31. Mai 2003 · Quelle: Diverse

3. Verhandlungstag im Potzlow-Prozess: Bekannte der Angeklagten wussten längst von dem Verbrechen

TAGESSPIEGEL

 

Neu­rup­pin. Sie ist 17, schmächtig und hat ihre schwarzen Haare auf die Mode der Skin­head-Girls getrimmt: Zwei lange Fransen vorne links und rechts, der Rest ist kurz.


Nicole B. war mit Mar­co S. befre­un­det, einem der drei Angeklagten im Pot­zlow-Prozess, und sagt am Fre­itag im Landgericht Neu­rup­pin nur wider­willig aus. Sie sei mit Mar­cos jün­gerem Brud­er Mar­cel in Pot­zlow zu der Stelle gegan­gen, wo die Leiche des erschla­ge­nen Mar­i­nus Schöberl in ein­er Jauchegrube lag. „Mar­cel hat mit dem Fuß auf den Boden getram­pelt. Ich hab dann wohl auf dem Oberkör­p­er ges­tanden und was Hartes gefühlt.“ Rich­terin Ria Bech­er fragt, was die Zeu­g­in gese­hen hat. Nicole B.: „Einen Fuß. Und die Hose.“ Mar­cel habe zur Tat gesagt, „war ’n geiles Gefühl“. Bech­er will wis­sen, wie sich Nicole B. gefühlt hat. Jet­zt kommt die Antwort rasch: „Wie vorher auch.“

 

Am drit­ten Tag im Prozess zum Mord an dem 16-jähri­gen Mar­i­nus bleibt das Kli­ma kalt und dumpf. Weit­ere Zeu­gen geben zu, dass sie vor der Fes­t­nahme von Mar­co und Mar­cel S. sowie Sebas­t­ian F. von dem Ver­brechen erfahren haben, das sich in der Nacht zum 13. Juli 2002 abge­spielt hat. Ein mas­siger Skin­head sagt, Mar­cel habe im Okto­ber erzählt, „dass sie so einen Assi umge­bracht haben“. Bei dem Gespräch habe Mar­cel „lustig, lock­er“ gewirkt. Der Zeuge sagt, er habe nichts geglaubt; erst beim Enschlafen „kam’s doch“. Mehr passierte nicht. Mar­cel S. wurde erst im Novem­ber festgenom­men – als er aber­mals mit der Tat geprahlt hat­te.

 

Die männlichen Zeu­gen kom­men offen­bar straf­los davon, obwohl sie den Mord nicht anzeigten. Nicole B. sitzt schon ein, aber wegen ein­er anderen Tat. Sie hat, einen Monat nach dem Mord, gemein­sam mit Mar­co S. in Pren­zlau einen Afrikan­er attack­iert. Die Haftzeit kön­nte sich für das Skin-Girl sog­ar ver­längern: Die Staat­san­waltschaft will ein Ver­fahren wegen des Ver­dachts der Falschaus­sage ein­leit­en. Denn B. stre­it­et am Fre­itag Angaben ab, die sie früher bei der Polizei unter­schrieben hat. Eine weit­eres Delikt kommt über­raschend nicht zur Sprache: B. hat im Jan­u­ar einem Zeu­gen aus dem Pot­zlow-Ver­fahren Reiz­gas ins Gesicht gesprüht.

 

Fre­ita­gnach­mit­tag wer­den Zeu­gen gehört, die wahrschein­lich stun­den­lang Mar­i­nus’ Tor­turen miter­lebt haben – und nicht ein­grif­f­en. Eine Frau und ein Mann, die Gesichter von hartem Alko­holkon­sum geze­ich­net, haben in ein­er Woh­nung mit den drei Angeklagten und dem Opfer getrunk­en. Als die Skins Mar­i­nus schlu­gen, ihm Schnaps bis zum Erbrechen ein­flößten und ein­er auf ihn urinierte, stell­ten sich die Zeu­gen taub. Aus Angst, wie Moni­ka S. weinend der Polizei ges­tanden hat. Doch vor Gericht wird sie patzig, „ick hab’ Bier getrunk­en, det kann mir keen­er ver­bietn“. Von den Tätlichkeit­en will sie nichts mit­bekom­men haben. Genau­so wie der dama­lige Mit­trinker Burkhard V. Die Staat­san­waltschaft hat die bei­den wegen unter­lassen­er Hil­feleis­tung angeklagt – und will je acht Monate Haft auf Bewährung.

