Zeuge Manzke gehört, dieser war zur Tatzeit eben­falls
Gast im Cafe Haider. Er gab an gese­hen zu haben, wie 5 schwarz gek­lei­dete Gestal­ten
auf eine Per­son ein­schlu­gen. Er habe dann die Per­so­n­en Rich­tung Hege­lallee ver­fol­gt
und eine zu fassen bekom­men. Allerd­ings kon­nte er nicht sagen ob dies nun ein­er der
Täter war, oder eine Per­son die ein­fach nur mit weglief. Er könne dies nach eige­nen
Angaben nicht auss­chließen. Es habe sich dann eine Gruppe von Men­schen um ihn
gesam­melt die darauf bestanden, dass er die Per­son loslasse. Sein Bekan­nter Jörg
Jansa habe sich dann vor ihn gestellt um ihn zu schützen und dabei einen Schlag
abbekom­men, ob dieser von Julia kam kon­nte Manzke nicht sagen, auf alle Fälle hätte
sich Jansa dann gegen Julia “gewehrt”. Er gab desweit­eren an, dass bis auf die von
ihm fest­ge­hal­tene Per­son alle aus seinem Sicht­feld ver­schwun­den seien. Diese Per­son
hätte er dann der Polizei übergeben. Die Befra­gung dieses Zeu­gen wir am Fre­itag den
15.09 um 9.00 fort­ge­set­zt wer­den.

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