10. Januar 2002 · Quelle: Märkische Allgemeine

2001 mehr rassistische Gewalt in Brandenburg als im Vorjahr

Anstieg ras­sis­tis­ch­er Gewalt

Etwa 90 Fälle im Jahr 2001 reg­istri­ert

POTSDAM Die Zahl recht­sex­trem­istisch und ras­sis­tisch motiviert­er Gewalt­tat­en gegen Per­so­n­en hat im ver­gan­genen Jahr in Bran­den­burg erneut zugenom­men — nach bish­eri­gen Erken­nt­nis­sen der Ermit­tlungs­be­hör­den um zumin­destes zehn Prozent, möglicher­weise sog­ar um knapp 40 Prozent.

Nach Infor­ma­tio­nen der MAZ gab es im Jahr 2001 “etwa 90 Gewalt­tat­en gegen Leib und Leben”, so ein Ermit­tler. Das wäre eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem Jahr 2000. Da jedoch die Fälle des ver­gan­genen Jahres noch nicht abschließend geprüft seien, han­dele es sich um eine vor­läu­fige Delik­tzahl. Sie könne noch “zwis­chen 80 und 100 schwanken”. Im Jahr 2000 hat­ten sich in Bran­den­burg 72 recht­sex­trem­istis­che und ras­sis­tis­che Gewalt­tat­en gegen Per­so­n­en gerichtet (1999: 71).

Nach Auskun­ft der bran­den­bur­gis­chen Gen­er­al­staat­san­waltschaft waren 78 Opfer im Jahr 2000 reg­istri­ert wor­den, im Jahr davor seien es 66 gewe­sen. Die Zahl der Opfer recht­sex­tremer Gewalt im Jahr 2001 ist noch nicht ermit­telt.

Offen­sichtlich hat sich die gegen Per­so­n­en gerichtete ras­sis­tis­che Gewalt in der zweit­en Hälfte des Jahres 2001 leicht ver­stärkt. Bis Ende Juni hat­te das Innen­min­is­teri­um 40 ras­sis­tis­che Gewalt­tat­en gegen Per­so­n­en reg­istri­ert.

Dass die Zahl recht­sex­trem­istis­ch­er Gewalt angestiegen ist, hängt möglicher­weise auch damit zusam­men, dass die Delik­te im ver­gan­genen Jahr erst­mals nach ein­er mod­i­fizierten Bew­er­tungsmeth­ode gezählt wur­den. Mit Hil­fe der neuen Kat­e­gorie “poli­tisch motivierte Gewalt” wer­den im Einzelfall nun auch Straftat­en als recht­sex­trem­istisch und ras­sis­tisch erfasst, die zuvor als unpoli­tis­che Straftat­en reg­istri­ert wor­den wären.

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