 

 

BERLINER MORGENPOST

 

Mord an Mar­i­nus war lange bekan­nt, doch die Mauer des Schweigens hielt

 

Neu­rup­pin — Im uck­er­märkischen Pot­zlow haben offen­sichtlich mehrere
Ein­wohn­er früh vom Tod des 16-jähri­gen Schülers Mar­i­nus gewusst, ohne
die Polizei zu
ver­ständi­gen. Das ergaben gestern Zeu­ge­naus­sagen in dem Mord­prozess vor
dem
Landgericht Neu­rup­pin. Ein­er der mut­maßlichen Mörder habe mit der Tat
angegeben, hieß es. Einige Bekan­nte führte er sog­ar zum Ver­steck der
Leiche. “Er hat
mir erzählt, dass er einen Pen­ner umge­bracht hat, und mit dem Mord
herumgeprahlt”, sagte ein 19-jähriger Lehrling.

 

Ein ander­er Auszu­bilden­der ergänzte: “Er hat das Ganze schön gefun­den.
Es
war nicht so, als ob es ihm Leid getan hätte.” Wie eine Rei­he weit­er­er
Zeu­gen
gin­gen die bei­den aber nicht zur Polizei. Erst vier Monate nach dem
Ver­brechen
hat­ten die Beamten erfahren, was mit dem ver­mis­sten Mar­i­nus geschehen
war.
Zwei 18 und 24 Jahre alte Brüder haben mit­tler­weile in schriftlichen
Geständ­nis­sen eingeräumt, Mar­i­nus stun­den­lang gequält und dann getötet
zu haben. Der
dritte Angeklagte gab nur zu, das Opfer geschla­gen zu haben. Die
Angeklagten
ver­schar­rten den Schüler in ein­er Jauchegrube auf einem ehe­ma­li­gen
Stall­gelände.

 

“Die Knochen haben raus­geguckt”, berichtete eine 15-Jährige aus Pot­zlow
gestern unter Trä­nen auf der Zeu­gen­bank. Als sie sein­erzeit hörte, dass
die
Brüder ihren Kumpel Mar­i­nus getötet haben sollen, habe sie das zunächst
nicht
geglaubt. “Aus Neugierde sind wir dann zum Ver­steck der Leiche
gefahren.” Ein­er
ihrer Begleit­er habe dort gebud­delt — und nach dem grausi­gen Fund die
Polizei
angerufen. Mehrere Wochen zuvor hat­te ein­er der Angeklagten selb­st
einige
Bekan­nte zu der Jauchegrube geführt. “Er hat auf den Boden gestampft,
ich habe
auf dem Oberkör­p­er ges­tanden”, gab eine 17-Jährige damals bei der
Polizei zu
Pro­tokoll. Vor Gericht wollte sie die Aus­sage gestern jedoch nicht
bestäti­gen.

 

Noch immer, fast ein Jahr nach dem Ver­brechen, tre­f­fen die Ermit­tler
vor
allem auf eines: Schweigen. Kau­gum­mi kauend ver­weigert die 17-Jährige
der
Rich­terin immer wieder die Antwort. “Ich berufe mich auf meine
bish­eri­gen Aus­sagen,
alles weit­ere über meinen Anwalt”, meint kurz darauf eine andere Zeu­g­in
barsch.

 

Zunächst war sie eben­so wie drei andere geladene Zeu­gen gar nicht am
Gericht
erschienen. “Wir haben drei Tage ver­sucht, ein Taxi zu bekom­men”,
entschuldigt sich ihr Lebens­ge­fährte. Zulet­zt holte die Polizei die
Zeu­gen ab und
chauffierte sie im Streifen­wa­gen zum Gericht. Der Prozess wird am
Mon­tag mit
weit­eren Zeu­gen­be­fra­gun­gen fort­ge­set­zt.

 

 


BERLINER ZEITUNG

 

Das lange Schweigen der Mitwiss­er

 

Zeu­gen belas­ten die Angeklagten im Pot­zlow-Mord­prozess — einige wussten von der Tat

 

