16. Juni 2007 · Quelle: Inforiot

200 Nazis forderten „Nationalen Sozialismus“

Rathenow­er Bürg­erIn­nen protestierten gegen den NPD-Aufzug

Antifas bei der Gege­nak­tion

Die Spitze des NPD-Demozugs

INFORIOT In Rathenow haben am Sonnabend etwa 200 Neon­azis demon­stri­ert. Unter dem Mot­to „G8 — Gipfel der Acht­losigkeit — Glob­al­isierung stop­pen“ hat­te die Rathenow­er NPD um Mar­cell Hor­lebeck den Aufzug organ­isiert. Es nah­men auch viele Mit­glieder freier Kam­er­ad­schaften teil. Räum­lich fernab von den Neon­azis fand eine Gegenkundge­bung statt, auf der Red­ner
forderten, dem
„braunen Spuk keine Chance“
zu geben. An dieser Ver­anstal­tung nah­men rund 150 bis 200 Men­schen teil, unter ihnen auch viele Antifas. Auf­grufen hat­te unter anderem das Aktions­bünd­nis
„Rathenow zeigt Flagge“
, unter­stützt von der Bran­den­burg­er Lan­desregierung. Antifas berichteten von „schikanösen“ Vorkon­trollen durch die Polizei. Es waren ins­ge­samt mehrere hun­dert PolizistIn­nen im Ein­satz. Aus Sicht der Polizei gab es keine Zwis­chen­fälle, heißt es in ersten Pressemel­dun­gen.

Rechts im Anzug: Detlef Appel, Vizechef der NPD Bran­den­burg

Die Neon­azis liefen vom Haupt­bahn­hof einen großen Bogen durch das Stadt­ge­bi­et, hiel­ten am Märkischen Platz eine Zwis­chenkundge­bung ab um dann wieder am Bahn­hof zu enden. Sie riefen Parolen wie „Glob­al­isier­er — Volk­sru­inier­er“. Der Slo­gan der mil­i­tan­ten Kam­er­ad­schaften „Frei Sozial und Nation­al“ wurde auch von den Demon­stran­tInnen im
NPD-Block der Demon­stra­tion mit­gerufen. Der Rathenow­er NPD-Ver­band ist als Sam­mel­beck­en für Mit­glieder der im Jahr 2005 ver­bote­nen Kam­er­ad­schaft „Hauptvolk“ bekan­nt.

Auf der Zwis­chenkundge­bung sprach Udo Pastörs, Frak­tion­schef der NPD im Land­tag von Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Pastörs forderte frank und frei die Schaf­fung eines „nationalen Sozial­is­mus“, het­zte gegen „irgendwelche Negermen­schen“ sowie gegen Abtrei­bun­gen und proklamierte ein „Europa der Vater­län­der“.

Zwis­chenkundge­bung vor dem Kul­turzen­trum am Märkischen Platz — rechts im blauen Hemd Udo Pastörs

Ursprünglich war die NPD-Demon­stra­tion in Rathenow bere­its für den April angekündigt, wurde aber kurzfristig auf den Pfin­gst­sam­stag ver­schoben. Auch dieser Ter­min fiel ins Wass­er und wurde wenig später auf den 16. Juni ein weit­eres Mal ver­schoben.

Infor­ma­tio­nen zur recht­sex­tremen Szene in Rathenow und Umge­bung sind auf den Inter­net­seit­en der Antifa West­havel­land zu find­en.

Auch Pots­damer Neon­azis waren angereist

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