11. November 2002 · Quelle: berliner zeitung

25 000 Euro für Hinweise auf Brandstifter

POTSDAM. Mehr als neun Wochen nach der Schän­dung der Gedenkstätte für NS-Opfer im Below­er Wald sind die Täter noch nicht gefasst. Die Beloh­nung für entschei­dende Hin­weise auf sie wurde am Son­ntag auf 25 000 Euro aufge­stockt. Das teil­ten Bran­den­burgs Jus­tizmin­is­terin Bar­bara Rich­stein und Innen­min­is­ter Jörg Schön­bohm (bei­de CDU) mit. In der Nacht zum 5. Sep­tem­ber hat­ten Unbekan­nte einen Bran­dan­schlag auf die Gedenkstätte für die Opfer des Todes­marsches aus dem KZ Sach­sen­hausen nahe Witt­stock verübt. Ein Ausstel­lungsraum des Muse­ums bran­nte völ­lig aus. 

Recht­sex­trem­istis­ch­er Anschlag 

“Es wird auch weit­er­hin alles daran geset­zt, die Täter zu ermit­teln und ihrer gerecht­en Strafe zuzuführen”, teil­ten die bei­den Min­is­ter mit. Sie gehen laut Mit­teilung weit­er davon aus, dass es sich um einen recht­sex­trem­istisch und anti­semi­tisch motivierten Anschlag han­delt. “Die Täter ziel­ten darauf ab, die Opfer von damals erneut zu Opfern zu machen.” Mit der erhöht­en Beloh­nung für Hin­weise sollen Mitwiss­er bewogen wer­den, ihre Ken­nt­nisse mitzuteilen.
Eine 15-köp­fige Son­derkom­mis­sion führe die Ermit­tlun­gen in Zusam­me­nar­beit mit dem Lan­deskrim­i­nalamt Meck­len­burg-Vor­pom­mern. In dem benach­barten Bun­des­land hat­te es ähn­liche Anschläge gegeben. Laut Mit­teilung bringt die Polizei eine etwa 1,80 bis 1,85 Meter große Per­son aus dem recht­sex­tremen Spek­trum — ver­mut­lich mit Glatze — mit der Gedenkstät­ten­schän­dung im Below­er Wald in Verbindung. Diese Per­son habe einen Stoff­beu­tel, ver­mut­lich einen See­sack, bei sich gehabt. Bei dem Anschlag hat­ten die Täter auch eine Mahn­säule mit anti­semi­tis­chen und Parolen beschmiert. 

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