NEURUPPIN. Die Uck­er­märk­er gel­ten als schweigsame Men­schen. Einige der
Zeu­gen im Prozess gegen die mut­maßlichen Mörder des 16-jähri­gen Mar­i­nus
Schöberl
scheinen dieses Klis­chee zu bedi­enen. Zwölf Zeu­gen waren am Fre­itag ins
Landgericht Neu­rup­pin geladen. Die meis­ten von ihnen sind Fre­unde,
Saufkumpane oder
Schulka­m­er­aden der Angeklagten — Mar­cel Sch. (zur Tatzeit 17 Jahre
alt),
sein Brud­er Mar­co (damals 23) und ihr Kumpel Sebas­t­ian F. (17). Ihnen
wird
vorge­wor­fen, Mar­i­nus stun­den­lang mis­shan­delt zu haben, weil er
Hiphop­per-Klei­dung
trug — und weil er ein “Jude” gewe­sen sei. Schließlich sollen sie ihn
auf
bes­tialis­che Art erschla­gen und in ein­er ehe­ma­li­gen Jauchegrube
ver­schar­rt
haben. Fast alle Zeu­gen haben es gewusst oder zumin­d­est geah­nt, dass
Mar­i­nus die
Nacht zum 13. Juli 2002 nicht über­lebt hat. Zum Teil haben sie schon
Monate
bevor die Leiche des Jun­gen im Novem­ber ver­gan­genen Jahres ent­deckt
wurde, von
der Blut­tat gewusst und geschwiegen.
Mar­cel Sch., der Haup­tangeklagte, hat eini­gen sog­ar von der Tat
erzählt. “Er
hat erzählt, dass er einen Assi umge­bracht hat”, sagte der 18-jährige
Heiko
G., der mit Mar­cel eine Aus­bil­dung absolvierte. “Er hat es lustig
erzählt,
war lock­er. Ich habe gedacht, der spin­nt.” Später sei er sich sich­er
gewe­sen,
dass es stimmt. Aber er habe es für sich behal­ten.

 

Nicole B., die ehe­ma­lige Fre­undin des Brud­ers von Mar­cel, ver­weigerte
anfangs die Aus­sage. “Ich will die Leute nicht noch tiefer rein­re­it­en”,
sagte die
17-Jährige, die ger­ade eine Haft­strafe wegen eines gemein­sam mit Mar­co
Sch.
ver&uum
l;bten Über­falls auf einen Afrikan­er absitzt. Dann spricht sie doch.
“Mar­cel
hat gesagt, dass er einen Stein genom­men hat und auf den Kopp gek­loppt
hat.”
Doch sie stre­it­et eine Aus­sage ab, die sie bei der Polizei gemacht hat.
Dort
hat­te sie Mar­cel zitiert, der gesagt haben soll: Wäre es nicht der
gewe­sen,
wäre es ein ander­er gewe­sen. Das Opfer habe diese Klam­ot­ten getra­gen
und sei
ein “Scheißjude” gewe­sen. Sie stritt auch ihre ursprüngliche Aus­sage
ab,
derzu­folge Mar­cel gesagt hat: “Der Jude hat es auch nicht anders
ver­di­ent.” Sie
bestätigte aber, dass Mar­cel sie zur Leiche in der Jauchen­grube geführt
habe.
Dass ein Fuß aus der Grube ger­agt habe. Dass sie selb­st auf dem
ver­grabenen
Kör­p­er stand. Dass etwas Hartes unter ihren Füßen gewe­sen sei und
Mar­cel gesagt
habe: “Das ist ja nur der Scheißschädel.”

 

Ein Motiv für die Tat hat­ten die Angeklagten in ihren schriftlichen
Erk­lärun­gen nicht genan­nt. Sie seien betrunk­en gewe­sen, und die Tat
habe keinen
recht­sex­trem­istis­chen Hin­ter­grund gehabt. Die meis­ten Zeu­gen sagten am
Dien­stag,
dass Mar­cel und Sebas­t­ian vor der Tat kaum auf­fäl­lig gewe­sen seien.
“Mit denen
war es immer lustig”, sagte Heiko G. Immer wieder bemüht­en die Zeu­gen
das
Wort “nor­mal”: Mar­cel sei nor­mal gewe­sen, wenn er getrunk­en hat­te,
nicht
aggres­siv. Er habe auch ganz nor­mal von der Tat erzählt, nicht etwa
geprahlt oder
Reue gezeigt, sagt Nicole B. “Er hat nor­male Musik gehört”, sagt Sven
S., im
Inter­nat Tech­no, bei den Eltern Nazirock. Er habe auch eine
Reich­skriegs­fahne
gehabt. Alles schein­bar ganz nor­mal. Anson­sten schwiegen die Befragten.

 

Anders der Zeuge Nor­man S. Seine Aus­sage bestätigt die Anklage. Die
geht
davon aus, dass Mar­i­nus ster­ben musste, weil er anders war als die
Täter. S.
sagt, dass Mar­cel und Sebas­t­ian ihn und andere Schüler jahre­lang
drangsaliert
hät­ten. “Er hat auch andere geschla­gen wegen des Ausse­hens”, sagte er.
Weil sie
die falschen Hosen tru­gen, schwach waren oder dick. “Er nan­nte mich
fette
Sau”, sagte der 19-Jährige. Andere soll Mar­cel als “schwule Hip­pies”
beschimpft
haben. Die Rich­terin fragte: “Auch als Juden.” Der Zeuge sagte: “Na
klar.”
Bei einem Stre­it habe Mar­cel ihn dann bedro­ht und damit geprahlt, dass
er
bere­its einen “Pen­ner” getötet habe. Mar­i­nus habe halt die falsche
Haar­farbe und
die falsche Klei­dung getra­gen. “Er hat auch geprahlt, dass er rechts
ist und
hat den Hitler-Gruß gezeigt”, sagte er. Die Lehrer seien nicht dage­gen
eingeschrit­ten.

 

 

MAZ

 

“Mit dem Mord herumgeprahlt”

 

Pot­zow-Prozess: Angeklagte belastet

 

NEURUPPIN — Ein­er der mut­maßlichen Mörder des 16-jähri­gen Schülers
Mar­i­nus
aus Pot­zlow hat laut Zeu­gen mit der Tat angegeben. Außer­dem soll er
mehrfach
Bekan­nte zum Ver­steck der Leiche geführt und den sein­erzeit ver­mis­sten
Jun­gen
ver­höh­nt haben. “Er hat mir erzählt, dass er einen Pen­ner umge­bracht
hat und
mit dem Mord herumgeprahlt”, sagte ein 19-Jähriger Lehrling gestern vor
dem
Landgericht Neu­rup­pin. Ein ander­er Lehrling ergänzte: “Er hat das Ganze
schön
gefun­den. Es war nicht so, als ob es ihm Leid getan hätte.”

 

Bei­de Zeu­gen gin­gen den­noch damals nicht zur Polizei. Sie hat­ten
zusam­men
mit dem 18-Jähri­gen, der zusam­men mit seinem 24 Jahre alten Brud­er auf
der
Anklage­bank sitzt, eine Aus­bil­dung absolviert. Die Brüder hat­ten zu
Wochen­be­ginn
in schriftlichen Geständ­nis­sen eingeräumt, Mar­i­nus stun­den­lang gequält
und
getötet zu haben. Der dritte Angeklagte gab nur zu, das Opfer
geschla­gen zu
haben.

 

Die Leiche wurde erst vier Monate nach der Tat gefun­den. Eine ehe­ma­lige
Fre­undin des älteren Angeklagten berichtete, der kleine Brud­er habe ihr
und zwei
weit­eren Bekan­nten wenige Wochen nach der Tat gezeigt, wo die Leiche
liegt.
Sie habe Fuß und Hosen von Mar­i­nus gese­hen, sagte die 17-Jährige. Bei
der
Polizei berichtete die Zeu­g­in, sie habe auf der Stelle des ver­grabenen
Oberkör­pers ges­tanden und der kleinere Brud­er habe auf den Boden
gestampft. Weil die
Zeu­g­in einem Teil ihrer Aus­sagen bei der Polizei vor Gericht
wider­sprach,
leit­ete die Staat­san­waltschaft gegen sie ein Ver­fahren wegen
Falschaus­sage ein.
Nach Angaben der Ankläger führte der kleine Brud­er zwei Mal Bekan­nte zu
der
Jauchegrube, in der Mar­i­nus ver­graben wor­den war.

 

Vier geladene Zeu­gen aus Pot­zlow erschienen gestern nicht vor Gericht.
Deshalb wurde die Ver­hand­lung zunächst für einein­halb Stun­den
aus­ge­set­zt.

 

Die Angeklagten und Mar­i­nus hat­ten in der Tat­nacht gemein­sam getrunk­en.
Dann
ver­schafften sie sich gewalt­sam Zutritt zur Woh­nung eines Paares. Vor
dessen
Augen wurde Mar­i­nus mis­shan­delt. Gegen einige der Zeu­gen, die gestern
vor
Gericht aus­sagen soll­ten, wird wegen unter­lassen­er Hil­feleis­tung
ermit­telt.

 

Der Prozess wird am Mon­tag fort­ge­set­zt.

 

 

TAZ

 

Zeu­gen ver­schwiegen Mar­i­nus-Mord

 

Pot­zlow­er ver­ständigten Polizei nicht, obwohl sie vom Tod des Schülers wussten

 

NEURUPPIN Im uck­er­märkischen Pot­zlow haben offen­sichtlich mehrere
Ein­wohn­er früh vom Tod des 16-jähri­gen Schülers Mar­i­nus gewusst, ohne
die Polizei
zu ver­ständi­gen. Das ergaben am Fre­itag Zeu­ge­naus­sagen in dem
Mord­prozess vor
dem Landgericht Neu­rup­pin. Ein­er der mut­maßlichen Mörder habe mit der
Tat
angegeben, hieß es. Einige Bekan­nte führte er sog­ar zum Ver­steck der
Leiche.
“Er hat mir erzählt, dass er einen Pen­ner umge­bracht hat, und mit dem
Mord
herumgeprahlt”, sagte ein 19-jähriger Lehrling.

 

Ein ander­er Azu­bi ergänzte: “Er hat das Ganze schön gefun­den. Es war
nicht
so, als ob es ihm Leid getan hätte.” Wie eine Rei­he weit­er­er Zeu­gen
gin­gen die
bei­den aber nicht zur Polizei. Erst vier Monate nach dem Ver­brechen
hat­ten
die Beamten erfahren, was mit dem ver­mis­sten Mar­i­nus geschehen war.

 

Zwei 18- und 24-jährige Brüder haben mit­tler­weile in schriftlichen
Geständ­nis­sen eingeräumt, Mar­i­nus stun­den­lang gequält und dann -
ähn­lich wie in ein­er
Szene des Films “Amer­i­can His­to­ry X” — getötet zu haben. Der dritte
Angeklagte gab nur zu, das Opfer geschla­gen zu haben. Die Angeklagten
ver­schar­rten den
Schüler in ein­er Jauchegrube auf einem ehe­ma­li­gen Stall­gelände. Der
Prozess
wird am Mon­tag mit weit­eren Zeu­gen­be­fra­gun­gen fort­ge­set­zt.

 

 

LAUSITZER RUNDSCHAU

 

Schweigen nach dem Mord an Mar­i­nus

 

Zeu­gen der grausamen Tat gin­gen nicht zur Polizei

 

Im uck­er­märkischen Pot­zlow haben offen­sichtlich mehrere Ein­wohn­er früh
vom
Tod des 16-jähri­gen Schülers Mar­i­nus gewusst, ohne die Polizei zu
ver­ständi­gen. Das ergaben gestern Zeu­ge­naus­sagen in dem Mord­prozess vor
dem Landgericht
Neu­rup­pin.
Ein­er der mut­maßlichen Mörder habe mit der Tat angegeben, hieß es.
Einige
Bekan­nte führte er sog­ar zum Ver­steck der Leiche. “Er hat mir erzählt,
dass er
einen Pen­ner umge­bracht hat und mit dem Mord herumgeprahlt”, sagte ein
19-jähriger Lehrling.
Ein ander­er Auszu­bilden­der ergänzte: “Er hat das Ganze schön gefun­den.
Es
war nicht so, als ob es ihm Leid getan hätte.” Wie eine Rei­he weit­er­er
Zeu­gen
gin­gen die bei­den aber nicht zur Polizei. Erst vier Monate nach dem
Ver­brechen
hat­ten die Beamten erfahren, was mit dem ver­mis­sten Mar­i­nus tat­säch­lich
geschehen war.
Zwei 18 und 24 Jahre alte Brüder haben mit­tler­weile in schriftlichen
Geständ­nis­sen eingeräumt, Mar­i­nus stun­den­lang gequält und dann getötet
zu haben (die
RUNDSCHAU berichtete). Die Angeklagten ver­schar­rten den Sch&u
uml;ler in
ein­er
Jauchegrube auf einem ehe­ma­li­gen Stall­gelände.
“Die Knochen haben raus­geguckt”, berichtete eine 15-Jährige aus Pot­zlow
gestern unter Trä­nen auf der Zeu­gen­bank. Als sie sein­erzeit hörte, dass
die
Brüder ihren Kumpel Mar­i­nus getötet haben sollen, habe sie das zunächst
nicht
geglaubt. “Aus Neugierde sind wir dann zum Ver­steck der Leiche
gefahren.” Ein­er
ihrer Begleit­er habe dort gebud­delt – und nach dem grausi­gen Fund die
Polizei
angerufen.
Der Prozess wird am Mon­tag mit weit­eren Zeu­gen­be­fra­gun­gen fort­ge­set­zt.

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